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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
786
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786 Vorposten Vorrücken der Nachtgleichen

Vorposten. Sobald Truppen im Felde cantonniren, lagern, einBivouacoder eine Stellung einnehmen, werden sie fürs erste mit Sicherhcitswachtcn um-stellt, um bei einem Überfalle oder raschen Angriffe des Feindes benachrichtigt zuwerden und Zeit zu gewinnen, dem Andränge gehörig zu begegnen. Diese Sicher-heitswachtcn heißen dann Vorposten. Ihre Aufstellung geschieht gern vor denBlicken des Feindes verdeckt und an solchen Punkten, wo sie dessen Bewegungenund Absichten am besten beobachten können, und wo sie ihn selbst mit Erfolg einigeZeit aufzuhalten im Stande sind. Ihre Stärke, ihre Entfernung hangt vom Ter-rain, von den Umstanden, der Nahe des Feindes ab und steht im Verhältniß mitder Stärke ihres CorpS. Sie erhalten sich durch kleinere Awischenposten und durchPatrouillen in genauer Verbindung unter einander und umgeben sich wiederum miteiner Kette von Vedetten (s. d.) oder Schi'dwachten, durch welche es unmöglichwird, unbemerkt hindurchzudringen. Was dieser Kette sich nähert, wird strengangehalten, nach der Losung befragt und nach den Vorposten gewiesen, dort genauergeprüft und an das Corps gemeldet Feindlicher Andrang selbst wird so lange alsmöglich zurückgedrückt. Obwol der Vorpostcndienst seiner Natur nach gewöhnlichden sogen, leichten Truppen zufällt, so müssen doch auch alle übrige Truppen sehrsorgfältig darin geübt werden, da die wesentlichen Erfodernisse, scharfer Blick, gu-tes Gehör, gesundes Urtheil, Regsamkeit und unermüdliche Aufmerksamkeit nichtbloss Sache mechanischer Ablichtung sind, und ohne Sicherh^tswachten keine Trup-penart in der Nähe des Feindes verweilen kann. Als Anleitung ist u. A. Reichlinv. Meldegg:Über die Anordnung der Vorposten" (Wien 1819), zu empfehlen;auch enthält v. Scharnhorst'sTaschenbuch" lehrreiche Beispiele. ö.

Vorrücken der Nachtgleichen. Gesetzt, man habe um die Zeit derFrühlingsnachtglciche die Abweichung der Sonne eines Mittags0 gefunden,so befand sie sich in demselben Augenblicke im Frühlingsnachtgleichenpunkte. Ver-gleicht man nun an demselben Tage einen Fixstern mit ihr, so hat man unmittelbardessen gerade Aufsteigung (s. d.), und kann, wenn zugleich dessen Abweichungbeobachtet ist, auch seine Länge und Breite berechnen. Stellt man im folgendenJahre die nämliche Beobachtung an, so finden sich gerade Aufsteigung, Abwei-chung und Länge desselben Fixsterns dergestalt verändert, als wenn der Frühlmgs-nachtgleichenpunkt, von welchem bei gerader Aufsteigung und Lange an gezähltwird, indessen eine Ortsverrückmig von 50H" wider die Ordnung der Zeichen erlit-ten hätte; nur die Breite des Fixsterns ist unverändert geblieben. Dieselbe Erschei-nung ist allen Fixsternen gemein, ohne daß dadurch in ihrer gegenseitigen Lage etwasverändert würde. Wie kann es damit, in der Voraussetzung der Bewegung derErde um die Sonne, zugehen? Die Rotationsaxe der Erdkugel ist bekanntlich un-ter einem Winkel von 66-s° gegen die Ebene ihrer Bahn um die Sonne geneigt,und erhält sich in dieser Lage während ihres Umlaufs um dieselbe fast parallel. Da-von ist es abhängig, daß die Erde der Sonne erst den südlichen und dann den nörd-lichen Wendekreis, inzwischen aber zu der Zeit, die wir deßwegen die Frühlings-nachtgleiche nennen, den Äquator zukehrt. Bliebe die Axe dabei nicht, wie wir obenbemerkt haben, nur beinahe, sondern genau parallel, so müßten sich diese verschie-denen Lagen der Erdkugel gegen die Sonnt immer an den nämlichen Stellen derBahn ereignen, statt daß sie nun an verschiedenen Stellen, und zwar an solchen ein-treten, die in der Richtung der Bewegung der Erde um die oben angegebene Größevon 50^" näher gelegen sind. Hat also die Erde z B- in diesem Jahre an einergewissen Stelle der Bahn die Sonne im Äquator gehabt, wonach die Lage desFrühlingsnachtgleichenpunkts bestimmt worden ist, so ereignet sich das Nämliche imfolgenden Jahre an einer, dem Orts nach, um50^" nähern (der Richtung derBewegung um so viel gleichsam entgegengerücktcn) Stelle, und die davon abhän-gige Lage des Frühlingsnachtgleichenpunkts wird also, wie man nun leicht übersieht,