Vitcllius V-truvius 737
Vitcllius (Aulus), einer der verworfensten Fürsten, die auf dem Throneder Cäsaren zu Rom gesessen haben. Aus einem der angesehensten röm. Geschlech-ter entsprossen, in der Schneeigere! erzogen, und durch die zügellosen Sitten andem Hofe der ausschweifenden Regenten Caligula, Claudius und Nero noch mehrverderbt, halte er durch niedrige Schmeicheleien sich den Weg zu Ebrenst eilen gebahnt. Nero hatte ihm den Oberbefehl über einige röm. Legionen in Nicdcrdeutsch-land übertragen. Als die Prätvrianer zu Rom den Otho an Galba's Stelle zumKaiser ausriefen, wußte er durch Geschenke und Versprechungen seine Legionen da-hin zu gewinnen, daß sie auch ihn zu dieser Würde ernannten. Es enlstand nunein bürgerlicher Krieg zwischen beiden Gegenkaisern. Nachdem die Legionen desV. in 3 Schlachten von Otho geschlagen worden waren, siegten sie in der 4., undder freiwillige Tod Otho's machte V. zum alleinigen Besitzer des streitigen Throns.Er zog als Sieger in Rom ein. Seine Gewaltthätigkeiten und Ausschweifungenaller Art vergütete er auch nicht durch eine einzige für den Staat heilsame Hand-lung. Die öffentlichen Angelegenheiten waren in den Handen verworfener Men-schen ; er selbst überließ sich einer beispiellosen Schweigern. Eine Regierung dieserArt konnte auch bei einer schon verderbten Nation nicht von Dauer sein. Die Le-gionen, besonders die im Orient, empörten sich und riefen Vespasian zum Kaiseraus. Als V. sich von seinen Gegnern in Rom selbst angegriffen sah, suchte er feigsich zu verbergen, aber erwarb entdeckt, auf eine beschimpfende Art durch die Stra-ßen geschleift, erschlagen, und sein Leichnam in die Tiber geworfen, 69 n. Chr.,im 57. Jahre seines Alters und im 7. Monate seiner Regierung.
Vitriol, die allgemeine Benennung der aus Verbindung der Schwefel-säure mit einer metallischen Grundlage entstehenden Mittelsalze. Drei Sorten Vi-triol kommen gewöhnlich als Handelswaare vor. Grüner Vitriol, Eisenvitriol, Ku-pserwasser, besteht aus Eisen und Schwefelsäure und hat grüne Krystalle, diesich an der Luft mit gelbein Staube überziehen, indem ihr Eisenkalk Sauerstoff an-zieht und aufgelöst wird. Dieses Salz hat die Eigenschaft, in starker Hitze seineSäure zu verlieren, weßhalb man es zur Darstellung derselben (daher Vitriolölgenannt) benutzt. Man bereitet den Vitriol hauptsächlich aus den Eisenkiesen, dieaus Schwefel und Eisen bestehen. Nachdem sie geröstet sind, stürzt man sie aufHaufen und erhitzt sie durch Besprengen mit Wasser. Dieses bildet aus demSchwefel Schwefelsäure, aus dem Eisen Eisenkalk, beide verbinden sich zum Vi-triol, der durch Auslaugen mittelst Wassers, Reinigung durch Absetzen, Einsie-den und Krystallisation dargestellt wird. Blauer Vitriol oder Galizenstein, cypri-schcr oder Kupfervitriol, besieht aus Kupferoxyd und Schwefelsäure, hat sapphir-blaue Krystalle, kommt bisweilen natürlich in Krystallen oder aufgelöst in Cämcrtt-Wasser (zu Neusohl in Ungarn)vor. Sonstbereiket man ihn aus den Kupferkiesen,wie den Eisenvitriol aus den Eisenkiesen, oder man cämentirt Kupfer, auch Mes-sing, mit Schwefel, und löscht die glühenden Bleche im Wasser ab, das sich da-durch mit Vitriol sättigt. Zu Neusohl, Rokhenburg, Marseille, Winterthur,Hof, Goslar wird er hauptsächlich fabricirt. Weißer oder Zinkvitriol, weißer Ga-llenstein , Erzalaun ist schwefelsaures Zink, und kommt im Handel in zuckerähn-lichen Klumpen vor. Zu Goslar wird er aus den Zinkerzen durch Verwittern, Aus-laugen und Krystallisation erhalten; die Krystalle schmelzt man und läßt sie wie-der erstarren. Da die Zinkerze Eisen, Blei, Silber, Kupfer enthalten, so ist die-ses Salz nie rein. — Ein in Salzburg gewonnener Vitriol (der sogen, doppelteAdler) ist ein Gemisch aus Eisen-, Kupfer - und Zinkvitriol. Der admonror auSSteiermark besteht dagegen aus Kupfer- und Eisenvitriol. Zur Schwa.ezfärbereiwerden beide Sorten dem reinen Eisenvitriole vorgezogen; kalte Jnd^cüpe aber undblauer engl. Druck crfodern reinen, nicht verwitterten Eisenvittf.ol. ks.
Vitruvius (Marcus Polliv), ein berühmter rö^„sch„ Baumeister, geb.
Conv. - Sex. Siebente Aufl. Bd. XI. si ^