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wurde. Er lebte daselbst im Schoße einer ausgezeichneten Familie und trieb einHandlungsgeschäft (man sagt Weinhandel); indessen erschienen s. Compositionemimmer noch in Paris im Stich. 1798 aber ward er plötzlich aus London verwie-sen und ging nach Hamburg, wo er sich 1800 auf dem Landsitze eines Freundesaufhielt. Im Winter 18 l9 befand er sich in der Nahe von Paris auf einem Land-gute und übernahm darauf die Dircction der großen Oper, die er aber bald nieder-legte. In der Folge kehrte er nach England zurück, wo er den 3. März 1824 zui London gest. ist. Als der würdigste Schüler Pugnani's hat er dessen gediegeneSchule rein fortgepflanzt und selbst mit der Zeit fortschreitend vervollkommnet.Künstler wie Rode, Alday, Libon, La Barre, Cartier, Bacher, Pixis u. A. m., dieman gegenwärtig unter die größten Violinspieler rechnet, und die durch ihn gebildetwurden, sind Beweise hiervon. Sein Ton war stark und voll, sein Spiel verbandmit Reinheit, Genauigkeit und »«gemeiner Fertigkeit die reizendste Einfachheit.Übrigens war V. ein sehr gebildeter, würdiger Mann von vieler Lebhaftigkeit, besästaber dabei viel Selbstgefühl. Da s. Compositionen, unter welchen s. Violinconcerteund Duetten sich den Violinspielern unentbehrlich gemacht haben, so häufig an al-len Orten nachgestochen und für andre Instrumente zugerichtet worden sind, so isteine genaue Übersicht s. Werke sehr schwer. Nach einer ungefähren Übersicht jedochhat er 27 Violinconcerte, 2 Concertantsymphonien für 2 Violinen, 36Violinduetteund mehre Violinquartette und Trios, 12 Solos für die Violine mit Begleitung^ des Basses, und eine Sammlung Themas mit Variationen herausgegeben. Fürden Gesang sind 2 in Paris gestochene ital. Arien mit Orchesterbegleitung bekannt.Auch sind unter s. Namen Elaviersachen gedruckt worden, die aber vermuthlich nichtursprünglich von ihm selbst fürs Clavier gesetzt waren.
Viper oder Natter, s. Schlangen.
Virgilius (Publius) Maro, der vorzüglichste Dichter der Römer imEpos, in der Idylle (von ihm Ekloge genannt) und im Lehrgedichte, war im I. 70v. Chr. zu Andes, einem Flecken unweit Mantua, geb. Sein Vater besaß ein kleinesLandgut, das er selbst baute. V. besuchte, um sich zu bilden, Cremona, Mailandund Neapel. Durch einen gewissen Syro lernte er die Epikuräische Philosophie ken-! nen, und hatte wahrscheinlich jenen Varus, an den er s. 6. Ekloge richtete, zum Mit-schüler. Man nahm sonst ziemlich allgemein an, daß er die Gedichte, die man unter' der Überschrift „Oatsleeta Virgilii" zusammengefaßt findet, in einem frühern Al-ter schrieb; allein eine ausgebildete Kritik hat gezeigt, daß einige gar nicht von ihmherrühren, andre von unbestimmtem Datum sind. Wenn, wie man glaubt, V. f.eignen Begebenheiten als Tityrus in der 1. Ekloge erzählt, so war er 30 I. alt,als er zum ersten Mal nach Rom kam, um s. Ländereien, welche nach dem Kriegegegen die Republikaner von des Octavius und Antonius Soldaten in Besitz genom-men worden, zurückzuerbitten. Hier ward er von Pollio oder einem andern Beschü-tzer bei Octavius eingeführt und gewann die besondere Gunst des Mäcenas. Aufihre Verwendung ward ihm die Rückgabe s. Guts versprochen. Als er es aber wie-der in Besitz nehmen wollte, widersetzte sich der neue Eigenthümer und bedrohte s.Leben. Erst nach einer zweiten Reise nach Rom und wiederholten Ansuchungen ge-langte er zum Wiederbesitz. Er dichtete um diese Zeit mehre Eklogen, deren 10. undletzte man in s 33. und 34. Lebensjahr setzt. Der Anfang s. „Georgica" (Lehrge-dicht vom Landbau), die er auf Mäcenas's Antrieb unternahm, soll nach den Gram-matikern in s. 34. Jahr fallen. Er arbeitete 7 I. daran, meistens zu Neapel; dochsind diese Angaben unsicher. Gewisser ist, daß die „Aneide" s. letztes Werk war.Er stand jetzt in großer Gunst bei Augustus, mit dem er einen vertrauten Briefwech-sel führte. Nachdem er den Entwurf s. großen Epos vollendet hatte, begab er sich»ach Griechenland, um es dort in Muße auszuarbeiten. Als aber August auf s.Reise aus dem Orient in Athen mit ihm zusammengetroffen war, beschloß er, mit