Bella
598 Beide (Adrian —Iesaias — Wilhelm van der)
bei die Localfarben treu wiederzugeben, Denk- und Handlungsweise in den gewähl-ten Ort- und Zeitverhältnissen mit künstlerischer Täuschung auszumalen und seineCharaktere gut zu individualisiren. — V. d. V.'s sämmtl. Werke, gedruckte undungedruckte, mit des Vers Lebensbeschreibung und rit Anm., haben Böttiger undTheod. Hell (Dresden 1824 fg , 25 Bde.) herausgegeben. 20.
Beide. U. d. N. sind mehre holländische Maler bekannt; der berühmteste:Adrian van derV., geb. zu Amsterdam 1639 und schon 1672 gest., war Schü-ler des Joh. Wynants und liebte schon in s. Jugend Zuchtvieh nach der Natur zuzeichnen. Schnell bildete er sich zu einem der ersten Landschaftsmaler aus. Bor al-len trefflich sind seine Hirtenstücke. Warmes Colorit, freundliche Beleuchtung, durchdie Bäume hindurchschimmernde Luft, gute Zeichnung und natürliche Färbung derFiguren und Thiere sind seine Hauptverdienste. Auch ist es bekannt, daß er vielenberühmten Malern die Figuren in ihre Landschaften malte, z. B. seinem Lehrer,dem Mouchcron, von der Hayden :c. Aber außer seinen Landschaften und Vichstü-cken arbeitete er auch einige historische Bilder von großem Umfange, z. B. eineKreuzabnahme. Seine Werke sind in verschiedenen Galerien zerstreut. — Einan-der Meister d. N. ist ein früherer holländischer Maler, Iesaias van der V.,welcher besonders durch Darstellungen von Gefechten, räuberischen Anfällen, bekanntist. Dieser lebte noch 1630 zu Leyden.— Einige halten den Marinemaler Wil-helm v a n d e r V. für s. Vater, welcher 1610 zu Leyden geb. wurde und 1693 zuLondon starb. Dieser zeichnete immer mit der Feder keck und meisterhaft. — Auch ,sein Sohn gl. N., 1633 zu Amsterdam geb., gest. 1707, und s. Vaters Schüler, ^ist ein großer Meister in Seestücken.
V eldeck (Heinrich), s. Minnesinger.
Beleda, Belleda, eine berühmte Prophetin der alten Deutschen, die derSage nach im 1. Jahrh. n. Chr. im Lande der Brukterec, am Ufer der Lippe, sich auf-hielt. Sie wohnte in einem hohen Thurme und konnte weder gesehen noch gesprochenwerden; ihren nächsten Verwandten bloß war es gestattet, die Vermittler zwischen ihrund Denen zu sein, welche sie befragten. Die Römer fürchteten diese Prophetin, weil sieaufdie Gemüther der Deutschen großen Einfluß ausübte. Ihre Geschichte ist in solchesDunkel gehüllt, daß man nähere Umstände von ihren Verhältnissen gar nicht angebenkann. Vielleicht ist sie mehr als ein bestehender Charakter denn als eine eigne Person zubetrachten, wenigstens redet die Sage auch vonVeleden als weissagenden Waldbe-wohnerinnen. In dieser Beziehung hat man auch das in Thüringen und im Voigtlan-de bekannte Gespenst Holle oder Frau Holde mit ihr in Verbindung bringen wollen.
Velinpapier, s. Papier.
Bellten waren bei den Römern junge, leichtbewaffnete Soldaten, die imTreffen nicht in Reihe und Glied, sondem vor dem Heere kämpften, sich nöthigen-falls zwischen die Glieder des ersten Treffens (liaststi) zurückzogen, und etwa un-sere heutigen Tirailleurs vorstellten. Das davon hcrstammende lat. Wort volitatiowird jetzt auch bisweilen im Französischen gebraucht, um ein leichtes Gefecht zu be-zeichnen. Unter Napoleon wurden bei den fcanz. Jnfanterieregimentern auch Be-llten eingeführt, und in dem östr. Heere findet man bei den Husarenregimcntern derUngarn ebenfalls sogenannte Veliten.
Bella (Giuseppe), Abbate, bekannt durch einen literarischen Betrug, warals ein geb. Malteser mit der arabischen Mundart, die noch jetzt auf Malta gespro- !chen wird, vertraut. Auch scheint er die Küsten der Berberei bereist zu haben, wo !er in einer Moschee eine Handschrift gefunden zu haben vorgab, welche mehre der >verloren gegangenen Bücher des Livius in arabischer Sprache enthalte. Nächstdem .besaß er angeblich eine Handschrift voll der wichtigsten Urkunden aus der Zeit des jKönigs Roger, wie auch einen Siegelring, aus dessen arabischer (kusischer) Inschrifthervorgehen sollte, daß derselbe dem König Roger selbst gehört habe, Jene Urkunden-'