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11 (1830) T bis V
Entstehung
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Voß

Penzlin an, die er seinem guten Rufe verdankte. Nachdem V. täglich 5 6Lehrstunden gegeben, erheiterte er sich durch das fortgesetzte Studium der altenSprachen, durch Musik und einsame Spaziergänge im nahen Walde, wo er Stel-len aus demHoraz, aus Ramler und derHermannsschlacht" laut declamirte,eigne poetische Versuche machte und sogar Verse aus Hesiod'sTheogonie" über-setzte. Bald darauf wurde der Umgang mit Brückner, einem auch als Dichternicht unbekannten wackern Landprediger, dem Jünglinge wohlthätig; dieser ermun-terte ihn mit theilnehmender Liebe, die sich sogar prophetisch aussprach, zu großempoetischen Arbeiten. Dazu kam, daß jene Gesellschaft von Mitschülern ihn mitBüchern und Musikalien versorgte, u. a. mit demGötting. Musenalmanach"auf 1770, welcher s. Bekanntschaft mit Boje vermittelte. Da sich die Aus-sichten nach Halle getrübt hatten und V. in s. pädagogischen Lage sich nicht glücklichfühlte, so nahm er zu Ostern 1772 Boje's Einladung nach Göttingen an, der ihmvon Hanover aus einen 2jährigen Freitisch verschaffte und überdies zu einträglichenLehrstunden und freien Collegien Hoffnung machte. In Göttingen trat er jenerVerbindung edler Jünglinge bei, an deren Spitze Boje und Bürger als ältereFreunde standen, und welche sich in dieser Periode um die deutsche Poesie mehr oderweniger ausgezeichnete Verdienste erwarben. Das Leben von Hölty vor s. Gedich-ten, besonders in der neuesten Ausg., die V. 1804 allein besorgt hat, gibt überdiesen Dichterbund die nöthigen Aufschlüsse. Um sich zum Prediger zu bilden,hörte V. zuerst Logik und Geschichte, dieDogmatik und die Psalmen; bald aberentsagte er der Theologie und widmete sich ganz dem Geiste des griech. und röm.Alterthums. Er trat nun in das Philolog. Seminar unter Heyne, und hörte außer-dem dessen Vorlesungen über die letzten Gesänge derJlias" und einige Privatcol-legia, namentlich über den Pindar. Leider entspann sich hier jener unselige Zwist,zu welchem ursprünglich die oft unglimpflich ausgesprochenen Urtheile über das eigen-thümliche Leben und Weben jenes Dichterkreises noch mehr beigetragen zu habenscheinen als literarische Mißverständnisse. V. besuchte jetzt mit Hölty das philol.Seminar immer seltener, endlich gar nicht mehr, bis er 1774, als er eben eineReise zu Klopstock und nach Flensburg unternommen hatte, mit Hölty aus der Listedes Seminars gestrichen wurde. Bei seiner Rückkunft sing er an, Blackwell'sSchrift über den Homer zu verdeutschen, und zog dann 1775 nach Wandsbeck,um die Herausg. des bisherigenGötting. Musenalmanachs" in ländlicher Mußezu besorgen. Hier lebte er mit Claudius und mehren edeln Freunden in Hamburgund Altona sehr glücklich, und es schien, als ob er die zweite Schulstelle in Ham-burg erhalten würde, wozu ihm Heyne ein günstiges Zeugniß gegeben hatte, alsdaselbst die Gegenpartei siegte. Noch ohne Amt hcirathete er 1777 Boje's jüngsteSchwester. Endlich ward er 1778, auf Empfehlung von Büsch, Rector zu Ot-terndorf im Lande Hadcln. Hier kündigte er eine Übersetz, derOdyssee" mit An-merk. an, und da die Unternehmung nicht genug Unterstützung fand, gab er, umihr Eingang zu verschaffen, 1780 einen Aufsatz über Ortygia in dasDeutscheMuseum" (an welchem V. überhaupt lebhaften Antheil genommen hat) und zu-gleich einen andern über den Ocean der Alten, den Keim seiner homerischen Welt-kunde , in dasGötting. Magazin" von Förster und Lichtenberg. Der Letzte tratnun in einigen bittern, persönlich angreifenden Aufsätzen über die deutsche Ortho-graphie griechischer Eigennamen mit Äußerungen gegen V. auf, die freilich nichtgeeignet waren, ein gutes Verständniß zwischen Heyne und V. wiederherzustellen.1781 war die deutscheOdyssee" erschienen und trug den ungetheilten Beifall derKenner davon. Anhaltender Marschsieber wegen verließ V. 1782 Otterndorfund ging als Rector nach Eutin. Auch hier hatten die Streitigkeiten mit Heyneund s. Sachwalter, Lichtenberg, noch nicht ihr Ende erreicht. V. ließ sogar 1783imDeutschen Museum" eine sehr ernstgemeinte Ehrenrettung drucken; so wurde