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Bendse, Vendvekrieg
er den Aufrührern entgegenstellte, wirren größtentheils Nationalgarde» oder inder Eile zusammengeraffte Leute. Jetzt zeigte er mehr Ernst: Linientruppen eiltennach der Vendee; spater wurde auch die Garnison der (22. Juli) an die Deutschenübergegangenen Festung Mainz dahin gesandt. Die Empörer sollten von allenSeiten eingeschlossen und vernichtet werden. Aber ehe noch Alles bewerkstelligtwerden konnte, errangen die Vendeer wichtige Vortheile. Sie nahmen am24.JuniSaumur weg, eroberten dabei eine beträchtliche Artillerie, Gewehre und Kriegs-vorrath, machten mehre tausend Gefangene, die sie größtentheils mit kahlgescho-renen Köpfen entließen, und waren nun im Besitz eines wichtigen Postens, der ih-nen den Übergang über die Loire verschaffte. — Bis dahin hatten die Vendeer ohnefremde Verbindung gehandelt; jetzt wurden ihnen Antrage von Seiten Englandsgemacht, aber eine thätige Unterstützung erfolgte noch nicht. Endlich waren dieTruppen der Republikaner versammelt; vom 19.—23. Scpt. 1793 wurde anmehren Orten gefochten, am blutigsten bei Chollet. Die Vendeer waren überallSieger, ob durch ihre Tapferkeit oder durch heimliches Einverständniß, ist jetzt nochdunkel. Die Gefechte waren mörderisch, die Gefangenen wurden weniger geschont;und die rcpublikan.Tcuppen verübten die größten Grausamkeiten. Allein unter denHäuptern der Vendee entstand Uneinigkeit; Charette sonderte sich mit seinemHau-sen von den übrigen ab. Bald sahen die Vendeer sich von den Republikanern ge-drängt, und ließen sich zu dem falschen Schritte verleiten, bei St.-Florcnt (imOct.1793) auf das rechte Ufer der Loire überzugehen. Ihre Erwartung, im ehemal.Bretagne Unterstützung zu finden, ward nicht erfüllt. Unterdessen verwüsteten dieRepublikaner die Vendee, und die Aufrührer, welche in der Hoffnung, von Eng-land aus Unterstützung zu erhalten, sich der Küste bis Avranches genähert hatten,mußten nach mehren mörderischen Gefechten den Rückzug über die Loire unter-nehme». Wer von ihnen in die Hände der Republikaner fiel, ward ohne Scho-nung ermordet. Zwar erkauften die Republikaner ihre Siege theuer genug, aberdie Lage der Vendeer war verzweiflungSvoll. Gegen Ende Dec. 1793 kamen sie andie Loire zurück, aber der Übergang über diesen Fluß war nicht mehr möglich; dasTreffen bei Savenay (24. Dec.), nach welchem sich das Heer der Vendeer völligauflöste, beschloß den von beiden Seiten mit grenzenloser Wuth geführten Feld-zug. — Schrecklich war das Schicksal, das, nach jener Niederlage, die Vendeerund ihre Familien erfuhren. Sie wurden scharenweise nach Nanres geschleppt,wo das Ungeheuer Carrier, dem die strengen Befehle des Nationalconvents nochzu milde und die gewöhnlichen Hinrichtungen zu langsam schienen, sie in ganzenHaufen ersäufen ließ (no^alles). Der Convent hielt jetzt diesen Kampf für been-digt; aber imFrühlinge1794sammelten sich unterla Noche-Jaquelin (derindeßbald im Gefechte blieb) und Stafflet neue Haufen von Aufrührern in der Vendee;EharettestandmitseinemHecr anderKüste. Zu gleicher Zeit zeigten sich aufdemrechten Ufer der Loire, in den Depart.der Nocdküste und Morbihan, die sogen.Ehouansss. d.). Sie gaben zwar einen gleichen Zweck ihrer Bewaffnung, die Er-haltung der Religion, der Königswürde und des Adels, vor, aber sie machten nichtimmer gemeinschaftliche Sache mit den Vendeer», und sind daher nicht mit ihnenzu verwechseln. — Die Vorfälle dieses erneuerten Kampfes waren zwar nicht soentscheidend als die vorhergehenden, aber die Hartnäckigkeit, mit welcher er vonden Aufrührern geführt wurde, brachte den Nationalconvent zu der Überzeugung,daß die Vendee nicht durch die Waffen besiegt werden könne. Daher erließ er nachRobespierre's Sturz, auf Carnot's Vorschlag (2. Dec. 1794), einen Aufruf, inwelchemdieUnzufriedenen als Verirrte zur ruhigen Rückkehr in ihreHeimath auf-gefodert und ihnen Verzeihung und völlige Vergessenheit alles Geschehenen feierlichzugesichert wurden. Darauf vereinigten sich im Febr. 1795 die Eonventsabgeord-Nklcn und einige Jnsurgenlenhäupter, namentlich Charette, zu Nantes über sol,