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11 (1830) T bis V
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790
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790 Vortrag Voß

Ableitung der Aufmerksamkeit auf a.ßicgenständs und dem Andränge andrer anziehen- i

der Vorstellungen größtentheils herrührt. Früher hat man jedoch alle Veränderun-gen der Seele, deren man sich nicht unmittelbar bewußt wird, deren Vorhandenseinaber man aus ihren unläugbaren Folgen schließt, mithin auch Gefühle und Begeh- 'rungen sehr unzweckmäßig dunkle Vorstellungen genannt. Von diesen hat beson-ders geschrieben I. C. Schwab (1813). Alle Vorstellungen aber sind ») sinnlicheVorstellungen (Anschauungen im eigentlichen Sinne und die auf ihnen beruhenden iBilder), welche sich auf das Besondere, Sinnliche beziehen; I») Begriffe oder all-gemeine Vorstellungen, durch welche die Verhältnisse der Dinge vorgestellt werden; j

und e) Ideen, Vorstellungen einer über die Erfahrung hinausgehenden Vollkom- !

wenhcit; man theilt daher auch das Vorstellungsvermögen in Sinnlichkeit,Verstand und Vernunft, oder sinnliches, verständiges und vernünftiges Vorstellungs-vermögen. (Vgl. Abcl:Über die Quellen der Vorstellungen", Stuttg. 1786,und Reinholv'sVersuch einer neuen Theorie des Vorstellungsvermögens",

Jena 1790.)

Vortrag heißt überhaupt und insbesondere in den ausübenden Künsten ^(z. B. in der praktischen Tonkunst, der Schauspielkunst, Redekunst) die Art und !

Weise, eigne oder fremde Gedanken und Empfindungen durch die natürlichen Mit- !

tel (Töne, Gebärden) mitzutheilen; vorzugsweise nennt man aber sodenijgutenVortrag, der das Darzustellende so vor Augen und Ohren bringt, wie es seiner >

Natur sich gemäß gestaltet. Man kann unterscheiden einen bloß verständigen und )

corrccten, und einen schönen, ausdrucksvollen, freien und mannigfaltigen Vortrag. ^Der Vortrag gehört der äußern Darstellung an, geht aber, wenn er schönerVortrag ist, von dem Innern aus. (S. Darstellung.) ^

Vorurtheil ist eine Meinung, die, ohne hinlängliche Gründe zur Ent-scheidung über einen Gegenstand gesammelt zu haben, in Form eines Urtheils auf-gestellt und gehegt wird. Es entsteht häufig aus Neigung und Abneigung für odergegen einen Gegenstand, erhält sich durch Mangel an Untersuchungsgeist undGewohnheit, und wird selbst zum herrschenden Vorurtheil der Menge.

Vorzeichnung, s. Versetzungszeichen.

Boß (Johann Heinrich), Hofrath, geb. d. 20. Febr. 1751 zu Sommers-dorf bei Wahren im Mecklenburgischen, wo sein Vater ein Gut gepachtet hatte.Später trieb er in Penzlin ein städtisches Gewerbe, und hier empfing V. bis zum /14. I. den ersten Unterricht. Man bemerkte schon im Knaben ein ungewöhnlichesGedächtniß, allseitige Wißbegierde und einen schwärmerischen Hang zu tiefererSelbstbetrachtung. Vorzüglich ergötzte er sich an schönen Liedern und Sprüchen,und zog bei seiner Schwächlichkeit das Lesen der Bibel und der Volksbücher anstren-genden Leibesübungen vor. 1766 kam er auf die Schule in Neubrandenburg, undzwar, weil er die Anfänge der griech. und hebr. Sprache bereits für sich erlernthatte, sogleich in die oberste Classe. Da die griech. Sprache hier vernachlässigtward, stiftete V. insgeheim, um durch Pcivatflciß diese Lücke zu füllen, eine Ge-sellschaft von 12 Primanern; für Nachlässigkeit waren Strafgelder zum Ankaufdeutscher Dichterwerke bestimmt. Schon in Penzlin hatte V. Manches gereimt;in Neubrandenburg, wo erbe! s. Versuchen, die aufgegebenen Schulverse in Luther'sSprache zu schreiben, den Vorwurf Klopstock'fcher Unnatur hören mußte, lernte l,er zuerst Klopstock'sMessias" kennen, dann Geßner'sTod Abels" und dessenIdyllen". Eine Aufführung von Ramler'sTod Jesu" gab Veranlassung, daßjene Gesellschaft sich Ramler's, späterhin auch Hagedorn's, Hallcr's und Uz'sWerke kaufte; B. selbst versuchte sich schon in Oden und Liedern, auch Idyllen inHexametern. Da sein Vater immer mehr in Armuth versank, nahm V. 1769,um sich so viel zu ersparen, daß er nach Halle gehen und als Lehrer am Waisenhausesich forthelfen könne, die Stelle eines Hauslehrers bei einem Gutsbesitzer unweit