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Ofsuna
galisch 1787, deutsch von E. F. Weiße, Leipj. 1781, 2Bde.), von MißBroo-kes 1789, von Arthur Young (deutsch 1792), und von Stewart herausgeg., aberandern Barden zugcschriebenen Lieder jenes gesangliebendcn Volks immer sehr an-ziehend bleiben, und manchen zarten, besonders weiblichen Gcmüthern, einen hohenGenuß verschaffen. Der Bildhauer I. C. Rnhl in Kassel hat zu den Osstan'schenGedichten Kupferstiche geliefert (Penig 1805, 3. Liefer., Fol.), mit ErklärungenvonHeinze. k-
O ssu n a (Don Pedro Tellez y Giro», Herzog v.), berühmt durch seine Ver-^ waltung von Neapel und Sicilien, wurde 1579 zu Valladolid gcb. Sein Groß-vater, Vicekönig von Neapel, nahm ihn als zweijährigen Knaben mit dahin.Pedro zeigte in seiner Kindheit ein finsteres, träges Gcmüth, und sträubte sichgegen alles Lernen, bis man ihn, da er sich über seinen steifen Lehrer beklagte,unter die Aufsicht einer muntern Hofmeisterin stellte und ihm einen Spanier,der ebenso kenntnisreich als spaßhaft war, zum Lehrer gab. Er machte nunüberraschend schnelle Fortschritte, und es entwickelte sich in ihm jene unerschöpf-liche Fröhlichkeit und jene beißende Laune, die ihm späterhin so viele Feinde zu-zog. In seinem 10. I. kam er nach Spanien zurück und ging auf die Universi-tät Salamanca, wo er sich zu einem trefflichen Lateiner und Kenner der Geschichtebildete. Als er an Philipps II. Hof erschien, fand ec Anlaß genug, seinen beißen-den Witz zu zeigen, und lud bald den Haß der Höflinge und die Ungnade des Königsauf sich. Er wurde wegen einer nicht sehr ehrerbietigen Antwort an den König aus* der Hauptstadt verwiesen, und begab sich nach Zaragoza, wo auch Philipps Se-crctair, Antonio Perez, Zuflucht gesucht hatte. Don Pedro, der sich damalsnoch Giron nannte, schützte den Verbannten und erleichterte ihm die Flucht. Erselbst begab sich nach Frankreich und darauf nach Portugal, wo er blieb, bis er dieNachricht von Philipps il. Tode erhielt. Nach seiner Rückkehr an den Hof hinger sich an den Herzog v. Lerma, den Günstling des neuen Königs, heirathete dieTochter des Herzogs v. Alcala und nahm den Titel eines Herzogs v. Offuna an.Die Höflinge, durch seine Ausfälle erbittert, fanden Mittel, den König, den eröffentlich den Obcrtambour des Reichs nannte, gegen ihn aufzubringen. VomHofe verwiesen, begab er sich, um der lästigen Unthätigkeit zu entgehen, nachFlandern, wo er in 0 Feldzügen diente und sich ebenso sehr durch Verstand alsMuth auszcichnete. Während dieser Zeit reiste ec nach Frankreich und England.< Heinrich IV., der viel Gefallen an O.'s Witz fand, nahm ihn sehr gut auf, undKönig Jakob l. unterhielt sich gern mit ihm in lat. Sprache. Durch die Bemü-hungen seines Gönners, des Herzogs v. Lerma, wurde ihm 1607 die Rückkehr anden Hof erlaubt, und der König gab ihm Beweise seines Vertrauens. Der Herzogbenutzte seinen Einfluß, die Minister zur Anerkennung der Unabhängigkeit Hollandszu bewegen, was durch den Vertrag von 1609 geschah. Als im folg. I. die Ver-treibung der Abkömmlinge der Mauren, der Morisco's (s. d.) beschlossenwurde, sprach O. dagegen und schrieb zwei bewunderte Denkschriften über dieVerderblichkeit dieser Maßregel. Die Inquisition beschuldigte ihn daher, daß erauf seinen Reisen Ketzereien eingcsogen habe und heimlich den Mauren zugethansei. Die gegen ihn verhängte Untersuchung gab jedoch ebenso wenig Gründe zuseiner Verurtheilung an die Hand, als eine früher gegen ihn erhobene Beschuldi-'» gung wegen einiger Spöttereien über ein Wunder. Gleich darauf ging der Herzogals Vicekönig nach Sicilien, wo er bis 1615 blieb. Er war hier eifrig bedacht,die öffentliche Sicherheit herzustcllen, Ackerbau und Handel zu ermuntern und dieKüsten der Insel gegen die Räubereien der Türken, die er zwei Mal schlug, zusichern. Nach seiner Zurückberufung blieb er nur kurze Zeit in Spanien und gingdarauf als Vicekönig nach Neapel. Auch hier war seine Sorgfalt dahin gerichjef,de» Druck zu erleichtern, der auf dem Volke lastete; aber eben dadurch machte er