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11 (1830) T bis V
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757
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Volk, Volksstamm Völkerrecht 757

deSDoigtlandeS" (t825—28,4TH.). Der „Doigtland.Alterthumsvcrein", des-sen Hauptversamml- zu Hohenleubcn im Fürstenth. Reuß-Schleiz gehalten wird, gibtMittheilungen aus s Archiv u. d. T. „Varinei»" heraus (2. H., 1810).

Volk, Volksstamm. Volk bedeutet ursprünglich eine durch Abstam-mung, Sprache, Sitte, größtentheils auch durch gemeinschaftlichen Aufenthaltverbundene Menschenmenge, die auch mit einem, aus dem Lat. entlehnten Aus-drucke eine N a t i o n (s. d.) genannt wird. Die Grundlage eines Volkes muß irgendj eine Familie gewesen sein, die sich nach und nach vermehrte und immer weiter ver-^ breitete. Bei dieser Vermehrung und Verbreitung bildeten einzelne Familienzweige,ohne sich darum vom Ganzen zu trennen, kleinere Theilganze. Diese heißen Volks-stamme. So erwuchs aus der Familie Abrahams das hebräische Volk, welchesnach den 12 Söhnen Jikobs in 12 Stämme zerfiel, die sich aber späterhin derge-stalt vermischten, daß kein einzelner Hebräer mehr weiß, von welchem er abstammt.Auch unser deutsches Volk bestand ursprünglich aus mehren Stämmen, den Ale-mannen , Sueven, Franken, Sassen rc., die sich aber ebenfalls im Laufe der Zei-ten, sowol unter einander als mit andern Völkern, besonders den Slawen, so ver-mischt haben, daß jetzt wol kein Deutscher s. Abkunft von irgend einem jener Stäm-me nachweisen kann. Übrigens wird das Wort Volk nicht immer in jener ersteni Bedeutung genommen. Oft bedeutet es jede durch eine Regierung oder in einen

, Staat vereinigte Menschenmenge, oft setzt man den Fürsten und das Volk einander

^ entgegen, in welchem Falle man unter letzterm alle Unterthanen (»ululiti) begreift,

H oft versteht man darunter auch nur die niedern Stände oder Classen der Gesellschaft,

i die man alsdann auch wol das gemeine Volk (vulxu») nennt. Darum heißen Die,

welche durch ihre Thaten, Lehren, Reden, Gedichte rc. auf den großem, haupt-I sächlich aus den niedern Ständen bestehenden Haufen wirken, Volksmänner,

! Wolkslehrer, Volksrcdner, VolkSdichtcr rc. In der Kirchcnsprachebedeutet Volk Alle, die nicht geistlichen Standes sind, die Laien (von ).«og, popu-sus); in der Kriegssprache die Mannschaft einer gewissen Art, als Fußvolk; inder Jägersprache einen Trupp oder Haufen, z. B. ein Volk Rebhühner.

Völkerrecht ()»» ^entmin) nennen die neuern Völker den Inbegriff derRechte und Verbindlichkeiten der Völker und Staaten gegen Andre, oder als Wis-senschaft die Wissenschaft von den Rechten und Verbindlichkeiten der Staaten gegeneinander. Man theilt es in das natürliche, oder philosophische, oder allgemeine,und in das positive Völkerrecht. Ersteres beruht auf der Idee des Rechts (s. d.),angewendet auf die im Allgemeinen vorgestellten Verhältnisse der Staaten zu ein-ander, die aus der Idee des Staats hervorgehen. Es redet also von dem Rechteder politischen Persönlichkeit oder Selbständigkeit des Staats und den in ihr begrif-fenen Rechten, die sich auf seine Regierung, Verfassung, Verwaltung, seine Mit-glieder , sein Eigenthum und Gebiet beziehen, sowie von der Freiheit des Verkehrsund Handels, von Völkervcrträgen und Gesandtschaften, von Krieg und Frieden.Ein positives, besonderes, willkürliches Völkerrecht, welches sich auf das allge-meine stützen muß, bildet sich durch Vöikergewohnheiten und Verträge (daher)»»eonsuetullinarium et psotitium). Es kann aber s. Natur nach nie durchaus all-gemein sein. Das allgemeine europ. Völkerrecht nennt man die unter den mehrstenund größten europ. Staaten durch besondere Verträge oder Herkommen eingeführ-ten Grundsätze. Die Tücken sind das einzige Volk in Europa, welches bisher dasallgemeine Völkerrecht in vielen Punkten nicht beobachtet hat. — Griechen und Rö-mer kannten eine Art von allgemeinem Völkerrecht, welches sich auf die gebildetenSitten dieses Volks und ihre Stammverhaltnisse stützte. Man denke an das Fecial-recht der Letztem. Nach dem Verfalle des röm. Kaiscrthums, in den barbarischenl Zeilen des Mittelalters, ward eS ganz vergessen. Im 16. Jahrh, sing man wiederan, das Völkerrecht als Wissenschaft zu behandeln. Hugo Grotius erwarb sich durchsein bekanntes Weck „ve Hure bell» et paoi»" den Namen des Vaters des Natur-