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12 (1830) W bis Z
Entstehung
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Zea-Bermudez

einer der gelehrtesten und ausgezeichnetsten Bürger des spanischen Amerika. Min Neugranada und erzogen in der Hauptst. dieses Vicekönigreichs, S. > Fe degota, erweckte er durch seine Talente das Mißtrauen der spanischen Regierung undder Priester. Er wurde nebst mehren andern auf gleiche Weise verdächtigen Minnern 1792 gefangen nach Spanien gesandt, fand aber dort eine gute Aufnahmeund man ließ ihn seine Studien fortfttzen. Z. zeichnete sich auch in Spanien au/und machte eine Reise durch Europa. 1806 ward er Prof, der Botanik und Obenaufseher bei dem königl. botanischen Garten in Madrid; dann trat er im Name«des spanischen Amerika als Abgeordneter von Neugranada in der Versammlung deiCortes, während des Krieges mit Frankreich, auf, begab sich in der Folge nach Lo«-don und kehrte von da in sein Vaterland zurück, wo er für die Sache der Freiheitthätig war. 1818 stand er als Präsident des Regierungsrathes und der Finanz!«an der Spitze der Verwaltung zu St. Thomas (ehemals Angostura); auch warnGeneralintendant der Armeen der Republik. Bei Einsetzung des Congresses dirRepublik Venezuela (jetzt Colombia) in Angostura (Febr. 1819) wurde Z. zu«,Vicepräsidentcn ernannt, legte aber im Aug. 1819 seiner Gesundheit wegen dichStelle nieder, welche General Arismcndi, dann Noscio erhielt. 1821 reiste Z.nach Europa und begab sich über Paris nach Madrid, wo er über die Angelegen-heiten der Republik unterhandelte. Da cs hier zu keinem Abschlüsse kam, ging,, lwieder nach Paris, wo er als Abgeordneter der Regierung von Colombia an die !Cabinette der europäischen Regierungen eine Note (Paris, 8. April 1822) richtet?,in welcher er die Anerkennung jenes Freistaats verlangte, die Völker zum Handelmit Colombia einlud, und in Ansehung der colombischen Staalcnverhältniffe denGrundsatz der Gegenseitigkeit aufstellte. Dann begab er sich nach London, wo ervon den Ministern nicht ungünstig empfangen wurde. Er schloß daselbst für Ce-lombia ein Anlehen von 2 Milt. Pf. St. ab, ohne dazu ermächtigt zu sein, undstarb bald darauf im Bade zu Bath im Nov. 1822. Jenes Anlehen ward erst spatund nur mit großen Einschränkungen von seiner Regierung anerkannt.

Zea-Bermudez (D. Francisco de), ein in der neuesten Geschichte aus-gezeichneter spanischer Diplomat, gegenwärtig königl. span. Gesandter zu London,verlebte seine Jugend an der Seite des gelehrten Jovellanos (s. d.), seine-Verwandten, machte sich dessen Kenntnisse eigen und sammelte dessen Schriften,deren Herausgabe aber ihm die Zeitumstände noch nicht gestattet haben. Währendder Unruhen des Kriegs hielt er sich in Malaga auf und unternahm Handelsge-schäfte. Darauf trat er in die Dienste der Cortes, welche ihn als Gesandten nachPetersburg schickten, wo er, von der zu Cadiz befindlichen Regentschaft bevollmäch-tigt, im Namen des Königs Ferdinand VH., mit dem russ. Reichskanzler Nikol.Graf Rumjänzoff den bekannten Fecundschafts- und Bundesvertrag zu WelikiLuky den 20. Juli 1812 abschloß und Unterzeichnete, in welchem der russ. Kaiserdie Legitimität der ordentlichen und der außerordentlichen zu Cadiz versammeltenCortes, sowie die von denselben beschlossene und bekanntgemachte Constitutionförmlich anerkannte, die Hanvelsverbindungen Rußlands mit Spanien herstellteund der spanischen Regierung seinen Beistand gegen Frankreich zusicherte. Diesenmerkwürdigen Vertrag, welcher in der Sammlung des Hrn. v. Martens fehlt, hatSchöll in s. äes trsitön eie p»ix" (10. Bd., S. 543) mitgetheilt. Als

das span. Militair 1820 jene Constitution wiederherstcllte, so richtete der Graf v.Nesselrode an Hrn. v. Z. die bekannte Note, in welcher der Kaiser Alexander dieRevolution und die Regierung von 1820 mißbilligte. Bald nachher ward Hr. v.Z. von Ferdinand VII. als Gesandter nach Konstantinopel geschickt, von welchemPosten er im Juni 1823 abberufcn, und als der russische Hof die abermalige Er-nennung desselben zum span. Gesandten in Petersburg abgelehnt hatte, zum Ge-sandten am kön. grvßbritanmschcn Hofe ernannt wurde. Nach dem Sturze des er-