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Venedig (Republik)
dringen, um sich mit den Barern zu vereinigen. Er kam bis Trient, aber den wei-tem Versuch vereitelte der tapfere Widerstand der Tiroler. V. entwaffnete hieraufdie Truppen des Herzogs v. Savoycn, der sich plötzlich wider Frankreich erklärthatte, nahm verschiedene Festungen desselben und belagerte Turin. Abgerufen, umdie Fehler, durch welche Villeroi in den Niederlanden dem franz. Heere die Nieder-lage bei Ramillics zugezogen hatte, wieder gutzumachen, mußte er sich anfangs be-gnügen, durch geschickte Märsche die weitem Unternehmungen dcsHerzogs v.Marl-borough zu vereiteln. 1708 nahm er Gent, Brügge», a. Plätze in Flandern undBrabant. Abcrnunward ihm derHerzog v.Bourgogne im Heerbefehle vorgesetzt,und die Uneinigkeit zwischen Beiden veranlaßte die Niederlage der Franzosen beiOudenarde (11. Juli 1708), die nicht erfolgt sein würde, wennV.'s besserer Rathbefolgt worden wäre. Durch den Einfluß der Maintenon wurden die erfahrenstenFeldherren, wenn sie ihr mißfielen, zurückgesetzt, um ihren Günstlingen Platz zumachen. Auch V. ward jetzt vom Heere abgerufen, und blieb 2 Jahre lang unthä-tig. Als aber in Spanien die Angelegenheiten Philipps V. sich verschlimmerten,baten die Spanier Ludwig XIV. um Vendöme. Seine Ankunft belebte sie mitneuem Muthe; bald hatte er ein Heer beisammen, und benutzte den allgemeinenEifer sehr gut. Er führte Philipp V. nach Madrid zurück, schlug (9.Dec.1710)den östr. General Starhcmberg bei Villaviciosa, und alle Eroberungen, welche dieVerbündeten in diesem Feldzug in Spanien gemacht hatten, gingen durch diesesTreffen wieder verloren. Nachdem er Philipps V. Thron befestigt hatte, starb er1712. Er ward daher im Escorial begraben. — Sein Bruder, Philippe,Duc de V., Großprior des Malteserordens in Frankreich, geb. 1655, machtesich von 1672 an in den Feldzügen in den Niederlanden, am Rhein und in Spanienrühmlich bekannt. Im span. Erbfolgekrieg erhielt er, nach der Schlacht bei Cafsano(1705), seine Entlassung und lebte dann einige Jahre in Rom. Als er (1710) durchdie Schweiz nach Frankreich zurückkehren wollte, ward er auf eine sonderbare Ver-anlassung gefangen genommen. Thomas Maßner, Nathsherr zu Chur, dessen Un-ternehmungen in der Geschichte der Schweizer u. d.N. der Maßner'schen Händelbekannt sind, hatte sich für die östr. Partei erklärt. Sein zu Genf studirender Sohnward deßwegen auf einer Lustreise von den Franzosen verhaftet und nach Frankreichgeführt. Da der Vater die Befreiung des Sohnes nicht erhalten konnte, lauerte erdem Großprior von Vendüme auf der Durchreise durch das sarganscr Land auf,nahm ihn gefangen und führte ihn auf östr. Gebiet nach Feldkirch. Erst im folg.I. entließ er den Großprior wieder der Haft, der eine schriftliche Versicherung aus-stellte, für des jungen Maßner's Befreiung zu arbeiten, die aber dennoch erst 1714,auf Verwendung des östr. Hofes, erfolgte. V. starb zu Paris 1724.
Venedig (ital. Vvne-i»). Bei dem Andränge der Westgothen, der Hun-nen (unterAttila452) und der Longobardcn (568) auf das römische Reich, wel-cher besonders den obern Theil Italiens, der schon zu den Zeiten des alten RomsVenctien hieß, traf, flüchteten viele der ärmern Bewohner auf die Lagunen-Jnselndes adriatischcn Meeres, besonders auf die Insel Rialto, die schon von denPadua-ncrn des Handels wegen einigermaßen angebaut war. Diese Auswanderer stiftetenhier ein kleines, völlig demokratisches Gemeinwesen unter sogen. Tribunen. 697wählten dieJnseln ihren erstenDux oder Doge, in der Person des PaolucciAna-festo. Der Doge hatte die vollziehende, das Volk die gesetzgebende, die Tribunenoder der Adel die richterliche Gewalt. Der Sitz der Regierung ward späterhin Ma-lamocco, und 737 Rialto, wo in Kurzem eine volkreiche Stadt aus dem Meereaufstieg. Dies war das heutige Venedig, das bald, durch Handel und Schifffahrtgehoben, die Herrschaft auf dem adriatischcn Meere an sich riß. Handclsbegünsti-gungen in Rom und Konstantinopcl waren seinem Emporkommen günstig; baldbegnügte sich die Stadt nicht mehr mix dem Besitze der Lagunen-Jnseln und des
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