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11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
782
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782 Voltaische Säule Vorarlberg

Voltaische Säule, s. Galvanismus.

Volte (Wendung, Drehung) heißt in der Reitkunst die völlige, runde Wen-dung, die man mit dem Pferde nimmt, so nämlich, daß das Pferd einen Kreismacht, dessen Mittelpunkt die Hinterfüße des Pferdes bilden. Im Kartenspiele,die taschenfpielcrische Gewandtheit, die Karten im Mischen so zu wenden und zumengen, daß eine gewisse Karte an einen bestimmten Platz, oben, unten oder indie Mitte, gebracht wird: die Volte schlagen.

Voltigiren, die Kunst, nach gewissen Regeln geschickt und weit zu sprin-gen; die Anweisung dazu bezieht sich gewöhnlich auf das Springen auf und überdas Pferd, und von dem Pferde. Davon erhielt französisches Fußvolk den NamenVoltigeurs, weil es zuerst bestimmt wurde, in besondern Fällen hinter der Ca-valerie aufzusitzen, um mit derselben schnell nach bedrohten Punkten eilen zu kön-nen. Wir finden diese Sache schon bei Ariovist's Deutschen gegen Cäsar, bei denArabern und bei A.

Volumen. Um sich von dem Volumen, d. i. dem räumlichen Inhalte einesKörpers, einen richtigen Begriff zu machen, denke man sich ihn ganz in irgend eineFlüssigkeit eingetaucht, die ihn nicht verändert und nicht in ihn eindringt, sondern ihnbloß bedeckt. Wird er hiernächst aus der Flüssigkeit herausgenommen, und zurnämlichen Raumerfüllung neue Flüssigkeit hinzugegossen, so gibt der Betrag dieserletzter» offenbar den räumlichen Inhalt, das Volumen, des Körpers an, und gewährtzugleich ein einfaches Mittel zur stereometrischen Berechnung desselben, wenn die un-regelmäßige Gestalt des Körpers selbst dieser Berechnung Hindernisse entgegensetzensollte. Die Erfahrung lehrt, daß gleiche Volumina verschiedener Körper nicht einer-lei Gewicht haben. Diese Verschiedenheit führt auf den Begriff derMasse (s. d.),welche also, wie häufig es auch im gewöhnlichen Leben zu geschehen pflegt, mit demVolumen einesKörpers nicht verwechselt werden darf. Gleichermaßen beruht hierausder Unterschied zwischen dem absoluten u. specifischen Gewichte der Körper. v.bl.

Vondel (Joost van der), einer der berühmtesten holländ. Dichter, dessenpoetische Werke bei den Holländern noch in großer Achtung stehen. Er wurde 1587zu Köln geb., kam in seiner Kindheit mit seinen Ältern, die Wiedertäufer waren,nach Holland, trat zu den Arminianern über, und starb endlich 1659 im Schoßeder römischen Kirche. Die Natur hatte ihn nicht nur mit reichen Talenten begün-stigt, sondern sie war auch seine einzige Lehrerin; man kann ihn als den Shakspeareder Holländer betrachten. V. widmete sich ganz der Poesie; erst in seinem 30.1.lernte er die latcin. und stanz. Sprache, las die Werke der Alten und der Franzosenund suchte den Mangel einer gelehrten Erziehung zu ersetzen. Seine Werke zeugenvon Genie und einer hohen und edeln Phantasie, dabei aber wird man von der oftincorrecten Sprache höchst unangenehm gestört. Seine Poesien füllen 9 Bde., 4.,und sind theils metrische Übersetzungen der Psalmen, Virgil's und Ovid's, theilsSatyren und Tragödien, unter denenPalamedcs", ein allegorisches Stück (eigent-lichBarneveldt's Tod"),Die Eroberung Amsterdams durch Graf Florcns V.von Holland, oder Gysbrechl von Amstel" für die vorzüglichsten gehalten werdenund überhaupt die besten holländ. Tragödien sind. Gryphius ahmte sie nach. Cam-per hat V. in einer lat. Preisschrift geschildert (Leyden 1818).

Vorarlberg, von Tirol, von der schweizerischen Eidgenossenschaft, vomBodcnsce und dem Königreiche Baiern umgeben, bildet den 7. Kreis Tirols, istaber auch zugleich ein für sich bestehendes Ländchen mit einer besondern Verfassung.Es besteht aus den Herrschaften Brcgenz, Feldkirch, Pludcn; und Hohenems, undenthält nach Licchtenstern 74^ mM., 3 Städte, 7Marktfl., 412 Dörfer und76,000 Einw. Die vorarlbergiscben Herrschaften haben ihren Namen von demArlberge oder Adlersbcrge, einem Theile der nocischen Alpenkette, welcher sie vonTirol scheidet. Sie wurden sonst zu Vorderöftreich gerechnet, 1782 aber zu Tirol