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11 (1830) T bis V
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779
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Voltaire

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in corpore auf.Wir sind gekommen", sagten sie,Sie zu bitten, daß Sieuns mit Ihrem Odem beseelen!"Ich lebe nur für Sie und durch Sie", warseine Antwort; ein Beweis, daß er seine dramatische Wirksamkeit für die bedeu-tendste hielt, und in der That waren auch dramatische Arbeiten die letzten Beschäf-tigungen seiner Feder. So schrieb er seinenTancred" im 66. Jahre seines Lebens.Der Besuche waren so viele, daß er sich fast dadurch erdrückt fühlte.Ich werdeerstickt", sagte er,aber mit Rosen". Auch Franklin, der amerikan. Gesandte,kam mit seinem Enkel zu ihm.Mein Sohn, falle auf die Knie vor diesem gro-ßen Mann!" und V. segnete den Knaben mit den Worten:Gott und Freiheit!"Er hatte ein neues Trauerspiel,Irene", mitgebracht, welches den 16. Mai auf-geführt wurde. Die königl. Familie war zugegen, und das Stück ward mit unbe-grenztem Beifall aufgenommen. Die franz. Akademie wünschte ihm Glück dazu,und stellte seine Büste neben die von Corneille. Bei der 6. Vorstellung kam erins Theater, und als er sich in der Loge niedergelassen hatte, trat ein Schauspielerherzu und überreichte ihm einen Lorberkranz, und nach Beendigung des Stücksward auch seine Büste auf dem Theater bekränzt. Alle diese Aufregungen seinesGefühls, verbunden mit ununterbrochenen litcrarischen Arbeiten und der Verän-derung seiner gewohnten Lebensweise, wirkten dergestalt auf seine Gesundheit, daßer nicht lange mehr leben zu können schien. Er bemerkte dies sehr wohl.Ichbin nur nach Paris gekommen", sagte er,um meinen Ruhm und mein Grab zufinden!" Er konnte nicht mehr schlafen, und eine zu große Dosis Opium, welcheer ohne den Rath des Arztes genommen hatte, scheint seinen Tod beschleunigt zuhaben. Als seine Bauern von seiner Krankheit hörten, wollten sie nach Pariskommen und ihn in einer Sänfte nach Ferney tragen. Er wohnte zu Paris beidem Marquis v. Billette. Dieser sandte nach dem Oberpfarrcr von St.-Sulpice,um zu versuchen, ob er nicht V. bestimmen könnte, sich den Ceremonien zu unter-werfen , welche crfodert werden, um als ein kathol. Christ aus der Welt zu scheiden.Man hat die Umstände dieses Besuchs verschieden erzählt; so viel ist indessen gewiß,daß V., ohne die Sacramente empfangen zu haben, den 30. Mai 1778 im 85.1.seines Alters starb. Der Erzbischof von Paris soll dem Todten ein christl. Be-gräbniß verweigert haben, und sein Leichnam daher insgeheim zur Beerdigungnach Scellieres, einer Bernhardincrabtei zwischen Nogent und Troycs, gebrachtworden sein. Vermöge eines Decrets der Nationalversammlung 1791 wurden seineÜberreste in dem Pantheon (der alten Genovevcnkirche) zu Paris neben denen vonI. I. Rousseau u. a. großen Männern des Vaterlandes beigesetzt. In seinem-Zimmer zu Ferney ist ihm ein Mausoleum errichtet mit der Inschrift (Impromptuder Mlle. Varicout): ,Mon voeur e»t ivi, et inon esprit partout". V.hatte in seinem Äußern viel Ausgezeichnetes. In seinem Gesichte lag, wie mansagt, etwas von dem Adler und der Meerkatze, sowie er auch mit dem kühnenAufstreben des erster» etwas von der Bösartigkeit der letztem vereinigt haben soll.Er war heftig, jähzornig, empfindlich, aber sonst weich, mitleidig, hülfreich,fröhlichen Muthes und aus Grundsatz leichten Sinnes. Bei den trefflichsten An-sichten und Grundsätzen waren seine Handlungen nicht immer die löblichsten, undviele gute flössen wenigstens nicht aus den reinsten Quellen. Er behielt in seinemCharakter stets etwas Schwankendes, und trotz seines Hasses gegen Vorurtheilehuldigte er doch diesen nicht selten auf eine ihm wenig Ehre bringende Weise. Soschmeichelte er aus Eitelkeit den Großen und suchte deßhalb oft ihre Gesellschaft.Erst als er sich von den Höfen zurückzog und alt ward, wuchs sein Ruhm. Erwar zu selbstsüchtig, um Liebe einzuflößen, besonders soll ihn der Geiz beherrscht ha-ben. Doch war er später ein Vcrsorger der Armen und ein Schutz der Unterdrück-ten. Es ist indessen schwer, nach einzelnen Anekdoten darüber ein feststehendesUrtheil zu fällen. Daher läßt sichs auch erklären, daß er aller Bewunderer un-