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Obskurantismus
Obolus
sehen. Die sogenannte Oboe «I'.-»»«»,-, welche eine Terze tiefer stand als die ge-wöhnliche, und eine unten zugemachte Stürze hatte, deren Mündung etwa einenFinger dick war, ist nicht mehr im Gebrauche. Die neueste Anweisung, die Ho-boe zu spielen, ist von Fröhlich.
Obolus, eine griech. Silber- auch Kupfermünze, der 6. Thcil einerDrachme, etwa 10 s Pfennig an Werth. Früher bediente man sich statt der-selben kleiner spitziger Stücke Eisen oder Kupfer Spieß) beim
Tauschhandel, deren 6 die Hand füllten und ebenfalls eine Drachme auSmach-ten; dieser Name ging dann auf jene kleine Silbermünze über. Einen Obolussteckten die Griechen den Tobten als Fährlohn für den Charon in den Mund. AlsGewicht betragt der Obolus ebenfalls den 6. Thcil einer Drachme, diese selbst aberhatte nicht durchaus einerlei Werth.
Obotriten, ein wendisches Volk, s. Wenden und Mecklenburg.
Obrigkeit, alle Diejenigen, welche im Namen des Staats und der Re-gierung oder der Kirche eine rechtliche und ordnungsmäßige Gewalt über Andreüben. Es werden daher auch ganze Behörden Obrigkeiten genannt; man sprichtvon Civil- und Militairobrigkeitcn u. s. w. Doch wiro auch derRegent selbstObrigkeit genannt und als hohe Obrigkeit von den Uncerobrigkeiten unterschieden.Ist eine Regierung einmal bestehend (selbst wenn ihr Ursprung über ihre Rccht-niaßigkcit Zweifel zulicße) und eine Obrigkeit von der höchsten Staatsgewalt an-geordnet worden, so ist sic als eine rechtmäßige von den Unterthanen anzusehcn;jede Untersuchung über die Rechtmäßigkeit ihres Ursprungs, jede Weigerung, ihrunter dem Vorwände, als sei sie unrechtmäßig, Gehorsam zu leisten, ist Aufruhrund Meuterei; cs gilt in dieser Rücksicht durchaus der Spruch: Eine jede Obrig-keit ist von Gott geordnet. Nur Derjenige, der eine ordnungswidrige Gewalt übt,kann nicht als Obrigkeit angesehen werden. 6-.
Obskurantismus (von »bocursro, verfinstern oder verdunkeln). DerObscurant (Versinsterer oder Verdunkeler) steht dem Aufklärer entgegen.Wahrend dieser sich bestrebt, die Begriffe der Menschen von physischen und mora-lischen, religiösen und politischen Gegenständen, sowie überhaupt Vorhallen bedeu-tenden Angelegenheiten des Lebens möglichst klar und deutlich zu machen, suchtjener das dunkle und verworrene Denken über dergleichen Gegenstände und Ange-legenheiten, wie es bei ungebildeten oder verbildeten Menschen in der Regel vor-kommt, zu erhalten, wo nicht gar zu vermehren. Das Bestreben des Aufklärersist an sich löblich; denn da, wo klare und deutliche Begriffe möglich sind, soll auchder Mensch danach streben. Es kann aber in eine einseitige Verstandesbildungausarten, bei welcher die höhcrn Interessen des menschlichen Geistes gefährdetwerden, und insonderheit die ästhetischen, moralischen und religiösen Gefühle deSMenschen an Innigkeit, Lebendigkeit und Kraft verlieren. Das Streben nachAufklärung wird dann zu einer ciceln Und schädlichen Aufklärungssucht oder Auf-klärerei. Wenn nun der Obscurant sich bloß dieser entgegensetzte, so würde seinStreben auch nicht zu tadeln sein. Allein er bleibt dabei nicht stehen, sondern ver-schmäht daS klare und deutliche Lenken selbst da, wo cs möglich und nöthig ist.Er kündigt sich daher als einen Feind des geistigen Lichts und Freund der Finster-niß an, entweder weil er das geistige Licht nicht vertragen kann und sich daher imDunkeln gleichsam gefällt, oder weil er glaubt, es sei dem Menschen nicht zuträg-lich, von den oben bezcichneten Gegenständen und Angelegenheiten klare und deut-liche Begriffe zu haben, oder endlich, weil er dies in Beziehrmg auf sich selbst fürnachtheilig hält. Obskuranten der ersten Art sind alle sogenannte Gefühlsmen-schen, weil sie von Natur saS Helldunkel lieben; daher ist auch mit ihrem Obsku-rantismus eine gewisse Gutmüthigkcit verknüpft, besonders bei solchen, derensympathetisches Gefühl sehr lebhaft ist. Die Obskuranten der zweiten und drits