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12 (1830) W bis Z
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Wagram (Schlacht bei)

ständen befand sich sein Gegner, der Erzherzog Karl, auf dem linken Ufer der Donau;auch er hatte große Verluste wiederherzustellen und dazu bei weitem nicht zuläng-liche Mittel, meist nur jungen, unerfahrenen Landsturm. Seine Macht war über-dies zersplittert; über die säumige ungarische Jnsurreclion erstreckte sich sein Ein-fluß nicht. Während nun Napoleon in Wien ausruhte und die Donau von Pres,bürg bis Linz beobachten ließ, zugleich aber mit außerordentlicher Intelligenz Alle-zu f nächsten Vorhaben anordnete, schien der östr. Feldherr beschauend in der Er-wartung der Dinge, die da kommen wollten, beharren zu müssen: die gewöhnlich!Lage Dessen, der auf die Vertheidigung verwiesen ist! Wenigstens geschahnichts, was die Franzosen an Vorbereitungen auf den Donauinseln hätte hindernkönnen. Hier wurden mit der größten Sorgfalt und Localkenntniß Werke angr-legt und mit schwerem Geschütz aus den Zeughäusern Wiens versehen; ,es wurdenBrückengcrärhschaften zusammengebrachl und alle Verbindungs- und Übergangs-punkte so wohl erwogen und berechnet, daß weder der F-ind noch die Natur, wie beiAspern, den neuen Schritt vereiteln konnte. Napoleons Absicht konnte dem östr.Oberfeldherrn keinen Augenblick zweifelhaft bleiben; die Stellung beider Gegnergestattete übrigens das genaueste Erkennen aller ihrer Bewegungen. Noch mehrklärten sich die Dinge auf, als Napoleon am 1. Juli seine Kräfte an sich zog undauf der Lobau sein Hauptquartier nahm. Presbnrg war einige Tage früher durchDavoust besetzt word- n, die Donau bis Linz bewachten Vandamme mit den Wür-tembcrgern und eine Division Barem. In Allem sollten gegen 180 000 MannFranzosen :c. diesmal die Macht des Erzherzogs zertrümmern, und wenn die An-gabe auch zu stack sein möchte, so konnte Ostreich doch gewiß kaum die Hälfte ent-gegenstellen , auch wenn das Corps des Erzherzogs Johann aus Ungarn her mit-wirkte Der östr. Obei feldherr schien überzeugt, daß sich Napoleon diesmal »ich!wie bei Aspern auf einem so beschränkten Kampfplätze schlagen, sondern ein größe-res Terrain zur Entwickelung s. Kräfte wählen würde. Die Ebene des March-fcldcs breitet sich viele Stunden weit auf dem linken Donauufer aus, eingefaßt vonmäßigen Höhenzügen. Zahlreiche Dörfer und Flecken, deutsch Wagram ziemlichim Mittelpunkte, bedecken sie; doch ist außer dem Rußbach kein bedeutender Ter-raingegcnstand da, welcher kriegerische Operationen aufhalten könnte. Die Ver-einigung der Straßen von Böhmen, Mähren und Ungarn, sowie die zu einem Fluß-übergange besonders geeignete Örtlichkeit, geben der Gegend eine strategische Wich-tigkeit. Der Erzherzog Karl schob bis zum 2. Juli Truppenabtheilungen gegenAspern, Eßlingen und Enzersdorf, die Wien und den Douauinseln gegcnüberlic-gen, vor, um seine dortigen Posten unterstützen zu lassen, und stellte sein übrigesHeer weiter rückwärts abtheilungsweise in Bereitschaft. Vom 2. Juli an suchtendie Franzosen an mehren Punkten der Douauinseln eine sichere Verbindung mitden« jenseitigen Ufer einzuleiten, ohne sich durch das Feuern der Östreicher abhaltenzu lassen, und am 4. Juli hatte Napoleon den größten Theil f Truppen aus derLobauinsel zusammengedrängt; um 10 Uhr Abends, unter grausenhaftem Sturmund Ungewitter, unterstützt durch ein heftiges Feuer aus allen Batterien gegen En-zersdvrf und die von den Östreichern gegen den wahrscheinlichen Übsrgangspunkterrichteten Verschanzungcn, beleuchtet von den Flammen des in Brand gestecktenEnzersdorf, schifften zuerst kleinrre Abtheilungen kühner Mannschaften über denletzten Arm der Donau und faßten jenseits auf mehren Punkten festen Fuß; mi!bewundernswcrther Pünktlichkeit und Schnelle wurden treffuche Brücken geschla-gen, und schon von 2 Uhr an desilirte das ganze Heer auf das linke Donauufer.Daß der Erzherzog Napoleons Übergang nicht ernstlicher hinderte und selbst dassnäicre Zurückgehen des östr. Heeres schien planmaß-g. Am Morgen des 5 ent-faltete sich das franz. Heer, die einzelnen Posten der Östreicher, obwol nach tüch-tigem Widerstand, überwältigend, so, daß Bernadolte bei Aspern den linken Flügelbildete, ihm zur rechten di? ital. Armee bei Eßlingen, dann Massen« (der die dorl