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11 (1830) T bis V
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756
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756 Voigtland

sitzungen, z. B. Boigt und Hen von Plauen, von Weida ic. Heinrich ll!., derReiche (1086—1156), besaß das ganze Voigtland, und stiftet« durch s. 4 Söhne

4 Linien seines Hauses, von denen nur eine, bieplauische, fortdauerte, sich aberwieder (1257) in 2 Linien, die ältere und jüngere, kbeilte. Die jüngere Linie istdas noch jetzt blühende Haus der Fürsten und Grasen Reuß, deren Besitzungen ei-nen Theil des Voigtlandes im weitern Sinne ausmachen. (S. Reuß.) Aus derältern Linie, welche 1572 ganz ausstarb, wurde Heinrich der Ältere, VoigtzuPlauen und Hofrichter des Kaisers Siegmund, von diesem (1426) mit der fürst-lichen Würde und dem damals erledigten Burggrafthum Meißen belehnt, daherdiese Linie auch die burggräfl. genannt wurde. Doch kam das Burggrafthum Mei-ßen, nebst den dazu gehörenden Besitzungen, an die Markgrafen von Meißen durchKauf, welchen die Letztem mit Heinrich H., dem Sohne Heinrichs des Ältern(1434), abschlössen. Heinrichs I!. Nachkommen trugen der Krone Böhmen einenTheil ihrer Besitzungen zur Lehn auf, verpfändeten oder veräußerten aber auch ver-schiedene derselben. Eine solche Verpfändung veranlaßte, daß endlich der KurfürstAugust v. Sachsen die Herrschaften Plauen, VoigtSberg und Pausa (1569) käuf-lich an sich brachte. Sachsen ist seitdem in dem Besitze dieses Landbezirks geblieben.Einige Jahre früher (1560) hatte der Kurf. August ebenfalls einen Theil des Voigt-landes, die Ämter Weida, ArnshaugkundZiegenrück, durch Kauf erworben. Durchdas Testament des Kurf. Johann George 1. (1656) wurden diese sämmtlichen Be-sitzungen, welche den voigtländischen und neustädtischen Kreis bildeten, der neuenLinie Sachsen-Zeitz zum Erbantheil angewiesen; sie fielen aber nach dem Absterbendieser Linie (1718) an das Kurhaus zurück. Durch den zu Presburg am 18 Mai1815 zwischen Preußen und Sachsen geschlossenen Friedensvcrtrag kam der ganz«ncustädlische Kreis an Preußen, welches nachher einen Theil davon an den Gkvß-herzog v. Weimar abtrat. Der District (Landeshauptmannschaft) Hof, der ehe-mals auch zum Voigtlande gehörte, wurde schon 1373 von den Voigten zu Weidaan die Burggrafen zu Nürnberg verkauft, kam mit diesen an Baireuth, und ge-hört nun zum Obermainkreise des Königreichs Baiern. — Der voigtl (indischeKreis (324 sJM. und 95,000 Einw.), welchen man gewöhnlich unter dem Voigt-lande im engern Sinne versteht, ist ein Theil des Königreichs Sachsen, enthält dieÄmter Plauen, Pausa und VoigtSberg, und steht unter einem Kceishauplmannund einem Amtshauptmann. Nach der Beschaffenheit des Bodens theilt manihn in das Wald- und Landrevier. Zu ersterm gehört das bergige und waldigeLand an beiden Seiten der Mulde, in der Nahe des erzgebirgsschen Kreises. Indem Landrevicre, zu welchem dieGegenden um Plauen und Ädorfgehören, bildetdie weiße Elster das Hauptthal. In dem erstem ist die Viehzucht, in letzterm derGetreidebau wichtiger. Die Waldungen sind ansehnlich. Der Obstbau ist nichtbedeutend, aber der Flachsbau beträchtlich. Bon Mineralien findet man vorzüg-lichKupfer, Eisen und Alaun, Kalk und Schiefer. Die Baumwollen-, Wollen-und Leinenmanufacturen machen die Hauptbeschäftigung der gewerbfleißigenEinw.aus; die Zeitumstände haben aber diesen Manufakturen Nachtheil verursacht. Dievorzüglichste unter den 15 Städten des Kreises ist Plauen (s. d.). Eine beson-dere Merkwürdigkeit des voigtländischen Kreises ist die Perlensischerei, die, ein lan-desherrliches Regal, seit 1621 gehörig eingerichtet ist und durch veceidetc Perlensü-cher oder Fischer (die Familie Schmerler) betrieben wird. Das Muschellager beimUrsprünge des Flusses Elster, unweit des Dorfes Elster im Amte Voigtsberg, geht

5 M. weit bis Elsterberg. Auch in verschiedene» Bächen finden sich Muscheln, undman hat in einigen derselben Perlenbanke angelegt. Diese Fischerei ist bisweilensehr ergiebig gewesen, und man hat Perlen geliefert, die den orientalischen an Schön-heit nickt, ober nur wenig nachstehen. Örtliche Umstände haben jedoch in neuernZeitendieAnzahlwirklichschönerPerlenvermindert. S.Limmer's„Urkundl.Gesch.