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11 (1830) T bis V
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Vogelblick

chen seine Eier; mehre Wasservögel legen nur eins, die Raubvogel 2, die Krähenund Raben 4, die Meisen 8—12, die Haushühncr 40—50. Wie die Nester anForm, Einrichtung, Materialien u. s. w. verschieden sind, so sind es noch mehr dieEier an Größe, Gestalt, Farbe und dergl., eigenthümlich jeder Gattung. Hat dieWärme des brütenden Weibchens (bei einigen Gattungen löst das Männchen seinWeibchen in diesem Geschäfte ab) den Keim im Ei entwickelt und gezeitigt, brichtdas Junge aus der Schale hervor, so ist die Liebe, Zärtlichkeit und Sorgfalt zu dem-selben nicht minder bewunderungswürdig. Die Mutter wärmt die nackte Brüt mitihren Federn, der Vater bringt ausgesuchtes Futter herbei, die schwache Schwalbevertheidigt sich und ihre Kinder, oder stirbt mit denselben, die Haushcnne läuft mitAngstgeschrei an dem Teiche auf und ab, wenn die von ihr ausgebrüteten jungenEnten ihr Instinkt in das ihnen gefahrlose Element ruft. — Das Alter der Vögelist in Betracht ihrer Größe von längerer Dauer als das Lebensziel der Säugthiere.Kleine Singvögel sind in der Gefangenschaft 20—24 Jahre alt geworden. Rabenund Papageien schreibt man besonders ein hohes Alter zu. — Blumenbach setzt9 Ordnungen der Vögel fest, die er unter 2 Hauptabtheilungen bringt. I. Land-vögel: 1) Raubvögel (avoipitres), mit krummen, starken Schnäbeln, meist kur-zen, knorrigen Beinen und großen, gebogenen, scharfen Klauen; 2) Leichtschnäbel(levirostres), mit kurzen Beinen, meist großen, dicken, aber hohlen Schnäbeln;3) Spcchtarkige (pioi), mit kurzen Beinen, Mittelmäßig langen und schmalenSchnäbeln, und theils wurm -, theils fadenförmiger Zunge; 4) Krähcnartige(vornoes), mit kurzen Beinen, mittelmäßig langem und ziemlich starken, obenerhabenen Schnabel; 5) Sperlingsartige (passeres), mit kurzen Beinen undmehr oder weniger kegelförmigem, zugespitzten Schnabel von verschiedener Längeund Dicke; 6)Hühnerartige (gsllmne), mit kurzen Beinen, oben etwas erhabenemSchnabel, der an der Wurzel mit einer fleischigen Haut bewachsen ist; 7) Strauß-arlige (strutliiooes), die groß und zum Fluge nicht geschickt sind. 1l. Wasservögel:8) Sumpfvögel (grsllae), mit langen Beinen, langem, fast walzenförmigemSchnabel und meist langem Halse; 9) Schwimmvögel (anseres), mit Ruder-füßen, stumpfem, mit Haut überzogenem, am Rande meist gezähneltem Schnabel,der sich an der Spitze des Oberkiefers mit einem Häkchen endigt. — S. I. Wolfund I. F. Frauenholz, „Abbildungen und Beschreibungen der in Franken brüten-den Vögel" (Nürnb. seit 1799, Fol. und 4.); „Deutsche Ornithologie", herausgeg.von Borkhausen, Lichthammer und Becker (Darmstadt, seit 1800, Fol.); Ehrist.Ludw. Brehm's „Lehrbuch der Naturgeschichte aller europ. Vögel" (Jena 1823,2Thle.); „8^st«mn nviuin", von !). Joh. Waglcr (Stuttg. und Tüb. 1827,1 Bd., enth. 635 Arten). Über die amerikan. Vögel ist Wilson'S und Karl LucianBonaparte's in Philadelphia 1826 herausgeg. „Aiueriorrn ornitbolog^" (4.) einHaupt- und zugleich ein tppograph. Prachtwerk. Der 1. Bd. enthält die Landvögel;der 2. die Wasservögel, und der 3. diejenigen Gattungen von beiden Arten, welcheTitian Pcale in den Floridas beobachtete. In Paris geben der gelehrte HolländerTcmmink und der 1829 neugewählte Deputirte von Arles, Meiffren Laugier, Bar.v. Ehartrouse, ein ornithologisches Prachtwerk heraus. Über die schwedische Orni-thologie s. des als Orientalisten und Ornithologen berühmten, am 2. Oct. 1829 zuUpsala verstarb. I). S. Oedmann Schriften.

Vogelblick, Vogelansicht, Vogelperspective, vertikale Ansicht,vue Avises», nennt man dieAnsicht der Dinge, insbesondere einer Gegend, wo dasAuge senkrecht über jedem Punkte schwebend angenommen wird. Eine Zeichnungnach dieser Ansicht gibt gewissermaßen dcnGrundriß einer Gegend. Der Blick über-sieht hier das Ganze sowol wie die einzelnen Theile desselben auf einmal, kein Ge-genstand verdeckt den andern, alle horizontalen Winkel und Entfernungen lassen sichgenau ermessen; hingegen erscheinen nie Seitenansichten und Höhcmvinkcl. Da

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