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11 (1830) T bis V
Entstehung
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Voltaire

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nähme in die Akademie, der s. zahlreichen Feinde entgegenstrebten, erleichtert werdenkönnte. Man trug ihm daher auf, zu den Festlichkeiten bei der Vermählung desDauphins ein Gelcgenheitsstück zu fertigen. Er dichtete diePrinzessin von Na-varra". Das Stück gefiel, wenn auch nicht dem Publicum, doch dem Hofe, undsein Lohn war die Stelle eines Kentillromine oräinaire und Geschichtschreibersvon Frankreich. Als solcher entwarf er auch eine Geschichte des damals noch dauern-den Krieges von 1741. Erst 1746 gelang es ihm, eine Stelle in der Akademiezu erhalten. Indessen verfolgte man ihn unausgesetzt mit Spottschriften aller Art,sodaß er sich mit Madame du CHLtelet an den Hof des Königs Stanislaus nachLuneville zurückzog. In diese Zeit fallt die Entstehung derSemiramis" und desOrest", auch eines Stücks:Korne sauveo", welches die Verschwörung des Cati-lina behandelt. Nach dem Tode der gelehrten und geistvollen Madame du CHLtelet(1749) kehrte V. nach Paris zurück, wo er zu der Bildung des berühmten Schau-spielers Lekain viel beitrug. Vergeblich hatte ihn bisher der große Friedrich zusich nach Potsdam eingeladen. Als man ihm aber erzählte, Friedrich habe Arnauddie aufgehende und ihn die untergehende Sonne genannt, so regte dies seine Eigen-liebe so auf, daß er aus dem Bette sprang und rief:Friedrich mag über Regie-rungssachen urtheilen, nicht aber über mich! Ja, ich will hin und ihm zeigen,daß ich noch nicht untergehe". Er kam im Juni 1750 in Potsdam an, Friedrichbehandelte ihn mit der größten Auszeichnung; in einem Augenblicke der Begeiste-rung küßte er ihm sogar die Hand. V. bewohnte ein Gemach unter dem des Kö-nigs, mit der Erlaubniß, ihn zu bestimmten Stunden zu besuchen, und hatte da-bei freie Tafel und Equipage. Täglich mußte er 2 Stunden mit dem Könige ar-beiten und seine Aufsätze durchsehen, wo er dann, wie er selbst sagt, nie verfehlte,alles Gute zu loben, und das Schlechte still zu durchstreichen. Dabei entwickelteer dem lernbegierigen Monarchen seine Gründe, und las ihm auf diese Art einKollegium über den Styl und die Poesie. Diese Freundschaft aber dauerte kaumein Jahr. Denn ein Streit zwischen Maupertuis, dem Präsidenten der berlinerAkademie, und einem Mathematiker König, an dem V. Theil nahm, zog ihmFriedrichs Mißfallen zu. Dieser ließ V.'sAkakia", eine Satyre auf Mauper-tuis, unter V.'s Augen zu Berlin verbrennen und sandte ihm seine Entlassung.V. schickte dem Könige den Kammerherrnschlüsscl und das Ordenskreu; zurück miteinigen Versen, worin er sich mit einem Liebhaber vergleicht, der seiner GeliebtenBildm'ß zurücksendet, der König aber ließ ihm bald Band und Schlüssel wieder zu-stellen. V. machte jetzt einen Besuch bei der Herzogin v. Gotha. Während seinerAbwesenheit wußte Maupertuis ihn auf alle Weise in der Gunst des Königs herab-zusetzen, und V. beschloß, nach Frankreich zurückzugehen. Als er nach Frank-furt a.M. kam, ward er auf Veranlassung Friedrichs angehalten, weil er nochverschiedene Arbeiten des Königs bei sich hatte, und dieser einen Mißbrauch davonvon Seiten V.'s befürchtete. Auch mußte er seinen Kammerherrnschlüssel, seinenOrden und seine Pcnsionsversicherung (von 22,000 Livrcs) zurückgeben. Nunwar der Bruch zwischen Friedrich und V. entschieden. V. wünschte jetzt in Pariswohnen zu können; allein seinekuoelle ck'Orlsan»" (diese Wundergabe des un-saubersten Witzes) hatte so viel Widerwillen gegen den Verf. erregt, daß es ihmabgeschlagen wurde. Er verweilte daher einige Jahre zu Colmar, wo er denOr-plivliri cke 1a 61iilie" schrieb, und kaufte dann ein Landhaus in der Nähe von Genf.Damals sandte ihm Rousseau seine bekannte, von der Akademie zu Dijon gekrönteAbhandlung. V. antwortete unter vielen Schmeicheleien:Wenn ich Ihre Ab-handlung durchlcse, so kommt mir die Lust an, auf allen Vieren zu kriechen".Dieser Scherz machte den Verf. desEmil" zu V.'s unversöhnlichem Feinde. Alsihm in der Folge V. bei sich eine Freistätte anbot, schrieb ihm Rousseau:MeinHerr, ich kqnn Sie nicht gusstehen, weil Sie meine Republik dsirch Ihre