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12 (1830) W bis Z
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Zahnschmerz

daher in der Länge auf die empfindlichste Weise, obschon sie für den Augenblick disZähne rein machen. Da der Schmelz durch rauhe, spitzige Dinge beschädigt wer-den kann, so sind auch aste metallene Zahnstocher, Zahnpulver von Bimsstein,Korallen, Cremortartari ic. Dinge, die man sorgfältig vermeiden muß. Leuts,die viel Fleisch, wenig Brot genießen, nicht die beste Verdauung haben, Tabackrauchen, finden, daß der Schleim im Munde sich an den Zähnen festsetzt und denWeinstein erzeugt: ein Niederschlag jener im Schleim enthaltenen erdigen Theile;er nimmt vorzüglich die Theile des Zahnes ein, welche bei dem Essen am wenigstenin Berührung kommen, also die untern Theile überhaupt, dann die liefern, zwi-schen Krone und Hals gelegenen, vom Zahnfleische begrenzten Punkte. Das Zahn-fleisch wird dadurch nach und nach abgetrennt; Verderbnis, häßlicher Geruch ausdem Munde sind die unausbleibliche Folge. Um ihm zuvorzukommen, muß mantäglich die Zahne mit einem guten Zahnpulver, lauem Wasser und einer hartenZahnbürste reinigen. Wo er schon ist, muß man ihn vom Zahnarzt entfernen las-sen, und dann die Wiederkehr auf gleiche Weise verhüten. Den Brand an denZähnen kann man oft noch durch Ausfeilen der brandigen Stelle entfernen, oderdurch Arzneien, Plombiren aufhalten, sodaß der Zahn noch viele Jahre gebrauchtwerden kann; man bars nie zu voreilig den Zahn herausnehmen lassen, weil immerGefahr damit verbunden ist. Zu künstlichen Zahnen bediente man sich gewöhnlichder Menschenzahne aus Leichnamen gesunder Menschen; jetzt macht man sie ausWallroß -, aus Kuhzähnen, Elfenbein. Der künstliche Zahn wird entweder aus diszurückgebliebene Wurzel mittelst eines Stiftes von Silber oder Gold gepflanzt, oberwo dies nicht geht, an die gesunden Nachbarn mit Seide, Golddraht befestigt. Daaber alle solche Zahne bald ihre Farbe verlieren und übelriechend werden, so verfer-tigt man jetzt in Dresden, Paris, München auch porzcllanartige, die zwar diesenFehler nicht haben, aber fürchten lassen, daß durch ihre Härle gar leicht den ent-gegenstchcnden natürlichen geschadet werde, daher cs noch nicht entschieden ist, ob sieden Ruf behaupten werden, dcn ihnen Fondi'S Name in Paris u. a. O. bereitsverschafft hat. Die Lehre von den Zähnen ist nach Albin, Hunter, Blake, Foxvorzüglich bearbeitet in A. Serres'sLsssi our Uanatornie et la pli^-üoIoAieckent» ou nvuvelle tlieorie rle la ckeirtitinn" (Paris 1817, mit Kupf.). Kür denZoologen ist Euvier's Schrift:Den rlent« «le» in»mmiköre8" (11 Liefet., Paris1825, m. Kupf.) wichtig; doch kennt der Vs. die Ansichten von Oken, Meckel,von Bacr u. A. zu wenig.

Zahnschmerz, Zahnweh. So nennt man die Schmerzen, welchemden Zahnen selbst oder in den zu ihnen gehörenden Theilen ihren Sitz haben. Sieerreichen bisweilen einen sehr heftigen Grad, sodaß sie alle nächtliche Ruhe raub-nund den Kranken zur Verzweiflung bringen. Bisweilen verbreiten sie sich von demZahne aus weiter auf die nahen Theile, manchmal bis in den Kopf hinein. Ostlassen sic auf ihrer Höhe plötzlich nach oder hören ganz auf und kehren dann nacheiniger Zeit wieder zurück. Wie alle Schmerzen, so befinden auch sie sich eigentlichim Nerven, und zwar in demjenigen, welcher in einem bcsondern Canal der Kinn-lad-nkncchen seinen Lauf hat und an jeden Zahn wenigstens ein Ästchen abgibt.D eser Nerv aber wird von sehr verschiedenen Ursachen auf krampfhafte Wcise ge-reizt und dadurch schmerzhaft afficirt. Dem gemäß sind auch die Arten der Zahn-schmerzen, welche man gewöhnlich unterscheidet, sehr verschieden. Schon bei demDurchbruche der Zahne, welcher von einem entzündeten Zustande des Zahnfleischesbegleitet wsid, beobachtet man Schmerzen, die gewöhnlich noch hierher gerechnetwerden. Ebendasselbe findet statt bei spatern zufälligen Entzündungen des Zahn-fleisches und der Theile, welche sich in dcn Zahnhöhlen befinden. Ferner bringtauch Gicht, Rheumatismus, Flechten, Auszehrung, die Lustseuche, ja selbst dieSchwangerschaft Zahnschmerzen hervor, welche man gewöhnlich consensuell nennt,