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Vogler
durch Ackerbau und widmet s. Zeit und s. Vermögen landwirthschaftl. Versuchen.Sein großes, schönes Landgut Flottbcck gleicht einer Manufaktur, wo Jeder sein be-stimmtes Geschäft hat. Er selbst, über 70I. alt, arbeitet täglich 12 Stunden undgibt den Seinigen das Beispiel eines genügsamen und thätigen, wahrhaft patriar-chalischen Lebens. In einem Tagebuche zeichnet er s. Erfahrungen auf. Hr. v. V.hat um solcher Philanthrop. Zwecke willen mehrjährige Reisen gemacht. Bekannt ists. Antheil an der ersten Einrichtung der Armenanstalten zu Hamburg, welche auchan a. O-, vorzüglich in Wien, wo er deßhalb eine Zeit lang sich aufhielt, nachgeahmtwurden. Dieser um die Sache der Menschheit und um s. Mitbürger hochverdienteAgronom gibt jetzt eine „Samml. landwirthschaftlichcr Schriften" (Hamb. 1825,1. Bd.) heraus, worin er s. reichen Erfahrungen niedergelegt hat.
Vogler (Georg Joseph), ein in der Geschichte der Tonkunst merkwürdigerMann, geb. zu Würzburg 1749, war einer der spekulativsten und scharfsinnigstenTongelehrten, mit den ausgebreitetsten Kenntnissen aller Art ausgerüstet, ein großerClavier- und noch größerer Orgelspieler, ein origineller gründlicher Compvnist undein rastloser Forscher im Gebiete der Tonkunst, aber nicht frei von Eigensinn, Pe-dantiSmus und mancherlei Seltsamkeiten. Sein Vater war ein Gcigcnmacher inWürzburg, wodurch er mit vielen Tonkünstlern bekannt wurde. Sein Genie ent-wickelte sich früh, und schon in seinen Universitätsjahren (er studirte in s. VaterstadtPhilosophie und in Bamberg das öffentliche und kanonische Recht) zeichnete er sichals Elavier- und Orgelspieler aus, und zeigte auch schon damals durch mehre wohl-gelungcne Versuche s. Beruf zum Komponisten. Da nachher der Wunsch, in s. Va-terlands eine Anstellung zu finden, nicht erfüllt wurde, ging er nach Manheim, woihn der damalige Kurfürst, Karl Theodor, gut aufnahm und ihn um 1773 nachBologna schickte, um daselbst bei dem berühmten P. Marin! den Kontrapunkt zustudiren und den Kirchcngesang in seiner wahren Würde kennen zu lernen. Da D.Martinas System mit s. Grundsätzen nicht vereinbar fand, so verließ er diese Schuleund ging nach Padua zu dem P. Valotti, um s. Studium bei diesem zu vollenden,und trieb daselbst nebenbei auch Theologie. 1775 oder 1776 kehrte er nach Man-hcim zurück, erhielt daselbst die Direktion der Kapelle und stiftete s. bekannte Ton-schule, worin er öffentliche Vorlesungen über Musik hielt. Von 1780 an war ergrößtenthcilS auf Reisen durch Deutschland, Frankreich, Holland, Dänemark,Schweden, England, Spanien, ja (wie Gerber berichtet) selbst nach Griechenlandund Afrika. Überall fand er als Orgelspieler Beifall und Auszeichnung, nur er-regten die musikalischen Malereien, zu denen er sich im Streben nachdem kharak-teristischen verirrte, und die ihm bei Einigen den unverdienten Anschein der Markt-schreierei gaben, häufig Tadel und Mißbilligung. So kündigte er z. B. an, er werdeein Gewitter, eine Seeschlacht, den Einsturz der Mauern zu Jericho, das Reis-stampfen der Afrikaner u. s. w. auf der Orgel darstellen, was natürlich die Musikfür sich nicht schildern kann. 1786 ward er in Stockholm als königl. Kapellmeisterangestellt, was ihn jedoch keineswegs hinderte, s. Hang zu Nachforschungen durchfortgesetzte Reisen zu befriedigen. 1790 reiste er nach London und ließ sich daselbstauf dem von ihm erfundenen Instrumente, Orchestrion, hören. 1791 durchreiste erdie Rheingegenden und Schwaben; 1792 ließ er sich in Hamburg auf der Orgelhören, und kehrte um 1793 nach Stockholm zurück, woselbst er 2 Jahre lang Vor-lesungen über die Harmonie hielt. Hierauf reiste er 1795 abermals nach Paris,kehrte aber bald zurück. 1799 verließ er Stockholm für immer mit einer lebens-länglichen Pension von 500 schweb. Thlrn., ging auf einige Zeit nach Kopenhagen,wo er s. ..Hermann von Unna" aufs Theater brachte, verweilte während der Heraus-gabe s. Choralsystems (Kopenh. 1800) einige Zeit in Alton«, und kam 1800 nachBerlin, wo er mehre Orgclconccrte gab und die Orgel der Marienkirche nach seinemSimplificationSsystem einrichtete. 1801 ward er in Prag als ordentl. öffentlicher