Votivtafeln VulgaLa 795
äußerte. Er gab Anmcrk. zum Properz, Pomponius Mela, und eine Abhandl. überdie Metrik und den Gesang heraus.
Votivtafeln. Geschenke, welche vermöge eines Gelübdes (s.d.) dar-gebracht werden, heißen Votiven, und die gewöhnlich dabei aufgehängten Ta-feln, die von der empfangenen Wohlthat und von dem dagegen gelobten Weihge-schcnk Nachricht geben, Votjvtafeln.
Votum, G.elübde (s. d.), auch Stimme, daher Votiren, bei Bera-thungen s. Stimme geben; nach ihren Folgen ist diese Stimme entweder gutacht-lich, d. h. sie gilt bloß als Rath (votim» ^»nkniltativ»,»), oder sie ist entscheidend(votum ileci8ivuiu). Wo die Mehrheit der Stimmen gilt, wird jene nicht gezahlt.
Vries (Hieronymus van), geb. 1776 zu Amsterdam, ist einer der ausgezeich-netsten Gelehrten und Schriftsteller Hollands. Sein „Leben des Anaxagoras" unddie „Lobrede auf Hieronymus van Decker" begründeten s. Ruhm und erwarben ihmeine Stelle im niederländ. Institut. Seine „Geschichte der Holland. Poesie" (2 Bde.,1808) ist ein classisches Werk, welches ihm den von der Gesellschaft der Holland. Li-teratur und Dichtkunst ausgesetzten Preis erwarb. V. gehört zu den thätigstenMitgliedern der 2. Classe des Instituts, welche mit 2 numismatischen Werken sichbeschäftigt, die für die Geschichte der Niederlande von großem Interesse sind. Daseine soll ein Supplement zu den Werken des van Loon und Micris bilden, das andrediejenigen Medaillen enthalten, welche nach 1723 geschlagen wurden und von Loonund Mieris in ihren Werken nicht mehr aufgenommen werden konnten. V. ist ge-genwärtig Stadtsccretair zu Amsterdam.
Vulcan, bei den Griechen Hcphästos. Nach Hesiod war er ein Sohn derJuno, die ihn, sowie Jupiter Minerven, aus sich selbst gebar; nach Homer einSohn des Jupiter und der Juno. Er war der Gott und das Symbol des Feuers,dann auch der Künste, besonders derer, die mitHülfe des Feuers arbeiten. Juno, diesich seiner wegen s. Häßlichkeit schämte, stürzte ihn aus dem Olymp; die Mecrgöt-tinnenThetis und Eurynome aber nahmen ihn in ihrer Grotte auf, und er verweiltebei ihnen 9 Jahre. Nach A. verlebte V. seine Jugend mit den übrigen Göttern; s.Vater Jupiter aber stürzte ihn herab auf die Insel Lemnvs, zur Strafe für denVersuch, welchen er gemacht halte, seine Mutter Juno, welche von ihrem Gemahlzwischen Himmel und Erde aufgehängt war, zu befreien. Durch den gewaltigenSturz hatte er den einen Schenkel gebrochen und blieb gelähmt; daher der hinkendeGott, durch eine falsche Erklärung des Worts Indeß ward V. durch
des Bacchus Fürsprache wieder im Olymp aufgenommen, Jupiter vermählte ihn,den häßlichsten der Götter, mit Venus, der Schönsten unter den Schönen, überwelchen Contrast V. von s. Mitgöttern häufig verspottet ward, wie er denn auch beiHomer zuweilen als Lustigmacher im Olymp erscheint. Als Werkmeister aller künst-lichen Arbeiten im Feuer hatte er s. Werkstatt, nach Homer, im Olymp, nach A. aufLemnos, unter dem Ätna, auf Lipara oder Hicra. Die Alten nennen eine Mengevon ihm verfertigter Kunstwerke. Dahin gehörte auch das künstliche Netz, mit wcl-chcmcrs. Gemahlin, die Venus,als er stein den Armen des Mars überraschte, sammtdiesemumsing. Durch s. Gehülfen, dieCyklopcn, ließ er die Donnerkeile Jupitersschmieden.— Sein Dienst war verbreitet! In Athen, wie in Rom, wurden ihmeigne Feste gefeiert. Abgebildet wird er gewöhnlich mit dickem Barte, unordentlichemHaare, halb bekleidet, eine runde spitze Mütze auf dem Haupte, und in der Rechtenden Hammer, in der Linken die Zange. Cicero erwähnt 4 verschiedene Götter d. N.Der erste war nach ihm ein Sohn des Cölus oder Uranus, und Vater Apollos, denihm Minerva gebar; der zweite war ein Sohn des Nils und hieß bei den ÄgypternPhtaS; der dritte war der obenerwähnte lemnische Vulcan, und der vierte endlichwar der Sohn eines gewissen Mcnalius und hatte seinen Sitz auf der Insel Lipara.
Vukgata ist der Name einer lat. Übersetzung des A. Test., welche in der