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sich dem Adel, den er streng behandelte, und den Geistlichen, deren Erbschleichs-reien er Einhalt that, verhaßt. Den Ansprüchen Venedigs auf die ausschließendeHerrschaft über das adrialische Meer, die dem Handel von Neapel und Siciliengroßen Schaden brachten, widersetzte er sich mit siegreichem Nachdrucke. AlsPhilipp III. aufAndcingendespäpstl. Nuntius die Inquisition in Neapel einführenwollte, setzte sich der Herzog mit solcher Beharrlichkeit dagegen, daß seine Feindeihn des Trotzes gegen den König anklagten. Um den Sturm zu beschwören, ver-mählte er seine Tochter mit dem Sohne des Günstlings Lerma. Sein Widerstandgegen die Einführung der Inquisition hatte ihn besonders der Geistlichkeit verhaßtgemacht, .die in Neapel sehr mächtig war, und da er voraussah, daß die Hofcänkeihm endlich doch die Gewalt entreißen würden, machte er den Anschlag, sich selberSer Herrschaft zu bemächtigen. In dieser Absicht erforschte er seit 1017 die Gesin-nungen von Savoyen, Venedig und Frankreich; später knüpfte er Verbindungenmit Holland, selbst mit den Türken an. Unter dem Vorwände eines KricgszugSgegen die Türken blieb er, gegen die Absichten seines Hofes, gerüstet, und wie er1618 zur Beförderung seines geheimen Zweckes sich der Verschwörung Bed -mar's (s. d.) bedient habe, hat Graf Dam in s. „Geschichte von Venedig" aus-einnndergesctzt. Ein Theil seines Anschlags wurde ruchbar, und ein Eapuciner gabden Vicekönig in Madrid an, der darauf 1619 zurückberufen ward. Ec kehrte wieim Triumphe nach Madrid zurück, aber gleich nach Philipps IV. Thronbesteigungward eine Untersuchung gegen ihn verhängt, die 3 Jahre dauerte, ihn jedoch nichtstrafbar zeigte, so viel Mühe sich die Inquisitoren gaben, den Herzog zu verder-ben. Ec blieb indeß in seiner Gefangenschaft im Schlosse Alamede, wo er seinefröhliche Laune behielt, bis er 1624 starb, an einem Schlagflusse, wie Einigesagen, oder an Gift, das ihm seine Frau gegeben haben soll. Die Rache desHofes erlosch mit seinem Tode, und des Herzogs Sohn kam in den ungestörtenBesitz des väterlichen Erbes.
Ost, Osten, so viel als Orient. Ost zum Süden heißt bei den Seefahrernder Compaßstrich, welcher 11s Grad vom Ostpunkte nach Süden liegt; Ost zumNorden diejenige Gegend, welche 114 Grad vom Ostpunkte nach Norden liegt.
Ostade (Hadrian van), Maler und Kupferstecher, geb. zu Lübeck 1610, wirdzum Unterschiede von seinem minder ausgezeichneten Bruder Isaak, der wenigerglänzend im Eolorit und s. Schüler war (geb. 1612zu Lübeck), gewöhnlich der guteO. genannt. Ländliche Tanzplätze, Bauerhöfe und Ställe, sowie das Innere vonBaucrhütten und Schenken sind die Orte, wohin O. seine Personen versetzt hat,die größtentheils derbe Bauerkcrlc, betrunkene Tabackscaucher oder mit ländlichenArbeiten beschäftigte Bäuerinnen sind. Wenn Tcnicrs die Natur zuweilen verschö-nerte, so stellte sic O. nur immer so dar, wie er sie sah, zuweilen vielleicht noch ge-nauer. Aber, wie Terriers, weiß er in seine kleinen Bilder Geist und Wahrheit zulegen. Sein Pinsel ist voll Feinheit, sein Eolorit warm, mannigfach und durchsich-tig; seine Zeichnung nicht durchaus lobcnswerth, aber am meisten noch mit der Gat-tung verträglich, in der er arbeitete. Obgleich O. ein Deutscher war, so wird er dochzur niederländ. Schule gerechnet, indem er sein Talent in Flandern bildete. Erhatte Franz Halß zum Lehrer und empfing einigen Unterricht von Rembrandt.Bei dem Erstem machte er die Bekanntschaft Brauwer' s (s. d.), der sein Freundund Rathgebcr ward. O. schlug zuerst seine Werkstätte in Hartem auf und bliebhier bis zu der Zeit, wo Ludwigs XIV. Heere die Niederlande bedrohten. Dannerwarb er sich in Amsterdam neuen Ruhm, brachte durch anhaltenden Fleiß einansehnliches Vermögen zusammen und starb 1685. Seine Frau ließ ihn im Kreiseseiner Familie ein hohes Glück finden. Das pariser Museum besitzt ein herrlichesGemälde, worin sich der Künstler selbst neben seiner Fra«, die er bei der Handhält, und von 8 Kindern umringt, gemalt hat.