I V Vacuum 56Z
^ seilte. Ei dichtete hier s. „Frühlingsodc" in Kriech. Versart und Scansion, die ernachher bei s. Gedichten ganz verwarf. 1743 kehrte er nach AnSbach zurück, woer s. Zeit den Wissenschaften und der Dichtkunst widmete. 1746 erschien s. mitGötz vollendete Übersetz, des Anakreon, vielleicht damals die geschmackvollste deutscheÜbersetzung eines alten Dichters. Von 1743 an diente er einem ansbachischenJustizrath als Secrctair ohne Gehalt 12 I. lang. Die Muße, welche ihm dieseStelle gewahrte, wandte er zu fortgesetzten Versuchen im lyrischen Fache an; so ent-stand die kleine Sammlung lyrischer Gedichte, welche Gleim 1749 zum Druck bc-r förderte. Nachdem bereits durch diese Poesien sein Ruf als Dichter begründet war,ward s. „Sieg des Liebesgottes", ein erzählendes Gedicht in 4 Gesängen, mit nicht! geringem Beifall aufgenommen. 1755 erschien s. „Theodicee": ein Werk, wcl-1 ches unter allen s. Gedichten den meisten poetischen Werth hat, und 1760 s. in! Alexandrinern geschriebenes Lehrgedicht: „Die Kunst, stets fröhlich zu sein", wel-I chem damals ein vorzüglicher Werth unter den Erzeugnissen in diesem Fache zuge-standen wurde; auch vermehrte er s. bereits 1755 hcrausgekommenen Oden undLieder mit einem 3. und 4. Bde. Bisher hatte Uz ohne bedeutende öffentliche Ge-schäfte gelebt; 1763 ward er zum Assessor des kaiscrl. Landgerichts ernannt. Nach-dem er noch eine vollständige Sammlung s. Gedichte, denen das 5. und 6. Buch s.„Oden und Lieder" beigefügt wurde, für den Druck vorbereitet hatte, und diese 1768von Weiße in einer Prachtausgabe herausgegeben worden war, entsagte er allen, poetische» Arbeite» und widmete sich bloß den Geschäften seines Amtes. Jedoch ar-beitete er 1781, auf Verlangen seines Fürsten, mit Junkheim das neue ansbachi-schc Gesangbuch aus, das durch s. Mitwirkung einen allgemein anerkannten Wertherhielt. 1771 ward der Wirkungskreis s. Amts vergrößert, indem man ihn zumMitglicde des neu eingerichteten Scholarchats einsetzte. 1790 ernannte ihn derMarkgraf zum burggräfl. Dircctor, und als die ansbachischen Länder dem Königevon Preußen anheimfielen, ward er zum Geh.-Justizrath und Landrichter zu Ans-bach ernannt; wenige Stunden vor s. Tode (am 12. Mai 1796) ward ihm nochdas deßfallsige Patent überbracht. Als lyrischer Dichter zeichnet sich Uz im scherz-haften und geistlichen Liede, und in der Briefform durch Leichtigkeit und feine Ge-danken aus. In s. religiösen Oden, wie in der „Theodicee", findet man die Spu-^ rm Leibnitz'scher Philosophie. Ch. F. Weiße hat s. poetischen Schriften (Wien1804) in 2 Bdn. herausgegeben. (S. Schlichtegroll's „Nekrolog der Deutschen",1796, 1. Bd.) Die Gesellschaft für vaterländ. Kunst und Gewcrbfleiß in Ans-bach hat durch gesammelte Beiträge „Dem Weisen, dem Dichter, dem Menschen-freunde" 1825 im königl. Schloßgarten ein Denkmal errichtet, wozu Hcidelvff inI Nürnberg die kolossale Büste verfertigt hat.
-O, der 22. Buchstabe des deutschen Abc, welcher mit dem F gleich lautet, aus-genommen in der Mitte der Wörter, wo er wie ei» W ausgesprochen wird.
Vacciniren, von Vaccine (vom tat. vave», die Kuh), die Kuhpocke,die Kuhpocken einimpfen, der bei den Franzosen gewöhnliche Ausdruck, von denDeutschen jetzt seltener gebraucht. (S. Impfen und Ienner.)
Vacuna, in Rom die Göttin der Muße, der Erholung. Sie soll schonvon den Sabinern verehrt worden sein. Die Landleute opferten ihr, wenn alleFeldarbeit gethan war.
Vacuum, s. Leere.
36 *