Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
749
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Vogelfrei Voght 749

es bei ökonomischen nnd militairischen Rissen und Zeichnungen hauptsächlich aufTotalübersicht und Fiachenraumvcrhallniffc ankommt, so wählte man ausschließlichdiese Ansicht dazu. Allein die Darstellung der Berge mit ihren so wichtigen Höhen-unterschieden und steilem oder flächcrn Abhängen war und ist zum Theil noch eineschwer zu überwindende Schwierigkeit bei der vcrticalen Ansicht. Lehmann (s d.)versuchte in s. Theorie der Bezeichnung schiefer Flächen die Aufgabe zu lösen, indemer sich gewisser katoptrischer Satze bediente und bei angenommener vertikaler Be-leuchtung der Berge aus der Starke oder Schwäche der Beleuchtung die Größe desBöschungswinkels, mithin die steilere oder flachere Abdachung der Berge zu ermessenlehrte, und von ö zu ü Grad mit einer Genauigkeit durch dünne oder dickere, dichteroder weiter von einander abstehende Striche ausdrückte, die allerdings ein scharfesmathematisches Auge und große Fertigkeit verlangt. Andre pflegen hierbei willkür-licher zu verfahren und theils durch dunklere oder lichtere Abtuschungen, theils durchschwächere oder stärkere Federstriche die Bergabhänge zu schatriren nnd dem Beschauerein ungefähres Bild der Gegend zu geben, aus dem er, wenn er der Bezeichnungs-manier des Verf.rtigcrs kundig ist, allenfalls abnehmen kann, daß eine Bergkuppehöher ist als die andre, ein Bergrücken steiler abfallt als der andre. Noch Andre be-gnügen sich bloß, das Dasein der Berge durch Striche anzudeuten oder auch Leh-mann's Manier zu verändern, ohne sic zu vervollkommnen. 5.

Bogelfrci ist Derjenige, welcher des Schutzes des Rechts so ganz beraubtist, daß ihn Jeder ungestraft tödtcn kann, oder daß Alle aufgefodert werden, ihnlebendig oder rodt zu ergreifen (oourr«-. zu»). Jenes geschah sonst bei der Acht (s. d.),das Letztere wurde von den Verbündeten gegen Napoleon angewandt, als er vonElba zurückgekehrt war.

Vogelnester (indianische), s. Nester.

Böge sen,-der Wasgau oder das wasgauische Gebirge (franz. los Vosges),sind gewissermaßen eine Fortsetzung des Juragebirges, das Frankreich und dieSchweiz trennt. Sie fangen in der Gegend von Belfort, im ehemaligen Sund-gau, an, trennen d.n, Elsaß von Lothringen, und wenden sich in die deutschenRheinprovmzen, wo sie sich nordöstlich, unt. d. N. Hundsrück, an dem Rhein undder-Mosel endigen, und nordwestlich unt. d. N. Ardennen in das GroßhcrzvgthumLuxemburg ziehen Bei Eisaß-Zabern (Saverne) hat dieses Gebirge die geringsteBreite, und es ist da der bequemste und kürzeste Übergang aus Lothringen nach demElsaß. Die höchsten Gipfel dieses Gebirges sind der Bölch im Oberelsaß, welcher4320 F. über der Meeresfläche erhaben ist, und der Odilienberg. Die Vogesenerheben sich mehr sanft als steil, und sind an der Ost - und Südseite häufig mitWeinbergen versehen. Sie sind reich an Wild und Geflügel, besonders aber anSilber, Kupfer, Eisen, Blei, Kpicßglas, Steinkohlen, Holz und schönen Viehwei-den. Mau treibt daher gute-Wehzucht und bereitet gute Käse, welche unt. d. N.der Münsterkäse verkaufe werden. Die Jll, Lauter, Mosel, Meurlhe, Saar unddie Saonne entspringen auf diesem Gebirge. In dem franz. Depart. desVvs-ges, das davon s. Namen hat, und dessen Hauptort Epinal ist , liegt das Städt-chen Plombieres mit 1200 Einw. , welches wegen seiner warmen heilsamen Bäderschon von alten Zeiten her berühmx ist.,

Boght (Kaspar, Freih. v.), Erbherc aufFlottbcck, ein Philanthrop, der durchdie von ihm bei Altvna und Hamburg gegründete Ackerbaucvlome, wie Fellcnberq inHofwyl(s.d), wieOwcn in New-Lanark(s.d.), wie Herr de laRochefoucauldauf s. Landgute Liancourt, wje Matthieu dc Dombasle auf s. Vsrsuchsmeierhofe zuRoville bei Nancp, wie Obcrlin zu Ban de la Röche im Elsaß, wie die Gründer derniederländ Annencolonien (vgl. Fredcriksoort), wie die der Ackerbauschule imErnten Balcl, zu Blästhof, Linth rc. u. A. m. um die ärmere Elaste seiner Mitbürgersich große Verdienste erworben hat. Er unterhält in s. Nahe an HO arme Familien