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11 (1830) T bis V
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730 Virginia Viriathus

diesem zurückzukehren. Schon in Megara befiel ihn eine Krankheit, die währendder Reise zunahm und zu Brundusium, oder nach A. zu Tarent, nach wenigen Ta-gen s. Leben endigte. Er starb im 52. Lebensjahre, 19 v. Chr. Der Leichnamward, seinem Verlangen gemäß, nach Neapel gebracht und dort an der Straßevon Puteoli beerdigt. Nach glaubhaften Zeugnissen hatte der Dichter auf s. Ster-bebette verordnet, daß man die Äneide, die er als ein mangelhaftes und unvoll-endetes Werk betrachtete, den Flammen übergeben solle. Indeß ward sie, seinembestimmten Willen zuwider, von s. Freunden aufbehalten. Wir erkennen aus dieserVerordnung die Bescheidenheit, mit welcher V. sich selbst beurtheilte. Dabei warer mild und sanft in s. Sitten, ohne Anmaßung im Umgänge und treu in derFreundschaft. Als Dichter gebührt ihm in s. Zeitalter, das reich an ausgezeichnetenTalenten war, der erste Platz. Wenn er auch die Gabe der Erfindung nicht in gro-ßem Umfange besaß, da in den Eklogen Theokrit, in den Georgicis Hesiod, und inher Äneide Homer sichtbar s. Vorbilder sind, so ist er doch bewundernswürdigin der Kunst des Ausdrucks, der ihm in allen Abstufungen, von den sanftesten undeinfachsten Empfindungen der Schäferwelt bis zu den erhabensten und prachtvoll-sten Darstellungen deß Eposzu Gebote steht, in der Schönheit des Versbaues, woriner, zumal was die ländlichen Gedichte betrifft, unerreicht geblieben, und in dem ge-schmackvollen und kunstreichen Gebrauch, den er von dem ganzen poetischen Zube-hör zu machen weiß. Diese Eigenschaften haben ihm von jeher die zahlreichsten undeifrigsten Bewunderer erworben und ihn unzähligen Dichtern älterer und neuererZeit zum Vorbilde gemacht. Die Volkssage des Mittelalters in Italien hat sogareinen Zauberer aus ihm gebildet, und s. Verse sind zu prophetischen Zwecken alsLoosc gebraucht worden («orte» Vii-Ailianas). Bonden Ausg. des Virgil ist we-gen ihrer Vollständigkeit die Burmann'sche (Amst. 1746, 4 Bde., 4.), wegen deserklärenden Commentars und kritischen Zubehörs die Heyne'sche die geschätzteste.Eine treffliche deutsche Übers. haben wir von I. H. Voß (neueste Ausg. Braunschw.1821, 3 Bde.), der auch zu den ländlichen Gedichten einen unvergleichlichen Com-mentar geliefert hat (Altona 1797, 4 Bde.). — Der berühmteste alte Commen-tar des Servius, 400 n. Chr., ist bei den größer» Ausg. und auch einzeln gedruckt.(S. Schmidt's „Beiträge zur Geschichte der romant. Poesie", Berl. 1828.)—Eine Prachtausg. v. V.'s Georgicis, nebst 5 Übers.: der deutschen von Voß, derspan von Joh. v. Guzman, der ital. von Franc. Soave, der engl. von Sothcbyund der franz. von Delille, erschien zu London 1826, Fol. Die Bucolica, welcheDelille nicht zu übersetzen wagte, hat M. G. de Mancy in franz. Verse übers. mitAnmerk. (Paris 1828), und die Äneide, übers. mit Anm. von P. F. Dclestre (Paris1829 fg.) hat in Frankreich Beifall gefunden.

Virginia, s.Appius Claudius.

Virginicn, s. Vereinigte Staaten.

Viriathus oder Viriathes, ein tapferer Lusitanier, der lange mitf. Landsleuten gegen die Römer glücklich kämpfte und s. Vaterland gegen sie be-hauptete. Der römische Prätor, Servius Galba. hatte nämlich durch s. Grausam-keit die Lusitanier empört, und V., der vorher Jäger gewesen war und den Frei-beuter gemacht hatte, stellte sich an ihre Spitze und schlug bald daraus die Römerso, daß nur Wenige davonkamen. Man schickte neue Heere gegen ihn, aber auchdiese besiegte er, indem er sie aus Hinterhalten anfiel. Bloß Metellus war glückli-cher. Dennoch hielten es die Römer unter den damaligen Umständen für gerathe-ner , ihn als unabhängigen Beherrscher Lusitaniens (jetzt Portugal) anzuerkennenund ein Freundschaftsbündniß mit ihm zu schließen. Allein nicht lange nachher bra-chen sie treulos den Frieden, und ihr Feldherr, Scrvilius Capio, ließ den gefürchtetenGegner durch Verrätherei aus dem Wege räume». So siel Viriathus, nach einem14jähr. Kampfe, unbesiegt, im I. d. St. Rom 612: ein Mann, der unter andern