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11 (1830) T bis V
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V^lksaufklärnng, Volköuntcrncht

unentbehrlichen Überzeugungen raube und ihm so zu jeder Schandthat Thor undThür öffne. Auch der Gebildete im Volke muß den Zweck und die Nothwendigkeitder bürgerlichen Verfassung, der obrigkeitlichen Stände in ihren Anordnungen,der Abgaben und andrer zum Zwecke des Ganzen erfoberlichen Leistungen klar ein-sehen, um zur Schätzung der Staatsverfassung, zur Achtung der Obrigkeit und derGesetze, und zur willigen und ungeschmälerten Entrichtung des zu Entrichtendenund zur Zufriedenheit mit seiner Lage sich durch diese Einsicht selbst erweckt und ge-drungen zu fühlen Auch er muß Das, was er Andern mündlich oder schriftlichwissen lassen will, richtig, verständlich und in einer gewissen Ordnung darstellen kön-nen, damit nicht lächerliche oder nachtheilige Irrungen entstehen. Die Gesühlsbil-dung anlangend, so wird man von dem Gebildeten im Volke nicht erwarten, daß ereine Symphonie kunstgemäß beurtheile; aber selbst Landleute sollen fühlen, wasin der Bibel ein schönes Bild, welch erhabener Gedanke:Gott sprach: Es werdeLicht! und es ward Licht", was eine schöne Melodie, ein schönes Lied, eine schöneGegend, eine herrliche Naturscene sei, wenn sie sich auch nicht oarüder in künst-lichen oder empfindsamen Ausdrücken aussprechen können. In Ansehung der sitt-lichen Bildung gibt es wol keinen Punkt, den man als die höchste Stufe derselbenfür das Volk angeben könnte. Jeder sittlich Gebildete, auch im Volke, muß klar,bestimmt und gründlich wissen, was er soll, muß treu und gewissenhaft wollen,was er soll, und muß auch geschickt und freudig können, was er soll. In dieser, hiernur in dem allgemeinsten Grundrisse angedeuteten Volksbildung besteht die wahreVolksaufklärung (s. Aufklärung), die nie schädlich werden kann, sonderndemEinzelnen svwol als dem Ganzen immer heilsam und ersprießlich sein muß.

Der Volksunterricht in diesem Sinne wird aber nicht bloß in Volks-schulen der Jugend, sondern auch in der Kirche den Erwachsenen im Volke ertheilt.Popularität (s. d.) ist ein nothwendiges Erfodsrniß dieser Belehrung. Volks-schulen heißen im weitem Sinne alle für Nichtgelehrte bestimmte Unterrichts-anstalten; im engern Sinne die Schulen (s. d.) für Kinder der untern Stände,über ihre zweckmäßige Einrichtung hat, außer mehren a. Schriftstellern, auch derOberschulcath Denzcl (Vorstand des Schullehrcrseminars zu Eßlingen) in der,.Vo!ksschulenkunde" und in derEinleitung in die Erziehungs- und Unterrichts-lehre für Volksschullchrer" (3TH., 3. Aufl. Stuttg. 1829) viel Gutes gesagt.Auch vgl. man Rossel'sNicderrhem.-westfälische Monatsschrift für Erziehung undVolksunterricht" (Aachen, 7. Jahrg. 1830), ferner des Servatius Muhl (Lehreram Schullehrerseminar zu Trier) Schrift:Der Volksunterricht rc. für Volkslehrer"(Mainz 1824); die zu Ilmenau herausg.Literaturzeitung für DeutschlandsVolksschullehrer";Der Volksschullehrer", Zeitschrift, herausg. von v. W.Harnisch, Seminardirectvr in Weißenfels (Halle 1825 fg.); des Prediger Hem-pelVolksschulenfreund" (12. Ä.), sowie dessenKleiner Schulfreund" (3. Aufl.,Lpz. 1827), und Stephani'sSchulfreund für die deutschen Bundesstaaten" (10Bdchn., Erlang. 1827); insbesondere Zerrenner'sGrundsätze der Schuldisci-' plin",Methodenbuch",Grundsätze der Schulerziehung, der Schulkunde undUntcrrichtswissenschaftcn" (Magdcb. 1827). Volks schulen künde ist da-her der Inbegriff alles Dessen, was zur zweckmäßigen Einrichtung der Volksschu-len nach ihren verschiedenen Haupt- und Nebenzwecken, in Absicht auf Lehrge-genstände, Methodik, Disciplin, Schulordnung, Lehrer rc. erfodert wird. Eben-so ergibt sich die Bedeutung des Worts Volkslehrer von selbst. Der Eonsi-storialrath Sintenis nannte sich und überhaupt die Prediger so, und gerieth deß-halb in große Verdrießlichkeiten, weil man diese Benennung für eine des geistlichenStandes unwürdige Benennung erklärte. Zu dem Volksunterrichte tragen aberauch die, zumal im protest. Deutschland sehr verbreiteten Volksschristenviel bei. So nennt man alle auf die Bildung oder Unterhaltung des Volks berech-