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11 (1830) T bis V
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Violino

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aus welcher sie oben in der Schnecke (der Theil, wo die Saiten um die Wirbel1 gehen) wieder herauskamen, und dort, wie die Darmsaiten, an Wirbeln befestigt' waren. Diese Drahtsaiten wurden mit den Darmsaiten in der Octave oder dem^ Einklang gestimmt und nicht mitgegriffen, sondern dienten nur durch ihr Mitklin-, gen zur Verstärkung des Tons. Nach der Zeit aber wurden die Drahtsaiten ab-geschafft, und man bediente sich bloß eines auf dem Stege ruhenden Bezugs von7 Darmsaiten, die entweder in die Töne 6, e, x, o. v, o, oder in die Töne! 6, o, e, », <i, A, o gestimmt wurden. Matihcson in s. „Orchester" und Wal-

ther in s. „Lexikon" führen noch eine Art von Viole ä'amour an, welche nur mit4 Drahtsaiten und 1 Darmsaite bezogen war, die entweder in den Accordo, v, o, Z; oberm o, e»,A, v, A gestimmt wurden. — Die gegenwär-tig als Orchesterinstrument noch allgemein gebräuchliche Gattung der Viola ist3) die Viola ili braooio, Vivlotta, Viola alta (nicht, wie gewöhnlich falsch gesagtund geschrieben wird: alto Viola), fcanz.'1'sille, deutsch Altgeige, oder am ge-wöhnlichsten Bratsche genannt. Sie hat ganz den Bau der Violine (s. d.), istaber größer als diese, und steht, besonders in Hinsicht des Klanges und des Um-fanges ihrer Töne, als Mittcllaut zwischen derselben und dem Violoncell. Die Be-handlung der Bratsche ist wie bei der Violine, nur werden die Noten für dieselbenicht im 6-, sondern im Altschlüssel gesetzt. Des 6- oder Violinschlüssels bedient

man sich nur für die hohen Töne, die (z. B. in Solos) über o oder k gehen. DieBratsche hat ebenfalls 4 Saiten, wovon die 2 tiefsten übersponnen, und die Stim-mung aller 4 eine Quinte tiefer ist als bei der Violine. Die Stimmung der Brat-sche ist nämlich v, K, <i, a, folglich dieselbe, wie beim Violoncell, nur eineOctave höher. Die Bratsche ist zur Ausfüllung der Harmonie unter den Geigen-instrumenten, was der Alt oder Tenor unter den Singstimmen ist, und folglich beijeder vollständigen Orchestermusik von besonderer Wirkung und Nothwendigkeit;wcßhalb es sehr unrecht und zweckwidrig ist, daß dies Instrument in der Regel sv! sehr vernachlässigt und gewöhnlich am schwächsten und schlechtesten besetzt wird.> In den Tonstücken geht die Viola entweder ihren eignen Gang, oder in der Octavemit dem Eontrebaß und im Einklänge mit dem Violoncell. Spontini läßt sie auchin der tiefern Octave mit der ersten Violine gehen.

Violino sfranz. Violon*), deutsch Discantgeige, oder am gewöhnlich-sten bloß Geige oder Violine genannt) ist das vollkommenste und angenehmste, so-wie das herrschendste unter allen Geigeninstcumentcn. Geigeninstrumcnte im All-gemeinen sind nämlich solche musikalische Instrumente, welche mit Darmsaiten be-zogen sind und durch das Anstreichen der Saiten mit einem Bogen klingend ge-macht werden, indem die verschiedene Höhe und Tiefe der Töne durch das verschie-dene Aufsetzen der Finger auf die Saiten erzeugt wird. Von dem Ursprünge derGeige überhaupt ist wenig bekannt; doch scheint ihr ein nach und nach vervoll-kommnetes altes ähnliches Instrument, welches man Viola nannte und ein größeresArminstrumcnt war, zum Grunde zu liegen, wovon man Abbildungen in den Lehr-büchern der Geschichte der Musik und insbesondere der alten Musik findet. Einigesetzen ihre Erfindung in die Zeiten der Kreuzzüge. Wahrscheinlich wurde sie zuerstin Italien vervollkommnet. Dieses Land (man erinnere sich der cremoneser Geigen),sowie das angrenzende Tirol, liefern auch noch jetzt die vorzüglichsten Instrumente.Dort sind die von Amati, Guarneri, Stradivari; hier die von Jak. Stainer, Klotzu. M. vorzüglich berühmt. Die gegenwärtig übliche Violine hat folgende Be-schaffenheit. Sie besteht aus 2 Haupttheilen, dem Corpus und dem Halse, welche

*) Bon Vielen wirb mich der Contrabaß Violon a-nannt. Man halte lies abernickt für die stanz. Benennung desselben; diese ist: stontrebasss (il kontra!,a„o,>! Vivlono, große Baßgeige).