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zu Verona, der zu den Zeiten August's und Tiber's lebte. Von seinen Lebensumstän-den weiß man nichts Bestimmtes. Er ist unS durch sein Werk über die Baukunst in10 Büchern bekannt geworden; die einzige Schrift dieser Art, welche aus dem Alter-thume zu uns gekommen ist. Obgleich man seine Schreibart als geschmacklos tadelt,so wird das Werk doch wegen seines Inhalts geschätzt. Die besten Ausg. sind von deLaek (Amst. 1649, Fol.), o. Rode (Berl. 1800 — 1, 2 Bde. 4., u. 1 Bd. Fol), v.Schneider (Lpz. 1807 — 8,4 Bde.) und v. Stratico (Öttingen 1826 — 28,4 Bde).Eine gute deutsche Übers. von Aug. v. Rode in Dessau (Leipz. 1796); ital „Dell-«rvkitottura <ii N. Vitruvio koilione, I,. X", von Earlo Amati (Mailand 1829fg., 4., m. Kpf.). Zu gleicher Zeit erschienen auch Übers. des Vitruv von Viviani inUdine und von Marini in Rom.
Viktoria (Fernandes de Guadeloupe), auch Victoria, General und bis1828 Präsident der Regierung der Verein. Staaten von Mexico, ist aus Durangvin Ncuspanien geb. und stammt aus einer dort angesehenen Familie. Als hie Rcvo-lulion 1810 ausbrach, hatte er eben seine Studien vollendet und beschloß, an derBefreiung seines Vaterlandes vom span. Joche thätig Theil zu nehmen. GlänzendeErfolge wechselten mit Unfällen; der span. Vicekönig setzte einen Preis auf seinenKopf. Da flüchtete sich V. in die Wälder von Talapa und hielt sich 80 Monatelang verborgen. Hier mußte er längere Zeit sein Leben mit Pflanzen und Insektenfristen, weil jede Verbindung mit seinen Landsleuten ihm und Andern gleich ge-fährlich war. In Folge großer Gemüths - und Körperleiden befiel ihn das Fieber;er lag 14 Tage ohne alle Nahrung am Eingänge einer Höhle auf der Erde und er-wartete stündlich sein Hinscheiden. Über ihm schwebten Geier, auf seinen Tod har-rend, um ihn zu verzehren. Seine erste Nahrung war das warme Blut eines die-ser Vögel, welcher ihm des Fraßes halber sein halbgeschlossenes Auge aushackenwollte. Er faßte jedoch das Thier im Nacken, und diese Stärkung durch Vogeiblutsetzte ihn in Stand, nach einer nahen Quelle zu kriechen und dort seinen glühendenDurst zu löschen. Nach der Vertreibung der Spanier entdeckte ein alter getreuerIndianer seinen Zufluchtsort, konnte aber kaum seine Person wiedererkennen, daer einem menschlichen Wesen fast nicht mehr ähnlich sah. V. war kaum hergestellt,als er aufs Neue in den Reihen der Tapfern erschien. Während des langen schwerenFreiheitskampfes hat sich kein Eingeborener sowie er ausgezeichnet und das Zutrauens. Mitbürger allgemeiner erworben Mit Jturbide (s. Mexico) lange Zeit verbun-den, erklärte er sich gegen ihn, sobald er wahrnahm, daß dieser Günstling deSGlücks Napoleons Kaiscrrolle in Mexico spielen wolle. Er enthüllte dessen ehrgei-zige Entwürfe, wurde aber auf Jturbide's Befehl verhaftet. Seine Freunde jedochgaben ihm Gelegenheit, aus dem Gefängniß zu entkommen und sich ein zweitesMal in den Wäldern zwischen Lalapaund Veracruz zu verbergen. Nach Jturbide'sSturze (am 20. März 1823) trat V. wieder als General der Republik auf. Am7. Nov. 1823 übertrug der Congreß ihm und den Generalen Brave undNegretedie vollziehende Gewalt. Bravo wurde späterhin zum Dictator ernannt. Nach Voll-endung der Verfassung aber wählte man den General V. im Sept. 1824 zumPräsidenten der Centralregierung des neuen Bundesstaates, und am 4. Oct. über-gab ihm der Präsident des Congresses, Herr Vargas, die Regierung; auch verliehihm der Congreß die unumschränkte Gewalt, alle ihm verdächtige Fremde aus derRepublik zu verweisen. Vicepräsident wurde der General Nic. Bravo. (S. Süd-amerikanische Revolution.) V. wünscht mit voller Seele seinem Vater-lande eine vernünftige Freiheit; er ist kalt und entschlossen in der Stunde der Ge-fahr; als Staatsmann leitet ihn die Überzeugung, daß eine engere Verbindung mitGroßbritannien für Mexicos politische Befestigung ebenso von wesentlichem Nutzensei. wie für dessen Handelszwecke. — Mehr über ihn sagt Will. Bullock in seinen„8ix montk« in »lexicv " (Land. 1824). — 1828 folgte ihm als Präsident der