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11 (1830) T bis V
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Völkerwanderung

und Völkerrechts. Nach sinn haben sich Sam. Pufenderf u. Christian Wolf vor-züglich damit beschäftigt. In den neuern Zeiten haben Burlamaqui, Glafey, Valtel,

I. I. Mo^er, Achenwall, Günther, Martens („Einleitung in das positive Völker-recht !c.", Gott. 1796, u. „Uröeia rlu »Iroit ckv8 A«N8 moderne de I'Lurope etc.",

3. Ausg., Götting. 1821) sich um die Wissenschaft des allgemeinen und positiveneurop. Völkerrechts verdient gemacht. S. des Baron v. Omptcda „Literatur des ge-trimmten sowol nalürl. als positiven Völkerrechts" (2 Thle., Regensb. 1785); der3. Tb., oder „Neue Literatur seit 1784", von K. A. v. Kamptz (Berlin). — Dieneuesten Bearbeitungen des europ. Völkerrechts sind von Saalfeld („Shst. deß europ. i

Völkerrechts", Götting. 1809), Schmalz („DaS europ. Völkerrecht in 8 Büchern",Berlin 1817), Schmelzing (Rudolstadt 1819, 2 TH-), Klüber („vroit des gensmoderne de l'kurope", Stuttgart 1819, 2 Bde.). Vgl. „0,111808 eeiebres dndr»it dos ASN8, rödi^ees par leöar. Obarles delllarteos" (Lpj. 1827, 2 Thle.),

Die Hauptsamml. von völkerrechtl. Urkunden ist Ge. Fr. v. Märtens's (s. d.)„Ileeiieildes prineip. traite» etc."; von den 8iipplemen8 erschien der 11. Bd.von Frdr. Saalfeld, 1830. Er enthalt die Vertr. von 1820—28.

Völkerwanderung. Unter dieser Benennung versteht man eine Reihevon Heerfahrten, auf welchen verschiedene Völker, von den Römern Barbaren ge-nannt, größicntheils Deutsche, in die röm. Provinzen eindrangen und sich dieselbenunterwarfen. Durch sie wurde eine neue, zum Theil noch fortdauernde polit. Ver-fassung in Europa veranlaßt. Aus den eroberten röm. Provinzen bildeten sich neueStaaten, von denen verschiedene noch jetzt blühen, und mit ihnen entstanden auch 'die Sprackcn, die wir die lebenden nennen. Diese in ihrer Art einzige Bewe-gung der Völker, die mit Recht eine Revolution genannt werben kann, sing vondem Eismeer an, erstreckte sich bis zu dem atlantischen Ocean, und verbreitete ObreWirkungen bis in das nördl. Afrika. Sie dauerte von 375 an, da die Hun-nen in Europa einbrachen, bis über die Halste des 6. Jahrh. (568) hinaus, als dieLongobarden Italien eroberten; fast 2 Jahrhunderte also vergingen, bis die Völ-ker in den von ihnen eroberten Provinzen ruhig verblieben. Die Ursachen dieserBewegung waren sehr verschieden: überhäufte Bevölkerung, der Andrang andrerWölkerschwärme, der lockende Reiz der schönen und angebauten röm. Provinzen.Früher schon hatten einzelne Völkerschaften theilweise ihre Wohnsitze verändert,und die große Völkerwanderung ward in der Folge dadurch mit befördert. Dasdurch immerwährende Eroberungen zu weit ausgedehnte röm. Reich sing schon inder ersten Hälfte des 3. Jahrh, an, unter seiner eignen Größe zu erliegen und insich selbst zusammenzufallen. Zwar hielten einige kräftige Regenten, besondersKonstantin und Thcodosius, den Untergang des ReichS noch einige Zeit auf; aberverschiedene Kaiser halten, durch den Drang der Umstände und durch kurzsichtigePolitik verleitet, ganze Haufen von Barbaren in Sold genommen, und ihnen,zur Belohnung der geleisteten Kriegsdienste, Wohnsitze in den Grenzprovinzcn desReichs eingeräumt. So hatten die Franken in dem belgischen Gallien, die Ala-nen, Vandalen, Gothen und andre Völker in Dacien, Pannonien und ThrazienLändereien erhalten. Einzelne Männer von Geist und Kraft unter ihnen erhieltenwichtige Staatsämter und selbst die obersten Feldherrnstellen (Rufin, Stilicho) imröm. Reiche. Eine unvermeidliche Folge davon war, daß diese barbarischen Völ-ker, indem sie an Bildung gewannen, auch die Schwächen der Römer kennen lern-ten, und sich an den Gedanken gewöhnten, das röm. Reich als ihre Beute zubetrachten. — Der erste Stoß, der die große Völkerwanderung veranlaßte, ge- !schah im nordöstl. Asien. Hier wohnten die Hunnen (s. d.; ihrem Ursprüngenach wahrscheinlich Mongolen oder Kalmücken), ein wildes und kriegerisches Volk,an den Grenzen der Chinesen. Von diesen gegen das Ende des 1. Jahrh. n. Chr.aus ihren Wohnsitzen vertrieben, breiteten sie sich nun gegen W. aus, vertrieben dieAlanen, eine vom Kaukasus hergekommene Völkerschaft, aus dem asiat. Sarmatien,