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und Tübingen zu; selbst in Oberschwaben war ihr bedeutender Gütererwcrb gelun-gen, aber von diesem Allen nichts zusammenhängend oder geschlossen; überall, so-gar in ihrer alten Heimath und selbst am Fuße des Stammhauses war ihr Besitz-tum von Gütern andrer Herren mannigfach durchschnitten. Um so schwierigermußte ihr Emporkommen sein und um so verdienstlicher. Unmittelbar vor Ulrichmit dem Daumen waren ihr die Herzoge von Teck,, die Pfalzgrafen von Tübingen,die Grasen von Vaihingen und Andre an Macht und Familienreichthum überlegen,gewaltige Reichsstädte waren gegen sie in Eifersucht, oft in Fehde; wohlhabende,Klöster streckten nach jedem Gute die Hände aus. Aber diese kamen nicht vorwärts,und jene gingen insgesammt zu Grunde. Eine eigenthümlichc, in mehren Ge-schlechtsfolgen erhaltene Kraft der Familie und eineckluge Benutzung jedes günsti-gen Umstandes erklärt die außerordentliche Erscheinung, daß sie so viele Andre über-flügelte und bald auskaufen, bald durch Vsgtcischutz für sich einträglich machenkonnte. Damals war ganz Deutschland, vorzüglich Schwaben, ohne ein bedeu-tendes Oberhaupt. Die Macht der alten Hohenstaufen hatte sich bereits beinahe inNichts verloren, der edle Stamm selbst warde bald darauf vernichtet; die Königeund Kaiser von Deutschland seit dem Ende Friedrichs II. bis auf Rudolf von Habs-burg waren Schattenbilder. Frei und beinahe in jeder Hinsicht unabhängig stan-den die größern und die kleinern Herren Schwabens neben einander; jetzt galt es,sich in der Mitte derselben hervorzuthun. Unter solchen Umstanden machte sich GrafUlrich mit dem Daumen, das Haupt der bis dahin wenig bekannten würtemb. Fa-milie, weit und breit einen Namen; ihm, dem unternehmendsten und tapfersten Rit-ler im ganzen Schwabenlande, mußten selbst die schwachen römischen Könige, wel-chen er furchtbar war, gute Worte geben, und nicht nur durch Kauf vermehrte er seinangestammtes Gut, wie man aus Urkunden sieht, sondern auch durch Krieg undEroberung; 8 Mal, sagt eine alte Chronik, kam er triumpdirend aus dem Felds,und nie ward er geschlagen. Dieser eigentliche Gründer und Ahnherr der Größe deSwärlemberg. Hauses starb 1265. Sein Sohn und Nachfolger, Graf Eberhard derErlauchte, verwaltete das überkommene Familiengut länger als 50 Jahre mit ei-ner so glücklichen und rastlosen Anstrengung, daß er noch einmal so viel an Land,Leuten und Einkünften hinterließ, als er ererbt hatte. Keck und ohne Nachthell bestander ernsthafte Fehden mit den Kaisern Rudolf v,on Habsburg, Adolf von Nassau, Al-brecht von Ostreich. So mächtig und begütert war er schon zur Zeit der Ermordungdes Letztem, daß man Ansprüche auf den Thron der deutschen Könige von ihm er-wartete. Heinrich von Luxemburg wurde gewählt, und Eberhard, welcher sich jetztvorzüglich widerspenstig bezeigte, vbn ihm in die Acht gclhan, von seinen Feinden,deren er eine Menge hatte, aller Orten angegriffen, von seinen Nnterthancn verlas-sen, aller seiner Burgen und Städte, sein- s ganzen Landes so durchaus beraubt,daß er bei dem Markgrafen von Baden einen Ort der Zuflucht suchen mußte. Da-mals wäre es um den so schön aufblühenden Namen Würtemberg geschehen gewe-sen, wenn nicht Heinrich VII. unvermuthet schnell sein Grab in Italien gefundenhätte. Nun erhob sich der niedergedrückte Eberhard eilig wieder, gewann das Ver-lorene zurück und fügte bis an das Ende seines Lebens durch Ankauf noch mancheandre Besitzungen hinzu. Er verlegte das Stift Beutelspach, wo das Begrabniß sei-ner Familie war, deren Grabesruhe der letzte Krieg mit barbarischer Wuth g störthatte, von da nach Stuttgart; er selbst mit seiner Familie wohnte, da auch die BurgWürtemberg, ihr bisheriger Aufenthalt, in Schutt und Asche lag, seit dieser Zeitmeistens zu Stuttgart; und so sing diese Stadt an, die Hauptstadt des würtemberg.Gebiets zu werden. Ein so reger Geist des Landercrwerbcns beseelte die Familie, daßUlrich, Eberhards Sohn, noch bei Lebzeiten seines Vaters jene Herrschaften im El-saß erkaufte, welche bis in unsere Tage würtembergisck geblieben und erst durch disstanz. Revolution dem Hause verloren gegangen sind. Wahrend d?r 19 Jahre, die
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