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11 (1830) T bis V
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Voigllanh

schichte des ilmcnauischen Bergbaues" (1820), worin er zugleich dieMöglichkeitcincszweckmäßigen WiedcrangriffS desselben zeigte. Den Abend s. Lebens verschönerteihm die Gewißheit, daß sich fast alle Mineralogen, besonders die französischen, fürs. 40 Jahre lang vertheidigtes Vulkanitätssystem erklärten. Auch als Mensch undBürger war V. ein Biedermann, der zugleich s. trefflichen Gaben für den geselligenUmgang wegen allgemein geschätzt wurde. Als Bürger hat er in s. Wohnorte vielzu guten Einrichtungen beigetragen. Der schöne Felsenkeller zu Ilmenau, dasStraßenpflastcr und eine Chaussee nach Arnstadt sind größtenkheils s Werk. Inseinem Geschäftsleben charakterisiere ihn ein hoher Grad von Ordnung und Recht-lichkeit. Sein Leben war wol eins der beneidenswerthesten und ungetrübtesten, das. glückliches Temperament ihm den heitersten Sinn gewährte. Selbst s. Tod am1. Jan. 1821 war sanft und ergeben. Einen Freund, der ihn in den letzten Stun-den besuchte, bat er lächelnd, noch eine halbe Stunde bei ihm zu bleiben, um ihnsterben zu sehen, und mit der verheißenen Minute entschlief er.

Man darf diesen ilmenauer Gcognosten nicht verwechseln mit dem großherz.sachstn-weimarischen geh. Hofr.v. Joh. Hcinr. Voigt(geb. 175l), der alsPros. der Mathematik und Physik zu Jena, von 1789 bis an s. Tod, d. 6. Sept1823, seinem Berufe als Lehrer mit Eifer und Treue sich widmete. Vorher hatteer an dem Gymnasium s. Vaterstadt Gotha seit 1775 ein öffentliches Lehramt be-kleidet. Dieser fleißige Gelehrte hat Gcundlchren der reinen (1791) und der an-gewandten (1794) Mathematik und mehrepopulaire Schriften überphysikal., astro-nom. und verwandte Gegenstände herausgegeben. Aus s. „Versuch einer neuenTheorie des Feuers, der Verbrennung, der künstlichen Luftarten w." (Jena 1793)scheint Schelling manche Ansichten für s. „Neue Philosophie der Natur" geschöpftzu haben. Auch setzte V. dem Wunsche des geh. AssistcnzratheS Lichtenberg, s.Freundes, gemäß, dessen „Magaz. f. d. Neueste a. d. Naturgeschichte und Physik"seit 1785 allein fort, wovon 1797—1806 12 Bde. in Gotha unter s. N. heraus-gekommen sind. Endlich besorgte V. seit 1775 den astronom.-chronolog. Theildes gothaischen Hofcalenders. — Sein ältester Sohn ist der großherzsgl. S.-wei-marischeHofrath Friedrich Siegmund Voigt, Pros. derMedic. und Bo-tanik, und Director des botan. Gartens zu Jena. S. Schmidt's „N. Nekrologder Deutschen" (Ilmenau 1824).

V oigtla nd (lat. 3'eria Aalvovatorum). So nennt man das Land, wel-ches die ehemaligen Voigte des Reichs, dieVorfahren der jetzigen Fürsten und Grasen

RlUß, besaßen, nämlich: den zum Königr. Sachsen gehörenden voigtländ. Kreis,das Amt Weida und Ziegenrück im jetzigen Großherzogthum Weimar, die Be-sitzungen der Fürsten und Grafen Neuß, die ehemalige Landshauptmannschaft Hof,jetzt zum Obermainkreise des Königreichs Baiern gehörig, und das hcrzogl. sachsin-altenburgische Amt Ronncburg. Vom 11. Jahrh, an gab es in diesem Landstrichekaiserl. Beamte, welche des heil. röm. Reichs Voigte (4,Ivocati) hießen. Advoraliwaren damals gewisse, vom Kaiser ernannte Rcichsbeamte, welche in den Provin-zen die Angelegenheiten und Rechte des Reichs oder auch gewisser Bistbümer undKlöster wahrzunehmen hatten. In der letztem Eigenschaft waren sie Schirmvoigw,in der erstem finden sich Ailvoesti provinoialos in Schwaben, im Elsaß und imVoigtlande. Auch die unmittelbaren Städte erhielten bisweilen vom Kaiser einenVoigt (Arlvooatum), oder einen Schultheiß (8oultetum), bisweilen beide Beamtezugleich. Im letztem Falle hatte der Voigt in Sachen, die Leib und Leben betrafen,der Schultheiß bloß in bürgerlichen Angelegenheiten zu erkennen. — Die Voigte im^ Voigtlande, von denen hier die Rede ist, stammten von einem niedersächsischcnGrafen Eckeörecht von Osterode ab, welcher von 950 — 979 lebte und das Voigt-land erwarb. Seine Nachkommen nahmen sämmtlich den Namen Heinrich an, undnannten sich des heil. röm. Reichs Voigte und Herren, mit dem Zusätze ihrer Be-