Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
726
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726 Violino

wieder aus mehren kleinern Theilen zusammengesetzt sind. An dem Corpus (Kör-per, Leib) sind zu bemerken: 1) die Decke (der Resonanzboden, das Dach), ein inder Mitte etwas gewölbtes, im Umriß länglich rundes Bretchen von altem trocke-nem Fichtcnholze (etwa 1 Linie dick), welches in der Mitte der beiden Seiten einenhalbrunden Einschnitt (die Ausschweifung) hat, damit der Bogen sich frei, ohneanzustreichen, bewegen kann. In der Decke befindet sich an jeder Seite, wo derAusschnitt ist, eine schmale Öffnung in der Form eines lat. /, welches die k-odec Schalllöcher genannt werden und die Verbindung der im Instrumente einge-schlossenen Luft mit der äußern zur Fortpflanzung der Schwingungen des Körpersbezwecken. 2) Der Boden. Dies ist ein der Decke ganz gleiches Bretchen vonAhornholz, jedoch ohne Öffnungen (wie die k-Löcher in der Decke). Deckeund Boden werden nun verbunden: 3) durch die Zarge, einen dünnen (etwas über

1 Zoll breiten) Span, ebenfalls von Ahornholz, welcher nach der Form der Deckeund des Bodens gebogen, diese beiden als Seitcnwand verbindet. Einige nennensie auch den Reifen. Inwendig liegt auf der linken Seite der Decke (unter der6-Saite) der Länge nach eine Leiste von Holz (der Balken oder Träger) eingeleimt,welche in der Mitte dicker ist und an beiden Enden dünne zuläuft. Ihr Zweck ist,dem Druck der Saiten auf die Decke zu widerstehen. Auch sind inwendig in jederEcke der Zarge, sowie unten am Knopf und oben unter dem Halse, kleine Klötzcheneingeleimt. Dem Balken gegenüber (etwas hinter dem Stege, wo die L-Saiteliegt) wird ein dünnes, rundes Stäbchen, welches der Stimmstock, die Seele (ftanz.I'Lnie), oder schlechthin die Stimme heißt, zwischen Decke und Boden aufgerich-tet, um erstere gegen das Gewicht der beiden höchsten Saiten zu unterstützen, undanderntheils Decke und Boden so zu verbinden, daß die Schwingung der ersten sichdem andern schnell mittheile. Am obern Ende des Corpus nun ist in der Mitte derZarge, zwischen der Decke und dem Boden, der Hals eingesetzt, ein (etwa ^ Elleoder wenig darüber langes) Halbrundes Stückchen Ahornholz, welches unten, woes aufgesetzt ist, etwas dicker, am obern Ende aber dünner ist. An dem obern,dünnen Ende befindet sich ein ausgehöhltes Klötzchen Holz, welches der Wirbel-kasten, Lauf oder Wandel heißt, und sich oben entweder mit einem schneckenförmi-gen Gewinde (die Schnecke genannt) oder mit einem andern ausgeschnitzten Zier-rath endet. In dem Wirbelkasten sind auf jeder Seite 2 runde Löcher einanderschräg gegenüber, in welchen die Wirbel gehen. Dies sind 4 konische runde Hölz-chen, am dickern Ende, welches außerhalb des Laufes bleibt, mit einem flache»Griffe versehen, um sie zu fassen und dadurch die Saiten aufzuspannen. Auf demHalse liegt das Griffbret, ein vom obern Theile des Halses nach unten, ungefährbis gegen die Hälfte des Corpus breiter zulaufendes, ein wenig gewölbtes Bretchenvon Ebenholz, über welches die Saiten nach dem Wirbel zu hinlaufen. Am obernschmalen Ende desselben befindet sich der Sattel, ein kleines Leistchen von Holz oderElfenbein, mit 4 nicht zu tiefen Einschnitten, in welche die Saiten zu liegen kom-men, damit sie nicht vom Griffbrett abgleiten. Am untersten Ende der Decke,in der Mitte der Zarge, gerade dem Halse gegenüber, befindet sich ein Knopf vonHolz oder Elfenbein, an welchem mit einer starken Saite oder mit Draht der Sai-tcnhalter oder die Saitenfessel befestigt ist. Dies ist ein unten schmales und obenbreiteres (fast wie das Griffbret, aber kürzer gestaltetes), etwas gewölbtes Bret-chen, ebenfalls von Ebenholz, oben mit 4 Löchern, in welche mittelst eines Kno-tens die Saiten befestigt, von da über das Griffbret nach dem Wandel durch dieWirbel gezogen, und dann durch das Drehen der letztem an - oder abgespannt wer-den. Aufdie Decke, gerade zwischen die beiden k-Löcher, wird der Steg, ein auf

2 Füßchcn ruhendes Stückchen Holz (am besten Ahornholz), auf welchem die Sai-ten zwischen dem Saitenhalter und dem Griffbrett ruhen, gesetzt. Wo die Saitenaufliegen, sind in dem Stege ebenfalls und aus demselben Grunde kleine Ein-