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Türkei und Griechenland (1828)
Infanterie, Rudzewitsch, ging über die Donau, rückte bis zu dem Walle Trajan svor und nahm am 19. Juni die Stellung bei Karassu ein. Zu gleicher Zeit ergabensich die Festungen Matschin (am 17.), Hirßowa (am 23.), Kustendschi (am 2t.)und Tultscha (am 27. Juni). Auch unterwarfen sich freiwillig die Nekraßowzen,Abkömmlinge jener Doner, welche zur Zeit der Unruhen am Don unter Peter d.Gr. in die Türkei gezogen waren.
Dagegen mißlang am 15. Juni der blutige Sturm, auf Brallow, weil von3 Minen eine vor der Zeit gesprungen und die dritte ohne Wirkung geblieben war.Gleichwvl capitulirte der Pascha, was ihm später den Kopf kostete, am 19. Juni.Die Besatzung erhielt freien Abzug. Die Russen hatten jetzt die Niederdonau inihrer Gewalt, was die Berbindung des Heeres mit Rußland sicherte. Nun rücktendie Abthcilungen einzeln vor; die Türken nahmen keine Schlacht an, sondern zogensich, von Bazardschick auf Kosludschi gedrängt, nach den Gefechten am 7. und am20. Juli in die befestigte Bergstellung bei Schiumla, welche der Mittelpunkt ihrerOperationen war. Das türkische Heer unter Hussein Pascha*) zahlte hierüber 40,000 M. Die Verschanzungcn zogen sich 2 Stunden weit hin, und dieschwächer» Stellen waren mit Bastionen versehen. **) Um die Verbindung des tür-kischen Heeres bei Schiumla links mit Giurqewo, Rustschuck und Widdin zu sichern,sollte die sehr verstärkte Besatzung von Widdin aus den russ. rechten Flügel in derkleinen Walachei aus Krajowa verdrängen; allein der tapfere Baron Geismar be-hauptete den Platz, schlug den Ahmet Pascha von Widdin, erbeutete dessen Lagerund eroberte den wichtigen Posten Kalafat, welcher die kleine Walachei schützt.Den rechten Flügel der tückischen Stellung bildete das durch Natur und Kunst festeVarna (s.d.), welches der Liebling des SuttanS , der Kapudan Pascha, und derkriegserfahrene Justus Pascha von Seres, Schn des berühmten Ismail Bey, ver-lheidigten. Um diese beiden Thore von Konstantinopel, um Varna und Schiumla,entbrannte jetzt der heißeste Kampf. Es rückte nämlich am 20. Juli die Hauptarmee,45,080 M. stark, unter dem Feldwarschall Witgenstein, bei welcher sich das kaiserl.Hauptquartier befand, vor Schiumla, während der Generallicut.Roth Silistria be-lagerte und der Generallieut. Graf Suchtelen Varna beobachtete. Allein der Groß-vesier nahm bei Schiumla keine Schlacht an, sondern beschränkte sich auf die Ver-theidigung. Zwar bemächtigten sich endlich die Russen des Schlüssels zum Bal-kan Prawodi, von wo eine stärkere Heermasse bis Aldos hatte Vordringen können;allein Schiumla und Varna durften nicht im Rücken gelassen werden, auch litteneinige Bataillone, die zu weit vorgedrungen waren, bei Eski Stambul Verlust,und von den Türken ward eine Schanze erobert. Je größer nun die Schwierigkeitwar, in einem großen, fast ganz unwirthbaren Lande, wie die Bulgarei ist, den Be-lagerungskrieg unter dem mörderischen Einflüsse des Klima mit Erfolg fortzusetzen,um so mehr wandten die Russen Alles an, wenigstens Varna zu erobern. Manhatte diesen Platz, in welchem gegen 20,000 Türken lagen, nach ungenauen Be-richten bcurtheilt, daher waren die anfänglich für diese Belagerung bestimmtenStreitkräfte unzureichend. Nachdem endlich Varna durch den GeneraladjutantcnFürsten Menschikoffvon der Land- und durch die von Anapa zurückkchrende Flottedes schwarzen Meeres unter dem Admiral Greigh auch von der Seeseite einge-
*) Der Scraskier Hussein Pascha ist zu Erzcrum geboren. Bei der Revolutionvon 1826 war er Janitscharenaga und überlieferte, in Folge geheimer Versprechungen,das Arsenal von Tophana, welches unter seinen Befehlen stand, den Topdjis desSultans. Dies entschied den Untergang der Janitscharen.
**) Die Türken hätten die wichtigen Punkto Schiumla, Varna, Burgas u. a. nachden von Tott, Campbell, Montalembert, Aubert-Dubahet und Sebastian! verfaßtenDenkschriften und nach den von franz. Ingenieuren 1795 entworfenen Planen langstunangreifbar machen können; allein sie überließen Alles der Natur, und das Übrigeshat die nahe Gcfabr 1828.