Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
753
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Volgl (Joh. Kart Will» 753

mehrmals. Mik Erlaubniß s. Vaters kehrte er nach Jena zurück, um sich ganzden historischen und philologischen Studien zu widmen. Hier entstand durch dieVerschiedenheit der Ansichten Griesbach'S und Luden's in der Kirchengeschichte zu-erst Zweifel, dann eignes Forschen. Der Hauptgegenstand war Gregorius VII.;Luden's philosophischer Geist entschied gegen Griesbach'S außerordentliche Gelehr-samkeit. So sehr auch s. Freunde Griesbach und Luden wünschten, ihn in oderbei Jena zu behalten, mußte er doch dem Rufe Nicmeyer's an das Pädagogium InHalle (Michaelis 1809) folgen, wo er den Unterricht In der alten und ReligionS-geschichte erhielt. Hier begann er die Quellen der alten und mittlern Geschichte zustudircn, und blieb in dieser Hinsicht mit Luden in ununterbrochenem Briefwechsel.Als er hierbei von den Karolingern und sächsischen Kaisern zu den fränkischen unddem Papste Gregor VII. kam, zog ihn der Letztere wieder besonders an, und er be-schloß, s. Leben nach neuen Resultaten zu beschreiben. Den Anfang damit machteer in s. Habilitakionsdisputation 1822: „vo KreZorio 8optimo", nachdem er schon1809 I>. der Philosophie geworden war. Heeren's günstiges Urtheil darüber mun-terte ihn auf, den Gegenstand noch sorgfältiger zu behandeln, und so entstand s.erste schriftstellerische Arbeit: „Hildcbrand als Papst Gregorius VII. und s. Zeital-ter" (Weimar 1815). Mit Unrecht nahm man diese geschichtliche Darstellungdes Papstes für eine Vertheidigung s. Grundsätze und s. Charakter-. — Hieraussammelte er zu einer Geschichte der Hohenstaufen, zu welcher ihm Fr. Roth inMünchen noch unbenutzte Materialien versprach; als aber Friedr. v. Räumer den-selben Gegenstand bearbeiten wollte, gab er s. Unternehmen auf und vollendete nurdie Geschichte des Lombardenbundes. Auf des Hrn. v. Dohm Verlangen, den erpersönlich kennen gelernt hatte, schrieb er s. erste Recension über dessen „Denkwür-digkeiten". Verschiedene Plane zu Reisen nach Italien und in Deutschland, denSchauplätzen s. Geschichtsforschung, zerschlug ein Ruf als Pros. der historischenHülfswissenschaften und als Direclor des geh. Archivs nach Königsberg 1817, nach-dem ihn ohnedies ein Beinbruch zu Fußreisen untauglich gemacht hatte. So ver-ließ er Halle und das Pädagogium, wo er seit 1815 als erster Lehrer und Jnspectoradjunctus war. Während V. sich in Königsberg mit der Geschichte des deutschenRitterordens beschäftigte, gab er 1818 die „Geschichte dcS LombardenbunbeS" her-aus, schrieb 1819 das „Leben des Pros. Chr. Jak. Kraus", faßt« den Plan zu ei-ner größer» Geschichte des deutschen Ordens und bereiste 1820 mit Unterstützungder Regierung zu diesem Ende das Land. 1821 schrieb er: „l)e lneertarumvietste, oder von der Eidechsengesellschaft", einem Rittervereine, der, wie V.bewies, den Abfall Westpreußens von dem deutschen Orden an Polen bewirkte.Hierauf ward er zum ordentl. Pros. der mittlern und neuern Geschichte an derUniversität Königsberg und zum geh. Archivdircctor ernannt. 1828 gab er in Ver-bindung mit F. W. Schubert die „Jahrbücher, oder die Chronik Joh. Lindenblüte'-(Johannes von der Pusilie), Officiats von Riesenburg" heraus. Dann erschien(Königsb. 1824) s. „Geschichte Marienburgs" (s.d.) und s. „Geschichte Preu-ßens von den ältesten Zeiten bis zum Untergänge der Herrschaft des deutschen Or-dens" (1 .—4. Bd., Königsb. 1827-30).

Voigt (Johann Karl Wilhelm), grossh. sachsen-wcimarftcher Bcrgrath, geb.d. 20. Febr. 1752 zu Alstädt, erhielt in Kloster-Roßleben s. Schulbildung und stu-dirte von 1773 — 75 in Jena die Rechte. Aber-s. Neigung zu den Naturwissen-schaften und besonders zur Mineralogie, welche durch die Bekanntschaft des nach-maligen Oberberghauptmanns v. Trebra unterstützt wurde, führte ihn seiner wah-ren Bestimmung zu. Hr. v. Trebra nahm ihn 1776 mit auf die Bergakademienach Fceiberg, wo er sich der Gunst eines Ponikau, Mende und Werner erfreute.Hier und aufs. Bereifungen des sächsischen und böhmischen Erzgebirges, besondersbei s. Untersuchungen der dortigen Basaltberge, legte er den Grund seines WissensConv.-Lex, Siebente Anst. Bd. XI. h 48