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11 (1830) T bis V
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621
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Verdauung 621

den demnach bis in ihre kleinsten Theilchen mechanisch getrennt, von dem Magen-säfte durchdrungen, mit ihm vereinigt und in eine gleichförmige, breiartige oder auchflüssigere Masse verwandelt. Dabei findet zugleich eine Trennung des Nahruags-stoffcs in s. einfachen Grundstoffe, und eine Vereinigung derselben zu andern Pro-dukten statt, welche theils durch die eigenthümliche Lebenskraft des Magens und dervon ihm abgesonderten Flüssigkeit, theils durch die Warme desselben bewirkt wird.Dieser Speisedrei («Ii^mus) geht nun aus dem Magen durch den Pförtner in denzunächst folgenden Theil des Darmcanals, nämlich in die dünnen Därme. In die-sen mischen sich nämlich der speichelähnliche Saft aus der großen Bauchspeichel-drüse (ouocus psnoioaticus) und die Galle aus der Leber und Gallenblase mit demSpeisedrei, und die beiden Flüssigkeiten, beide von starkwirkender Lebenskraft durch-drungen, beide aber von ganz verschiedener, im Innersten einander gerade entgegen-gesetzter Beschaffenheit und Tendenz, wi>ken so mächtig auf den Chymus, daß dermilde, den einsaugcuden Haargefäßen analoge pankreatische Speichelsaft die ihmentsprechende milchähnliche Flüssigkeit aus dem Chymus an sich zieht, sich mit ihrzum sogen. Milchsaft (oli^Ius) vereinigt, dagegen der bittere, der thierischen Naturwidrige, und von ihr ausgcstoßene Gallenstoff die ihm ähnlichen gröbern und demOrganismus fremdartigen Theile der Nahrungsstoffe an sich reißt, den Darmcanalzu den forttreibenden Bewegungen anreizt, und so immer weiter fortrückt in diedicken Därme. (Vgl. Ernährung.)— Zu einer gesunden und kräftigen Ver-dauung gehört also richtige Beschaffenheit und der gehörige Grad von Lebenskraftsowol der eigentlichen Verdauung«- als auch derHülsswerkzcugc. Die Verdauunggeht alsdann gesetzmäßig von statten, erfodert nicht mehr als die gehörige Zeit (diejedoch nach dem Alter, dem Geschlecht, der Lebensweise, dem Temperament und denSpeisen selbst verschieden ist, und bei einem jugendlichen Körper, bei gehöriger kör-perlicher Bewegung, kürzer ist als bei ältern Personen, und deren mittlere Dauerungefähr 3 Stunden beträgt), geht ohne merkliche Empfindung, wenigstens ohnebelästigende Gefühle vor sich, liefert einen rein abgeschiedener! Milchsaft und die ge-hörig abgesonderten Auswurfsstvffe. Ist die Verdauung fehlerhaft, so offenbart sichdies auf verschiedene Weise. Sie dauert langer als die gesetzmäßige Zeit, z. B. beieinem Erwachsenen über 5—6 Stunden, verursacht unangenehme Empfindungen,zunächst ein lästiges Gefühl von Vollhcit und Austreiben in der Magengegend,Druck und Empfindlichkeit in derselben, ein Gefühl von fliegender Hitze über denKörper, von Trägheit und Abspannung. Das Erzeugniß der Verdauung selbst wirdfehlerhaft; die Auflösung der Nahrungsstoffe im Magen geht unvollkommen vonstatten; sie werden daher nicht hinlänglich in ihre einfachen Grundstoffe aufgeschlos-sen, nicht einmal immer mechanisch fein genug zertheilt, die eigentlichen ernährendenGrundstoffe werden also nicht gehörig von ihrer innigen Verbindung mit den grö-ber« Theilen befreit, die eigenthümliche chemische Natur der genossenen Nahcungs-stoffe wird nicht gänzlich überwältigt, sondern sticht noch hervor, z.B. die saure, fetteBeschaffenheit; durch die Langsamkeit des Verdauungsgeschäfts gewinnt der todteChemismus Zeit, von der Warme des Magens begünstigt, seine Gesetze auszuüben,und nach diesem neue, dem Leben schädliche Erzeugnisse, z. B. aus dem Fett die ran-zige Fettsäure, zu bilden, luflförmige Stoffe zu entwickeln, welche den Magen wider-natürlich ausdehnen und das Ausstößen bewirken. Ferner geschieht auch die Schei-^ düng des Chymus nicht kräftig und rein, der Milchsaft ist nicht so mild, sondernmit untauglichen, zum Auswerfen bestimmten Stoffen vermischt, dagegen der Ab-gang noch viele flüssige Theile und dem Chylus angehörige Stoffe in sich hält, diel nun mit dem Stuhlgang fortgehen. — Die Ursachen der fehlerhaften Verdauungliegen theils in der fehlerhaften Wahl der-Nahrungs mittet (s.d.), theils i» derunrichtigen Art de« Genusses (in Rücksicht der Zeit, des Maßes, der Art zu kauen),theils in Fehlern der eigentlichen Vcrdauungs - und der Hülfswerkzeuge. Mangel