Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
797
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Vulkane 767

über die Hälfte auf den Inseln, und die auf dem Contincnte befindlichen stets in derNähe des Meeres, selten über 20 Meilen von demselben entfernt. Diese Lage istein bemerkenswerthcr Umstand; er wird es noch mehr, wenn man damit die unter-meerischen Vulkane combinirt. Erloschene Vulkane sieht man im Innerndes Comments eine große Menge und besonders in Frankreich; über 100 finden sichin Auvergne, Vivarais und in den Ecvennen. Es sind ebenfalls kegelförmige, ausLava, Schlacken u. s. w. bestehende Berge, von denen mehre deutliche Lavaströmeund Krater haben. Leopold von Buch, dieser ausgezeichnete Forscher, theilt die Vul-kane in Central- und in Reihen-Vulkane. Die erstem bilden den Mittelpunkt einergroßen Menge um sie her, fast gleichmäßig nach allen Seiten hin wirkender Aus-brüche. Die Neihenvulkanc dagegen liegen in einer Reihe hinter einander, wie Es-sen auf einer großen Spalte, und ziehen sich so über bedeutende Theile der Erdeweg; sie erheben sich entweder als einzelne Kegelinseln aus dem Grunde des Mee-res, den Fuß einer Urgebirgsreihe bildend, oder auf den höchsten Rücken dieses Ge-birgs und den Gipfel bildend. Zu den Centralvulkanen rechnet v. Buch: die lipa-rischen Inseln, den Ätna, die phlegräischen Felder, Island, die Azoren-, Canarien-,Capverdische-, Gallopagos-, Sandwich-, Marquesas-, Socictäts- und Freund-schaftsinseln, Bourbon, und einige im Innern verschiedener Länder. Die übrigensind ihm Reihenvulkane. Die Ausbrüche der Vulkane dauern nicht immer fort (nurbei dem kleinen Vulkan von Stromboli ist dies der Fall), sie bleiben oft Jahrhun-derte in Unthätigkeit und erwachen dann zu desto fürchterlichern Eruptionen, wiees mit dem Vesuv der Fall war, als er 1630 Catanea zerstörte; denn vor diesemAusbruche war sein Gipfel mit Gehölz bewachsen und bewohnt. Sehr merkwürdig,fürchterlich und verwüstend war der Ausbruch des Tomboro auf der Insel Sumbava(1815) und der des Jdjeng auf Java, 12 deutsche Meilen von Batavia entfernt(1817). Noch einige Tage nachher war die Luft voll Asche und Schwefeldampf.Wenn der Auswurf eines Vulkans minder heftig ist, so gewährt er ein fürchterlich-schönes Schauspiel. Gewöhnlich wird er durch ein Getöse im Innern des Bergesund durch aufsteigenden Rauch aus dem Krater angezeigt. Dann wird das Getösestarker, es erfolgen Erdstöße, und Rauch- und Aschenwolken erheben und verbreitensich in der Atmosphäre, von Blitzen und glühenden Steinen begleitet. Oft bedecktund verheert die Asche die ganze umliegende Gegend, oder die Wolken schlagen sichals Regen nieder. Die Skeinauswürfe sind oft von sehr starken Explosionen beglei-tet. Die den unterirdischen Schmelzraum füllende flüssige Materie erhebt sich wäh-rend Dessen in dem Krater, und bei kleinern Vulkanen, wie bei dem Vesuv, fließtdie Lava gewöhnlich über den Rand des Kraters und an dem Abhänge des Bergesherab. Dem Lavastrome können, wenn er auch noch so stark ist, da er seiner dicken,breiartigen Beschaffenheit wegen immer sehr langsam fließt, die Menschen für ihrePerson leicht entfliehen, aber ihre Besitzungen sind verloren, wenn er sie erreicht,und der Grund und Boden, über den er fliest, kann in einer langen Reihe von Jah-ren nicht wieder benutzt werten. Bei großen Vulkanen, wie bei dem Ätna, dem Pikauf Teneriffa und den großen amerikanischen Feucrbergen, aber ist es anders. DieSeitenwande können dem ungeheuern Drucke nicht widerstehen, sondern die Massedurchbricht dieselben und bahnt sich auf diese Weise einen Weg ins Freie. An demAbhänge der Berge grabt sich die Lava ein Bett, und überall auf ihrem Wege nimmtsie mit, was sie zu überwältigen im Stande ist, übersteigt Mauern und Wälle.Die Geschwindigkeit, mit welcher sie sich bewegt, ist sehr verschieden. An der Ober-fläche zeigen die Lavenströme viele längliche Blasen, das Innere derselben ist dage-gen dicht. Oft bleibt sie sehr lange weich und warm. Die Lavenausbrüche wieder-holen sich gewöhnlich, und alle Erscheinungen der Eruptionen dauern längere oderkürzere Zeit fort, bis der Feuerberg wieder ganz ruhig wird. Die vulkanischeAsche scheint nur mechanisch sehr fein zertheilte Lava zu sein. Zuweilen bildet sie