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Bogel (Karl Cyristian)
war V. einfach, bescheiden und kindlich. Sein sprechend ähnliches Bildniß, ein mei-sterhaft ausgeführtes Kniestück, gemalt von seinem Sohne 1812, befindet sich imBesitze der Familie. Unter seinen Schülern nennen wir H. Georg: in Leipzig. 20.
Vogel (Karl Christian), des Vorigen Sohn, Pros. an der königl. Kunst-akademie zu Dresden und königl. sachs. Hofmaler, Mitglied der königl. Akademieder Künste zu Berlin, geb. zu Wildenfels d. 26. Juni 1788, erhielt den ersten Un-terricht in der Kunst von seinem Vater und studirte auf der Akademie zu Dresden.Schon damals erkannte man in seinem Portrait des in Dresden lebenden Sprach-gelehrten Lindner (Kniestück in Ol) das Talent, mit welchem der junge Künstlerdie feinste Individualität scharf und klar aufzufassen und ebenso treu als künstlerischdarzustellen verstand. 1808 ging Karl V. nach Petersburg, wo er 4 Jahre langPortraits malte, unter A. den Grafen Joseph de Maistre (s. d., Vers. der„Soirevs") und den Herrn v. Caulaincourt, franz. Botschafter am russischen Hofe.Am Ende 1812 kehrte er nach Dresden zurück. Von 1813 an lebte V. 7 Jahrezu Rom, Neapel und Florenz, in welcher Zeit er auch zur kathol. Kirche überging.In Rom, wo man des jungen sächsischen Meisters Virtuosität öffentlich aner-kannte, malte er für den König von Sachsen das Portrait des Papstes Pius VII.(sitzend); ebenso den berühmten Thorwaldsen, ein Meisterwerk, und in ganzer Fi-gur den König Ludwig von Holland. 1820 folgte V. einem Rufe »ach Dresden,wo er an des ermordeten Gerh. v. Kügelgen Stelle als Professor bei der Akademie,und nachdem er das Brustbild des Königs von Sachsen gemalt hatte, 1824 alsHofmaler angestellt wurde. Der Auftrag, weßhalb man ihn von Rom zurückgeru-fen, bestand in der Ausführung der Deckengemälde des wiederaufgebauten königl.Schlosses zu Pillnitz, nach der von ihm selbst angegebenen Idee. Fünf einzelneSkizzen davon, die Philosophie, die Skulptur und die Tonkunst, sind von Krüger,die Architektur ist von Thäter, die Poesie von Ncindel in Nürnberg- und die Ma-lerei von Stölzel in Kupfer gestochen. Über den ganzen sinnvollen Cyklus der ge-kämmten Kunstwelt, den Liebe, Philosophie, Poesie und Anmuth schützend um-schweben, hat das „Kunstblatt" 2 interessante Berichte gegeben. Von V.'s histo-rischen Bildern nennen wir: die Versuchung auf dem Berge, für die Kirche zuWildcnfels; die Taufe; die Verkündigung und das Crucifix, letzteres für denDomherrn von Ampach. Das Portrait des Königs von Sachsen hat er 1825 auchin ganzer Figur gemalt; die Bildnisse des Königs und der 1826 verstarb, königl.Prinzessin Kunigunde wurden unter f Leitung auf Stein gezeichnet und in Ham-burg gedruckt. Von 1826 — 29 hat V. das Leben der Maria in der neuen königl.Capclle in Pillnitz gemalt: das erste Werk »I kresc» seit 100 Jahren in der sächf.Kunstwelt. Es besteht aus 9 großen Gemälden. Der Plafond enthält den Tod,die Himmelfahrt und den Tod der Maria. V. hat sich in Italien dem neuerwachtenKunststreben angeschlossen, ohne sklavische Nachahmung der Alten; er behauptetin dieser Schule eine ausgezeichnete Stelle, und mehr als eine schöne Frucht desechten Strebcns der neuen Schule, die aus dem wahren Brunnen der ältern Kunstzu schöpfen weiß, ist auf V.'s Staffelei gereist. Wenige haben die Werke der altenMeister und die Geschichte des Kunstlebens, von Gictto an bis auf Rafael undGiuljo Romano, mit so besonnenem Fleiße studirt als er. Den Vasari in derHand, suchte er, keine Mühe scheuend, an allen Orten, in Kirchen, Palästen undKlöstern, die Werke jener alten Meister auf: Werke, die zum Theil vergessen oderunbekannt sind und zum Theil dem Untergänge entgegeneilen. Sorgfältig ihre Lei-stungen beobachtend, suchte V. in jedem den Kunstcharakter seiner Zeit zu erfor-schen, und zeichnete Alles sehr genau, was man nicht in Kupferstichen hat. SeinPortefeuille enthält daher eine in ihrer Art einzige Sammlung von Skizzen, wel-che, durch deS Meisters Erklärung belebt, die vollständige Geschichte des ganzenKunstlebsnö jener echten Kunstzcit darstellen. Noch besitzt V. eine Sammlung von