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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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504
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504 Zierpflanzen

noch jetzt zu uns kommenden Gewächse in ihrer mannigfachen Verbildung und chfestigen Übertreibung. Die Mehrzahl unserer Sammler strebt aber nicht mehrjener langen Reihe von Abänderungen einzelner Arten in bloßer Farbe und ZM !nung der Blüthe: sic halt die altmodisch gewordenen, bunt befleckten Blatter daSträucher und Baume für Krankheit, für Folge von Hemmung im Umlauf duSafte. So mindert sich immer mehr die Gesellschaft der sogen. Blumisten, d. l>.Derjenigen, welche sich mit Eultur von Abänderungen einzelner Pflanzenarkcn,w.rAucikeln, Nelken, Tulpen, Hyacinlhen u. dgl. beschäftigen, diese zu vermeh»und nach ihrer Art zu veredeln suchen, so weit sie dies können, und dann diese »ui -durch Murzellheilung gleichförmig fortzupflanzenden, sonst aber wandelnden Fei-!me», zum Andenken an berühmte und unberühmte Leute, mit deren Namen bch-gen. Mit der Zeit hat man einsehen gelernt, daß die Natur auch in ihrer Einfaltangenehm sein kann, und ohne daß wir das ästhetische Gefühl bei dem Anblick da!Rose verläugnen, freuen wir uns doch, daß man anfänak, auch einfache Blum«,schön zu finden, und schon die gemeine Päonie mit einfacher Blüthe tyeurer bezMals die gefüllte. Als seltener Zeuge der frühem Verbreitung von gefleckt und >p-streiftblälterigen Pflanzen hat sich noch das Bandgras in ältern Gärten erhallen,da die Sträucher und Bäume mit jenem krankhaften Laube ihr Zeitalter nicht zuüberleben vermochten, oder von der Bleichsucht geheilt, sich kleideten in das üppize !Grün, das uns an andern GewächKn erfreut. Unser Kunstsinn saßt also die Na-tur von einer edlem Seite auf. Nicht mehr jene zwangvoll umschniltenen Form»der Sträucher und Bäume, nicht mehr jene unstät wechselnde Füllung und unbr-grcnzbac ändernde Streifung und Flcckenbildung in der Farbe der Blüthe, nicktmehr die an den Tod erinnernde, weiße und gelbe Umsäumung der Blatter sind dasZiel für die Zierde der Gärten, sondern jene noch weit größere MannigfaltiMin den von der Natur selbst geschaffenen Formen gibt uns ein Vorbild für Ausstai-tung der Anlagen, dis uns im Kleinen den Genuß jener erhabenen Natur vergegen-wärtigen , deren Gegenstände uns ihre mannigfach wechselnde Entfaltung in unge-zwungener Form und in unbegrenzter Fülle, nur in ihren Gruppirungen idealisltt,näher vor Augen führen und für dauernden Genuß vorbereiten sollen. Aber meunendlich verschieden sind diese Anlagen, je nach dem Bedürfnis, den Verhältnissenund dem Charakter des Einzelnen, der sie bildet! Wilde Baumgruppen, düsmeHaine, künstliche Grotten und Felsenparticn erfreuen den Einen mit ihren melan-cholisch rankenden, kriechenden Pflanzen, in ihrem von der Naiur schon eingebür-gerten Schmucke, während ein Andrer sein Gärtchen nur in den Früchten geniest,ein Dritter cs mit duftenden Blüthen geschmückt und in zierliche Beete gethciit, fürdie Ergötzung der äußern Sinne geschickt glaubt. Ja der Vierte zieht seine wenige»Pflanzen am Fenster, und sie sind vielleicht die einzigen Geschöpfe, die ihn gemäch-lich stimmen und seinen Umgang erhalten mit der lebenden Schöpfung. Jedochder denkende und gebildete Mensch begnügt sich nicht mit dem vorübergehenden Ein-drücke, den der einzelne, flüchtig beobachtete Gegenstand auf ihn macht. Das Hö-here ahnend in der kleinsten Erscheinung, strebt er vorzüglich nach deutlicher Er-kenntnis der Natur, um aus ihr die allgewaltige Macht ihres Schöpfers in mög-lichster Reinheit zu erfassen. Ohne diese höhere Richtung des Geistes und des Ge- ^mülhs bleibt die Beschäftigung mit einzelnen Tbeilen der Natur Spielerei. Somuß denn auch dem wahren Genuß einer Beschäftigung mit den Zierpflanzen bitnähere Kennkniß von diesen Wesen, die unser Gemüch ansprechen sollen, voraus-gehen, wir müssen wissen, welcher Faden uns leiten kann, bei Unterscheidung sozahlreicher Formen, deren Theile meist gleichartig, nur durch ihre Verhältnisse di«Verschiedenheit der Arten bedingen. Unerläßlich ist also die Kennlniß der Entwicke-lung der Pflanzen, die Kenntniß der Theile, die sie entfalten, die der Formen, un-ter denen diese erscheinen, und brr bestimmten Benennungen, mit denen man s>«