Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
739
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Vittoria (Schlacht bei) Vi'viani 739

Kriegsminister Manoel Gcmez Pedrazza. das Haupt der u. d. N. Escocesos be-kannten Partei. 20.

V ittoria (Schlacht bei), den 21. Juni 1813. In der Mitte des Febr.1813 kamen die Nachrichten von Napoleons Unglück auf Rußlands Eisfeldernnach Spanien zu dem franz. Feldherrn, mit der Weisung, Alles, was nur anTruppen entbehrt werden könnte, nach Deutschland abzusenden. 30,000 M.Keintruppen gingen in Eilmärschen dahin ab, allein ihr Abgang nöthigte zugleichdie Franzosen, die schon im vorigen Jahre unter Marmont eine furchtbare Nieder-lage erlitten hatten, mit Aufgebung von Madrid hinter den Ebro zurückzugehen.Wellington folgte ihnen aufdem Fuße nach und ging den 15. Juni über den Ebro,ohne daß es bedeutende Gefechte gegeben hätte. Endlich standen beide Heere auf dergroßen Ebene von Vittoria einander gegenüber. Die Franzosen, vom König Josephund von Jourdan befehligt, lehnten ihren linken Flügel an eine sanft HinstreichendeHügelkette, den rechten an V., vor sich den Zadorabach, den eine Höhe bestrich,worauf ihr Mittelpunkt stand. Am 20. vereinigte Wellington alle seine Colonnen,und ließ am 21. mit Tagesanbruch den General Hill die Zadora überschreiten undden franz. Mittelpunkt angreifen. Er wurde bald zumckgedrängt, aber die ihm zu-geführtcn Verstärkungen machten den Kampf hartnäckig und blutig. Mittlerweilekam der General Graham, auf dem rechten Flügel, dergestalt den Franzosen inden Rücken, daß ihnen die gerade Straße nach Bilbao abgeschnitten ward, und siezum Rückzüge nach Pampeluna gezwungen wurden, den sie nach dem Verluste desganzes Geschützes und Gepäckes in der schrecklichsten Unordnung mit dem Eintritt«:der Nacht antraten. Sie waren des Sieges so gewiß gewesen, daß für nichts Sorgegetragen war, und daher eine Menge Ofsicicrsfcauen, sowie das ganze Gepäck Jo-sephs, den Engländern in die Hände fielen. Aufdem Schlachtfelds lagen 15,000Todte und Verwundete; 3000 Franzosen wurden gefangen. Die Engländer nah-men 151 Kanonen, 400 Kriegswagen und die Kriegscafse. Die Franzosen rette-ten nur Eine Kanone, die sie noch in Pampeluna zurückließen. Die Beute derEngländer war unermeßlich. Da jedoch am Tage nach der Schlacht der franz. Gene-ral Clauzel mit 2 Divisionen Truppen bei Vittoria eintraf und sehr geschickt sich aufSaragossa zurückzog, so war die Verfolgung minder mörderisch, und die Trümmerdes franz. Heeres konnten sich am Fuße der Pyrenäen sammeln, wo sie Soult wie-

! der ordnete und Wellington aufzuhalten strebte, so weit dies möglich war. Der brit.

' Feldherr konnte aber schon darum nicht seinen Sieg rasch verfolgen, weil MarschallSuchet, nach der verunglückten Unternehmung des engl. Generals Murray aufTarragvna, in Valencia, und General Maurice Matthieu in Barcelona sichnoch behaupteten. Die Kriegsberichte über die Schlacht bei Vittoria, welche die Be-freiung der Halbinsel von der franz. Herrschaft entschied, findet man in der Schrift:„Arthur, Herzog von Wellington, nach engl. Quellen" (Lcipz. 1817).

^ Viviani (Vincenzo), ein berühmter italienischer Mathematiker, geb. zu Flo-

renz den 3. April 1622. Von seinem 16. Jahre an trieb er mit dem größten FleißeGeometrie, und machte darin .solche Fortschritte, daß der große Galilei sich bewo-gen fand, ihn in seinen besondern Unterricht und gewissermaßen als Sohn anzu-nehmen. Nach Galilei's Tode machte er den Plan, die verloren gegangenen 5 Bü-cher des alten griech. MathematikersAristäus über die Kegelschnitte („virinatioiu^ristaeuin", Ausg. v. 1701, Fol.) und das bis dahin ebenfalls für verloren ge-haltene 4. Buch des Mathematikers Apollomus aus Perga, gleichen Inhalts (,.I)i-vinatio in guartuin Oonieoruin «IpoIIonii?orF»ei," 1659, Fol), zu ersetzen. Alsnach einiger Zeit das ganze Werk des Apollonius in einer Bibliothek zu Florenz ent-deckt wurde, zeigte sich bei der Vergleichung, mit welchem Scharfsinn V. die Mei-nung des griech. Mathematikers getroffen, und sie selbst noch besser ausgeführthatte. 1666 ward V. erster Mathematiker des Großherzogs Ferdinand II. zu Flo-

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