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12 (1830) W bis Z
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Türkei und Griechenland (1826)

In dieser Lage faßte die Regierung, aus welch? die engl. Partei durch den Slaatö-secretair Maurokordatos vielen Einfluß ansübte, nach einer mit dem britischen Eom-modore Hamilton gehabten Unterredung, am 24. Juli 1825 den Beschluß, sichEnglands Schutz zu übergeben. Allein noch ehe die griech. Abgeordneten in Londonrintrafcn, erließ die britische Regierung, am 30. Sept. 1825, eine bestimmte Neu-tralitätserklärung, nach welcher die Absenkung britischer Hülfsexpedilionsn von Pri-vatvereinen nicht mehr gestattet war. Überhaupt verbot schon die ganze Lag- dercurop. Politik jeder einzelnen Macht die Zusage einer unmittelbaren Dazwischen-kunft. Doch ließ die engl. Regierung wenigstens durch ihren Eonsul zu Alexandrienden engl. Schiffern untersagen, für Rechnung des Paschas Kriegsbedürfmsse ausÄgypten nach Griechenland überzusühren. Auch schien England das Visitations-recht der Griechen anzuerkennen. Jene Erklärung beruhigte den Divan, und derneue engl. Gesandte, Stratford-Canning, begab sich endlich auf die Reise nachKon-stantinvpel, verweilte aber unterwegs sehr lange, und hatte im Jan. 1826 mitMaurokordatos und andern hellenischen Staatsmännern auf Hydra eine Unter-redung, um sich von der Lage des Ganzen zu unterrichten. Dann ging er nachSmyrna und segelte von hier am 15. Jan. in die Dardanellen, traf aber erst in denletzten Tagen des Februar zu Konstantinopel ein.

Canning wollte Zeit gewinnen und sich mit Rußland verständigen. Denn umdiese Zeit (März 1826) verhandelte der Herzog von Wellington, als außerordent-licher Botschafter zu St.-Pctcrsburg, nebst dem dort befindlichen, ehemals inKonstantinopkl angsftellt gewesenen Gesandten Lord Strangford, mit dem rnss.Cabinct über die griech. Angelegenheit. Überhaupt schien am Ende des 1.1825in den Cabinetten der drei ersten curop. Mächte der Gedanke an die Herstellung ei-nes unabhängigen Griechenstaats immer mehr aufzukommen. Dazu mochte wv!auch der erfolglose Ausgang des unter so günstigen Aussichten begonnenen türkisch-ägyptischen Feldzugs viel beitragen. Der Kapudan Pascha hatte nämlich am Endedes August in Alexandrien, wo der kühne Kanaris am 10. Aug. 1825 mit 3 Bran-dern vergebens in den Hasen eingedrungen war, um die ägyptische Flotte zu ver-brennen, den Oberbefehl über die ägyptische Flotte übernommen und am 5. Nov.in Navarino frische Truppen ans Land gesetzt; er hatte sich hierauf gegen Miffo-lunghr gewandt, um die Einschließung dieses Platzes von der Seescite zu bewirken.So begann, gemeinschaftlich mit Ibrahim, Reschid Pascha einen Winterftldzug;allein auch dieser führte keine Entscheidung herbei. Zwar schien Alles den Unter-gang der griech. Sache zu beschleunigen. Die griech. Flotte (73 Kriegsschiffe und23 Brander) war zu spät vor Navarino angekommcn; die Regierung hatte kaum6000 Mann unter den Waffen; die Kapitanis verthacen in Naupüa das Geld, fürwelches sie Truppen ausrüsten sollten; die Vorsteher der franz. und Nordamerika?,.Philhellsnen-ComitöS, Gen. Roche und Townshend Washington, wirkten öffcntlichu-id insgeheim den Schritten der engl. Partei entgegen, welche in der Regierung dieOberhand hatte; die Mitglieder des Senats und. des Vvllzichungsraths standenzum Theil in keiner persönlichen Achtung: der Staatssccretair Maurokordatos, derfast allein mit Einsicht und Klugheit auf Ordnung hielt und dcßhalb von allen Par-teien angefeindet wurde, hatte wenig Einfluß;, die Insulaner allein boten in der ge-meinsamen Gefahr zur Rettung Moreas die letzten Kräfte auf, mußten aber zugleichfür die eigne Vertheidigung sorgen. Dessenungeachtet gelang es ihrer Flotte, die am24.Nov.bei Missolunghi eintraf, diesen Platz, der zum 4. Male belagert wurde,und dessen Besatzung abermals einen von der See- und Landseite versuchten Sturmabgeschlagen hatte, mit Kriegsbedarf und Lebensmitteln zu versehen. Es war näm-lich zu gleicher Zeit Gouras ans Livadien gegen Salona vorgedrungen und hatte dieTürken aus diesem wichtigen Punkte (am 7. Nov.) vertrieben, worauf er das Bela-gernngsheer d;s Reschid Pascha im Rücken angriff. Auch wacd ein von Ibrahim