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Vogel
Portraits der interessantesten lebenden bildenden Künstler und a. merkivürdigenMänner, die er selbst im Umgänge mit diesen Zeitgenossen, auf seiner Hin- undHerreise von Petersburg bis Neapel gezeichnet hat. Eine solche Originalsamm-lung von Charakterköpfen darf nicht zerstreut werden; sie muß als ein Ganzes aufdie Nachwelt kommen und wird einst die schönste Zierde jedes Kunstcabinels sein.Mehre davon, wie Göthe, Canova, Jean Paul, Böttiger, kennt man bereits ausden Kupferstichen der „Urania". 20.
Vogel. Die Vögel machen nach der systematischen Eintheilung der Thier-welt die zweite Classe aus. Sie haben, wie die Saugthiere, eine Lunge und war-mes Blut, unterscheiden sich aber von denselben dadurch, daß sie durch Eierlegenund Ausbrüten sich fortpflanzen, sowie durch ihren eigenthümlichen Körperbau, derbei der ganzen Classe vcrgleichungsweise sehr ähnlich bleibt, und als charakteristi-sches Merkmal die 2 Flügel und 2 Beine, den Schnabel von Hornartiger Masseund die Fedcrbekleidung hat. Der Rumpf der Vögel gleicht mehr oder minder einemSchiff oder Kahne, da sie bestimmt sind, entweder in der Luft oder im Wasser zuschwimmen. Eigenthümlich noch ist die Beschaffenheit der Knochen; sie sind dünn,leicht, zum Theil hohl und mit Lust angefüllt, angemessen der Bestimmung deSThieres, leicht durch die Luft zu schweben, wozu die Flügel die eigentlichen Werk-zeuge sind. Jeder Vogelflügel ist aus 12 Knochen zusammengesetzt, wovon einerden Hinterarm, 2 den Vorderarm, 2 die Handwurzel und 2 die Unterhand, an wel-cher der Daumen und 2 Finger sitzen, bilden. Diese sind sämmtlich durch festeSehnen verbunden, mit Haut und Muskelfleisch überzogen, und Schwung- undRuderfedern daran befestigt. Der ganze Flügel kann wie ein Fächer ausgebreitetwerden; der Vogel thut es, wenn er sich in die Luft erhebt, und schlägt damit dieLuft, die durch die dicht aufcinanderliegenden Schwungfedern nicht durchdringenkann. Die Größe der Flügel steht mit der Größe des Vogels nicht immer im Ver-hältnisse , sondern richtet sich vielmehr nach der Lebensweise desselben. So habendie Raudvögel, die Schwalben u. s. w., welche lange in der Luft schweben müssen,viel größere Schwingen als die Wachteln, Haushühner u. s. w. Dem Strauß,dem Kasuar und den Pinguinen fehlen die Schwungfedern gänzlich. — Der Flugdcr'Vögel unterscheidet sich sehr von dem Fluge der Fledermäuse, Insekten und a.fliegenden Thiere. Manche, wie die Adler und Falken, schwingen sich kühn undleicht bis über die Wolken empor, wo kein Auge sie mehr erreicht, und schwebenviele Stunden lang ohne sichtbare Anstrengung in der Luft. Auch die Schwalben,Lerchen und einige andre schwimmen ohne viele Bewegung, weithin in der Luft;andre, wie z. B. die Sperlinge, haben einen flatternden Flug; die einen, z. B. dieEulen, fliegen leise und kaum hörbar; andre, wie die Rebhühner u. s. w., mit lau-tem Geräusche. Wankend und zitternd, wie der erste Gang des Kindes, ist derFlug des jungen Vogels; man merkt es deutlich, daß er angstvoll den nächsten Astoder Balken sucht, und schnell ermüdet. Nicht die Flügel allein machen dem Vogeldas Fliegen möglich, auch der leichte Bau der Glieder und die Luftgefäße in sei-nem Körper, die er nach Willkür füllt und leert. Hals und Schwanz dienen ihmgleichsam als Steuerruder. — Die Beine sind bei verschiedenen Gattungen dieserClasse so vielfach gestaltet, daß mehre Naturforscher einen eignen Eintheilungs-grund in ihrer Verschiedenheit finden wollten. Bald zum Wohnen auf Bäumen,bald zum Schwimmen, bald zum Laufen u. s. w. eingerichtet, entsprechen sie genauden Bedürfnissen jeder Gattung. — Der Schnabel, von eigenthümlicher Gestalt,bald gerade, bald unterwärts oder aufwärts gebogen, bald rund, bald platt, kegel-,keil-, hakenförmig u. s. w., dient dem Vogel, seine Speise zu fassen, sie zu schälenoder zu theilen, Materialien zum Bau des Nestes, Furter für die Jungen her-beizubringen, mit den Krallen und Flügeln als furchtbare Waffe bei den Raubge-schlechtern. — Die Bekleidung der Vögel, die aus verschieden gebildeten Federn