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8 (1830) O bis Q
Entstehung
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22 Occident .Occidentallsches Kaisrrthum

1 >K^ 8 loi). Descartes verwarf dasselbe mittelbar durch seinen Dualismus, undsuchte diesen zu vermitteln durch Gott, den er zur Ursache aller Bewegung machte.Doch scheint ec über diesen Punkt nicht klar geworden zu sein. Auch sein Anhän-ger Louis de la Forge setzt Gott als die allgemeine Ursache aller Dinge, nimmtaber eine wechselseitige Vereinigung des Körpers und der Seele an, sodaß keinesvon beiden allein auf das Andre wirkt, sondern beide immer zugleich thätig sind;jedes gibt dem andern Veranlassung, sich zu bewegen. In Übereinstimmung mitDescartes entwickelte Geulin das System der gelegentlichen Ursachen, nach wel-chem Gott die Bewegungen, welche durch einen von beiden Theilen in dem andernveranlaßt werden, hervorbringt.

Occident, die Himmelsgegend, wo die Sonne scheinbar untergkht, derAbend, Westen; dann auch die westlichen Lander unserer Halbkugel.

Occidcntalisches oder weströmisches (abendländisches)Kaiser-thum. Theodosius der Große, letzter Alleinherrscher über das ganze römischeReich, hatte kurz vor seinem Tode jene Landermasse durch testamentarische Ver-fügung unter seine beiden unmündigen Söhne, Arcadius (18 Jahr alt) und Ho-norius (11 Jahr alt), also getheilt, daß jener den Orient (s. Byzantiner), die-ser aber den Occident erhielt, welcher Italien, Afrika, Gallien, Spanien, Bri-tannien und die Halste von Jllyricn, mit den Hauptstädten Rom und Mailand,dann Ravenna, umfaßte. Sv in zwei Reiche zerspalten, sollten, nach Theodo-siuü'ü Bestimmung, beide doch immer als das vorherige Ganze, als Ein Reich,jetzt zwar von zwei Herrschern regiert, aber der Wiedervereinigung beider Kronenauf einem einzigen Haupte stets fähig, betrachtet werden, indem dem Scharfblickedes Kaisers nicht entgangen war, daß beide Throne nur durch eine solche Verbin-dung sich in der Dauer aufrecht erhalten konnten. Mit dem Tode des Kaiserss§.1. Jan. 395 nach Ehr.) traten die von ihm bestellten Vormünder seiner Söhne,der Minister-Rufinus, ein Gallier, für Arcadius, und der Obcrfeldherr Stilicho,ein Vandale und angehciratheter Neffe des verstorbenen Theodos, für HonoriuS,in ihre Rechte ein. Doch bald unterlag Rusinus der großem Kraft des Feldherrn,sowie die Plane des Letztem in der Folge an den Ränken dcs Hofes von Konstanti-nopel scheiterten. Stilicho theilte zwar auf Rufinus's Verlangen sogleich die Län-der, das Heer und die unermeßlichen Kostbarkeiten aus dem kaiserlichen Nachlasse,war aber nicht gemeint, auch die Regentenmacht an den Minister, als den Vor-mund über den jungen Beherrscher des Orients, zur Halste abzutceten. DerFeldherr hatte sich an die Spitze der, dem Arcadius zugehörigen Heerabtheilunggestellt, um sie ihrem Gebieter zuzuführen, und sich so zugleich den Oberbefehlüber die gesammtc Kriegsmacht beider Ncichstheile zu sichern. Schon war er, aufdem Wege nach Konstantinopel, bei Theffalonich angelangt, als Rusinus, denHelden und seine persönliche Erscheinung über Alles fürchtend, diesem den Befehlentgegenschickle, Halt zu machen, indem man jeden Schritt, mit dem er für seinePerson der Hauptstadt des Orients naher kommen würde, als eine Feindseligkeitbetrachten werde. ' Stilicho war zu fein, um nicht scheinbar zu gehorchen, aberauch entschlossen genug, einen Nebenbuhler aus dem Wege zu schaffen, der es wa-gen dürste, ihm, dem Feldhccrn und Retter des kaiserlichen Hauses, sich entgegen-zustellen. Gainas, ein golhischer General, von ihm zum Oberbefehlshaber desmorgcnländischen Heeres bestellt, erhielt seine Aufträge, und Rusinus siel auf demMarsfelde vor Konstantinopel, umgeben von dem angekommencn, darauf vorberei-teten Heere, durch das Schwert eines kecken Soldaten, unter den Augen des KaisersArcadius. Doch Stilicho war jetzt weiter als vorher von seinem Ziele entfernt. Derkluge Höfling Eutropius, oberster Kämmerling und erster Günstling des Arcadius,und die ebenso geistvolle als reizende Kaiserin Eudoxia gefielen sich selbst zu wohlin der leicht errungenen Herrschaft über einen schwachen Herrn und Gemahl, als