Obligation Oboe 9
die Solostimme, von diesem Instrumente vorgctragen, zu tief liegen würde, alsdaß sie von den andern begleitenden Instrumenten konnte gehörig unterstützt wer-den, daher man cs schicklicher zur Grundlage der Harmonie gebraucht. Daß ei-nige Virtuosen auf dem Contrabasse Concerte spielen, gehört unter die musikali-schen Curiositäten. Der Ausdruck obligat wurde ursprünglich nur bei der gebun-denen oder sugenartigen Schreibart von solchen Stimmen gebraucht, welche beidem Vortrage nicht weggclassen werden dursten, wenn nicht dadurch das ganzeTonstück zerrissen werden sollte. kg.
Obligation, 1)das Verhälimß, vermöge dessen Jemand dem Andern zweiner positiven Leistung (einem Geben oder Thun) verpflichtet ist, und wobei manalso immer eine speciellc Entstchungsursache (den Empfang einer Sache oder Lei-stung unter der Bedingung der Zurückgabe oder Gegenleistung, ein gültiges Ver-sprechen, oder eine Beschädigung, wofür Ersatz gegeben werden muß) voraussetzt..Die Obligation wird in dieser Bedeutung der allgemeinen negativen Verbindlich-keit, Niemand zu beschädigen oder in seinen Rechten, besonders auch den Eigen-Ihumsrechten zu verletzen, entgegengesetzt. Nach römischem und gemeinem deutschenRecht muß die Obligation, wenn sie auch auf ein Thun, z. B. Verfertigen eineskünstlerischen oder mechanischen Werkes, gerichtet ist, ihrem Buchstaben nach er-füllt werden; nach stanz. Rechte kann nur Entschädigung (ein bloßes Geben) ge-federt werden. 2) Die Handlung, wodurch Jemand eine specielle positive Verpflich-tung aus sich nimmt. 3) In der deutschen Nechtssprache die Urkunde über ein Aah-lungsversprechen. (S. Schuldschein.) 37.
Obligo, in Obligo stehen, ein kaufmännischer Ausdruck, der beson-ders von Banquiers gebraucht wird, um zu bezeichnen, in welcher Gesammlver-bindlichkeit sie nicht bloß durch reellen Vorschuß oder Credit, sondern auch durchWechstlgiro u. s. w. zu ihren Geschäftsfreunden stehen.
Oboe oder Hoboe (ital. Oboe, franz. IlLutboi»), ein Blasinstrument,welches aus einer geraden, aus mehren Stücken zusammengesetzten, gemeiniglichvon Buxbaumholz gearbeiteten und mit Löchern versehenen Röhre besteht, die sichunten in einem kleinen Trichter endigt und durch ein oben aufgesetztes engesMundstück von Rohr geblasen wird. Es hat einen heilen, scharfen, ermunterndenund aufregenden Ton, und reicht vom tiefen oder ein Mal gestrichenen o bis insdrei Mal gestrichene x. Daher ist die Oboe, als durchdringendes Discantinstru-ment, vorzüglich bei der Fcldmusik gebraucht worden, und man hat von ihr, alsdem Hauptinstrumcnte, das ganze Corps der Fcldmusiker Hautb oisten genannt.In der neueren Zeit hat die Clarinette ihr großen Eintrag gethan, wozu viel bei-trägt, daß die Güte und Reinheit des Tons der Hoboe gar sehr von der Güte desMundstücks abhängt, und eine sehr zarte Behandlung des Instruments verlangtwird, wenn der Ton nicht schreiend und kreischend sein und in der Tiefe etwasGänsemäßigcs haben soll. Besonders ist das sogenannte Überschnappen auf die-sem Instrumente unerträglich, und doch kann es kaum von den besten Spielernimmer vermieden werden. Indessen verdient die Hoboe nicht nur als Orchester-instrument, sondern auch als conccrlirendes Instrument in einzelnen Satze» einegrößere Aufmerksamkeit und Ausbildung, als ihr jetzt meistens zu Lheil wird, dader ihr eigcnthümliche Ton weder durch die Clarinette noch durch irgend ein andresInstrument ersetzt werden kann und in dem Colorit der Instrumentalmusik eineHauptfarbe ausmacht. Man bedient sich ihrer in Serenaden, Sahen von idylli-schem Charakter re. Eie wird gewöhnlich in der Tonregien über die Clarinette»gelegt, wenn beide zusammen Vorkommen, und die leichtesten Tonarten auf diesemInstrumente sind 0-,l»r, V-<Iur, O-dur, v-dur. Die Oboe gehört zu denneuern Instrumenten und wurde erst unvollkommen bei den franz. Feldrcgimcn-tern gebraucht, dann von Tcnner in Nürnberg verbessert und mit Klappen vcr-