Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
591
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Vauqueli'n Z6!

Feldzug von 1812, würde aber während des Rückzugs zuWilna krank, und daselbstzum Gefangenen gemacht. Er würde ein Opfer seiner Krankheit geworden sein,wenn nicht der Großfürst Konstantin, der den General V. in dem Feldzuge von1799 kennen gelernt halte, ihn durch s. Leibarzt hätte behandeln lassen. 1814 tratB. wieder in die Dienste s. Vaterlandes und wurde 1815 nach der Rückkehr desKaisers Napoleon von der Insel Elba zum Inspecteur der Nalionalgarde zu Metz,der Vaterstadt seiner Vorältern, ernannt, und von s. Mitbürgern zum Präsidentender Moselconföderation erwählt. Napoleons zweite Abdankung und deren Folgennöthigten ihn, Frankreich zu verlassen, und der Assisenhof zu Metz verurtheilte ihn1816 durch Contumaz zum Tode. Er begab sich nach England und von hier nachMünchen, in die Nähe des Prinzen Eugen, seines alten Chefs, der ihn mit Aus-zeichnung empfing. 1821 glaubte er Etwas zur Unabhängigkeit Italiens, dem er18 Jahre gedient hatte, beitragen zu können, und ging daher nach Piemont, wo erzum Commandeur en cliek der constitutionnellen Armee ernannt wurde. Aber eheer noch Etwas thun konnte, scheiterte das Unternehmen, und V. begab sich nach Spa-nien. Hier beschäftigte er sich mit literarischen Arbeiten, bis der Einfall der Fran-zosen ihn zwang, von Neuem nach England zu gehen. 1825 endlich wurde der Ge-neral in s. Vaterland zurückgerufen; aber nach dem von der Regierung angenomme-nen System in die Reform versetzt. Auch hatten in Folge seines bürgerlichen Todes^ seine Erben, eifrige Anhänger der Bourbons, bereits den Besitz seines Vermögens^ erlangt; daher er vergeblich um die Wiedereinsetzung ansuchte. Den Krieg hat Hr.v. V., ohne sich zu bereichern, als ein edler Mann mitgemacht, sodaß er als Pro-scribirter in die Länder zurückkehren konnte, wo er als feindlicher General comman-dirt hatte. DerGencralV. suchtscine Lage durch literarifcheArbeiten zu verbessern.Ihn wählte auch die konigl. Akademie der militaic. Wissenschaften in Schweden1827 zu ihrem Mitgliede. Unter s. Schriften nennen wir: „Hist. «les eampsAnes«I'AnnilillI onltalie"(3 Bde., 4., m. e. Atlas, Mailand 1812); „Nein. pour serv.^ -l I'Instoire <Ie la eamp. üe kussie en1812" (4., M. e. Atlas, Paris 1815);„Politische und militair. Denkwürdigkeiten über die ionischen Inseln und Epirus"(englisch, Lond. 1816); „nist. «les camp. (Ultirlie en 1813 et 1814" (4., mitAtlas, München und London 1817); „Nist. <Io In Auerre 6es kranysis enAlle-maAnv en 1813" (Paris 1819,4., mit Atlas); „Briefe über die innere politische. Lage Spaniens von 1821—23" (englisch, London 1824); Hist. «les eawp. «lej 1814 et 1815 en Irance" (5Bdc., Paris 1826); „Hist. polit. et inilit. ,In?iinee kriZene, Viev-Koi d'ltslie" (3 Bde.), und eine „Oarto du tüeLtre cks Inguerre entre les lures et les Kreos" (4 Bl.).

! Vauquelin (Nicolas Louis), Ritter der Ehrenlegion und des heil. Mi-chael, Mitglied des franz. Instituts und fast aller gel. Gesellsch., geb. d. 16. Mai1760 zu Hebersot in der Normandie, kam 1780 nach Paris, um hier das zu Rouenbegonnene Studium der Chemie und Pharmacie fortzusetzen. 1783 erwählte ihnFourcroy zu s. Gehülfen bei Anfertigung chemischer Präparate, und diese Verbin-dung, die V. des berühmten Gelehrten Freundschaft erwarb, dauerte 8 Jahre. SeineEntdeckung des Chroms, eines neuen Metalls, dessen verschiedene Zusammensetzun-gen so schöne Farben für die Malereien liefern, sowie die der Glucina (Beryllerde)haben ihn berühmt gemacht. Kaum war er Mitgl. der Akad. d. Wisscnsch. gewor-den, als 1793 die Ereignisse der Revolution die Aufhebung dieser und andrer Aka-demien zur Folge hatten. Um diese Zeit ging V. an das Militairhospital zu Melun! als erster Pharmaceut, ward aber ein Jahr später nach Paris zurückberufen und! zum Jnspector des Bergbaues ernannt. Die Vorlesungen über die Probirknnst,l welche er jetzt im Auftrage der Regierung den Eleven der Bergakademie hielt, erwar-^ ben ihm die Stelle eines Adjuncten der Chemie am polytechnischen Institut. Gleich! nach Stiftung dcs NationalinstitutS und der Ehrenlegion ward V. Mitgl. derselben.