Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
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L.

-tL-, der 20. Buchstabe des deutschen Abc, welcher stark ausgesprochen wird unddadurch von dem sanfter» D unterschieden ist.

Taback (Xieotiana), ein Kraut, welches zuerst dem spanischen Mönche Ro-man Paue 1496 inDvmingv in der Provinz Tabaca, von der eS denNamen erhielt,b.kannt ward. Gegen 1560 lernte es der franz. Gesandte am portug Hofe, JeanNicot, kennen, welcher es bei seiner Rückkehr nach Frankreich der König!» überreichte,wovon es den Namen Nicotiane und Königinkraut erhielt. Taback zu rauchen,siel anfänglich den Europäern sehr schwer. Der Engländer Raphelengi soll der erstegewesen sein, der es in Virginicn gelernt und in Europa Andern gelehrt hat. In-dessen ist wahrscheinlich der Genuß einer Art Taback schon bei den Asiaten langevor Entdeckung Amerikas gebräuchlich gewesen. Man kannte anfänglich nur EineArt von Taback; nach und nach wurden meh-e bekannt. Der Taback wächst injeder Erde. Derjenige, welcher im Sande gezogen wird, ist kleiner im Stängel,nicht scharfvon Geschmack und leicht, dahingegen der in schwerem Boden stark istund auf der Zunge beißt. Der beste Boden muß mittelmäßig fett, frei von Sal-petertheilen und wohl gedüngt sein. Den Samen säet man und versetzt späterhindie jungen Pflanzen aus andre Felder, wo das Erdreich um sie her angehäuft wer-den muß. Nach Verlauf des ersten Monats köpft man sie und blattet sie unten ab,reinigt sie auch wöchentlich fleißig von Insekten und Unkraut. Nach 6 Wochen sindsie ausgewachsen und werden bräunlich. Nun schneidet man sie ab, läßt sie inHaufen über einander eine Nacht liegen, damit sie schwitzen, und bringt sie sodannauf den Luftbodcn. Haben sie 4 5 Wochen gelegen, so nimmt man sie beifeuchter Witterung ab, damit die dürren Blätter nicht zerfallen, und legt sie 8 bis14 Tage aus Stäbe, wo sie noch etwas schwitzen. Hierauf liest man die Blätteraus, bindet jede Art in kleine Bündel zusammen und hangt sie so zum Trocknenauf. Der Same artet nach 2 bis 3 Jahren leicht aus. Amerika erzeugt denbesten Taback; doch bauet man auch viel in Europa. Aus Amerika liefert unsden vorzüglichsten Taback Maryland; man nimmt an, daß jährlich aus Virginienund Maryland über 109,000 Fässer Taback ausgehen. Die theuerste Art allerBlättertabacke sind die gelben Havannablättcc, woraus der feine Kanaster undder feine spanische Schnupftaback verfertigt werden. Die besten Sorten nennt manVarinaskanastec, und unterscheidet sie durch die Buchstaben O, 0, und V.Sie heißen Kanaster, weil man sie in Körben von gespaltenem Rohre (c-marUr-»)nach Europa bringt. Der Brasilientaback muß, wenn er gut sein soll, einen fei-nen, angenehmen Geruch und eine gelbliche, braune Farbe habe»; er wird inI.c^'ttimo und Ourrrssao unterschieden. Der Maranhaotaback kommt dem letzter«,gleich. Der Portoricotaback wird in Rollen eingebracht, und nun in prima, sv-ciinila, tortia und gnartu Sorte unterschiede», die letztere ist die schlechteste undgilt halb so viel als die erste. Europa baut folgende Tabacksarten: den ungarischen,am meisten bei Gyamiath und Palanka, St.-Gotthardt und Janoschyaza, Deineu. s.w., ,braun, schwarz und sehr fett, der beste wird in Neusatz gefertigt; denslawonischen, dieser gleicht dem türkischen und wird am häufigsten in der poscheganerGespannschaft gewonnen; den Samen zu beiden Sorten hat man aus AlbanienConv.-L-x. Siebente Aufl. Bd. >.I.f 1