Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
597
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Velde (Franz Karl van der) 597

^ genossen Vergessene wieder ins Andenken zu bringen, folgte aber in seiner Kritik denfcanz. Ansichten. Er st. 1772. — 2) Der berühmte Maler, Don Diego Ve-lasquezod. VelasquezdeSilva, geb. zu Sevilla 1599, welcher unter Her-rera und spater unter Franz Pachcco, dessen Tochter er auch hcirathete, die Maler-kunst erlernte. Mehr noch nahm er sich die Natur zum Muster, die er treu copirte.Er malte zuerst besonders Bambocciaden und geringere Gegenstände nach der Na-tur. Dann studirte er auch die Werke der Flamander und Italiener, und reistedeßhalb 1622 nach Madrid, wohin er dann ein paar Jahre hernach durch seine^ Gönner berufen wurde. Hier malte er viele treffliche Portraits, wurde 1623 zumHofmaler ernannt und mit Ehrenbezeigungen überhäuft. Als Rubens nach Ma-drid kam, wurde er dessen Freund, und das Verlangen in ihm rege, Italien zu be-suchen. Unterstützt vom Hofe, reiste er 1629 nach diesem Lande der Kunst, studirtehier namentlich die Werke der Venetianer, des Rafael und Mich. Angelo, wo ertheils Vieles copirte, theils mehre Portraits verfertigte, was er auch nach seinerRückkehr nach Madrid 1631 fortsetzte. Um alles zur Errichtung einer Akademieder zeichnenden Künste Erfodcrliche zu veranstalten, reiste er zum zweiten Male 1648nach Italien und kaufte viele Gemälde, Statuen und Büsten; 1651 kehrte er wie-der nach Spanien zurück, wo er die königl. Familie in einem Bilde, das u. d. N. dieFamilie bekannt ist, so trefflich darstellte, daß ihn der König 1658 in den Rittcrstand, erhob. Er st. d. 7. Aug. 1660 zu Madrid. Unter seinen frühern Bildern ist der alteWasserträger (s^uaäor), jetzt im Palaste zu Madrid, berühmt; unter den neuern,außer vielen Portraits fürstl. Personen, besonders des Königs Philipp IV., die Brü-der Josephs, Hiob, Moses, der aus dem Nil gezogen wird, Loth und seine Töchter,und mehre Darstellungen aus dem gemeinen Leben, z. B. die Spinnerinnen, derBerauschte, das herrlicheBild eines MannesmiteinemZwickbarteund einem BlattePapier in der Hand (in der dresdner Galerie) rc. Mengs lobt seinen natürlichenStyl, die Behandlung der Lichter und Schatten und der Luftperspcctive.

Velde (Franz Karl van der), ein beliebter Schriftsteller im Fache der Er-zählung und des historischen Romans. Geb. zu Breslau 1779, erhielt er s. huma-nistische Bildung daselbst auf dem Magdalenen-, dann auf dem Friedrichsgymna-sium. Im 13. I. verlor er s. Vater, welcher Rendant der Stempelkammer zu Ber-lin war. Von 1797 an und in den folg. I. studirte er zu Frankfurt a. d. O. hieRechte. Darauf ward er Auscultator, dann 1804 Stadtdirector zu Breslau,späterhin Stadtgerichtsdirector zu Winzig, 1814 Assessor bei dem Stadtgerichtein Breslau, welche Stelle er wegen der Menge der Arbeiten und wegen Krankheitniederlegte, und 1818 Stadtrichter in Zobten. Im April 1823 kehrte er als Justiz-cvmmissair nach Breslau zurück, wo er d. 6. April 1824 gest. ist. Von 1809—14erschienen von ihm in Zeitschriften Gedichte und Erzählungen, auch arbeitete er fürdas Theater, z. B. das Stück „Die böhmischen Amazonen". Zuletzt widmete er sichausschließend dem erzählenden Fache. Seit 1817 trat er mit großem Erzählungenhervor und ward der Liebling der Lesewelt. Die erste Sammlung seiner Erzählungensind die „Erzstufen" (3Thle.), dann folgten: „Prinz Friedrich", „DieEroberungvon Mexico", „Der Malteser", „Die Lichtensteiner", „Die Wiedertäufer", „DiePatrizier", „Arwed Gpllenstierna", „Der Wunsch des Kanku", „Das Liebhabcr-^ theater", „Der böhmische Mägdekrieg", „Das Horoskop", „Christine und ihr> Hof" und „Die Gesandtschaftsreife nach China". — Man nennt v. d V. mit Un-recht den deutschen Walter Scott. Bei dem Schotten ist der Roman größtenthcilSnur Nebensache, bei V. Hauptzweck. Jener benutzt romantische Lebensvcrhält-nisse nur zur Belebung seiner Zeitgemälde; dieser braucht das Zeitbild nur alsHintergrund, um seine erdichteten Personen und deren romantische Verhältnissein ein bedeutsames Licht zu stellen. V. sammelte den Stoff zu seinen Roma-^ n,n kaum zur Hälfte !m deutschen Vaterlande, öfter bald an den Grenzen Norwe,j M, bald m Oecho, bald ,'n Esrssta, bald M Cap, bald m Mra, und wußte dg»