Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
589
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Vaucanson Vaudeville 588

Reben, welche er in dieser Versammlung hielt, zeugten von standhafter Oppositiongegen das Vollziehungsdirectorium und die republikanische Partei. Als aber 1797(18. Fructidor) der Sieg des Direktoriums entschieden war, mußte V., um derDe-portation zu entgehen, nach Italien flüchten. Eist unter der Eonsularregiecungkehrte er nach Frankreich zurück, wurde 1860 Mitglied des 6orp» lezislatik, 1864Prüftet des Moftldepartements, dann Reichsgraf und Commandeur der Ehren-legion Indeß war er doch einer der Ersten, welche sich für die Wiederherstellung derBourbons ausspcachen. Am 20. März 1815 fodcrte er dieNationalgarde auf, demKönige treu zu bleiben, und traf gemeinschaftlich mildem Marschall Oudinot An-stalten, Paris gegen Napoleon zu vertheidigen. Der ihn bedrohenden Verhaftungentging er durch eine schleunige Flucht nach Luxemburg. Im Gefolge des Königskam V. nach Paris zurück und wurde nach und nach zum Staatsrath, zum Prüftetdes Departements der Rhonemündungen und zum Minister des Innern ernannt.Sein Ministerium ist bekannt durch die neue Organisation, welche er 1816 derscanz. Akademie gab. Als er den Vicomte Lame zum Nachfolger erhielt, ward erzum Staatsminister und Mitglied des geh. Raths ernannt. Das Deport, von Cal-vados wählte ihn 1820 zum Mitgl. der Deputirtenkammer, und 1824 ist er für die7jähr. Kammer wiedergewählt worden. V. ist Ehrenmitglied der königl. Akademieder schönen Künste. Er schrieb die „Oonsi,lernt, oritigue« «ur In nouvolle erv"(1801); und über die ,,kivalite ckelitk'rsnve st <Ie UAnZIeterre, ilegui« la oon-guöte >Ie Kuillnumo ftu gu'n In rupture «In trsite ll-Lnrien»" (1803).

Vaucanson (Jacques), ein stanz. Mechaniker, geb. aus Lyon, gest. zuParis 1782, hat sich durch seine künstlichen und sinnreichen Automaten auch imAuslande berühmt gemacht. Diese sind: -») eine Ente von Messing, die alle Be-wegungen einer lebendigen Elite macht, das vorgestreute Futter verschlingt und esauf dem gewöhnlichen Wege wieder von sich gibt; b) ein provenzalischer Schalmei-pftiftr; o) der berühmte Flötenspieler. Dieses letztere Automal stellt eine Figurin gewöhnlicher Mannshöhe, auf einem Piedestale sitzend, vor, in welchem ein Trieb-werk und Blasebälge angebracht sind, durch welche der Wind so in die verschiede-nen Theile der Maschine geleitet wird, daß sich die Lippen des Flötenspielers undseine Finger auf der Flöte ganz regelmäßig bewegen. V. zeigte dieses Automatschon 1738 in Paris, und erklärte den Mechanismus desselben in seiner kleinenSchrift: „1>v invonnisiue «lu llutsur autowate par Vsuvsnsvn" (Paris 1738).In der Folge kam es, nebst andern Maschinen, in die Hände eines Mechanikers, DuMoulin, der es in Deutschland zeigte und dann nach Petersburg brachte. 1781kaufte es der bekannte Hofrath und Professor Beireis in Helmstädt, wenigstens sindalle 3 Automaten in dem „Verzeichniß einer Sammlung Seltenheiten aus allenReichen der Natur, zusammengebracht durch rc. Beireis" (Helmstädt 1811) aufge-führt, und wurden, wie die übrigen Gegenstände dieser sonderbaren Sammlung,öffentlich zum Kauf ausgeboten.

Vaucluse (Vsllis vlaus»), ein kleiner Flecken in einem Thale unweitAvignon, von welchem ein Devart. in Frankreich den Namen hat. Bei Vaucluseentspringt, zwischen eng geschlossenen Felsen, aus einer Höhle die Sorgue, ein sonstunbedeutender Fluß, der aber gleich beim ersten Ursprünge stark ist, sich von hohenFelsen in verschiedenen Wasserfällen herabstürzt und, nach einem Laufe von unge-^ fähr 2 Meilen durch eine der unmuthigsten Gegenden, bei Avignon in die Rhonefällt. Vaucluse ist durch den Aufenthalt Petrarca's, und die Quelle der Sorguedurch die Sonette dieses Dichters berühmt geworden.

Vaudeville, eine Gattung französischer leichter Lieder, eine Art Volks-I lied, das aus mehren Strophen (emiplet«) besteht, heitern, oft auch satyrischen In-halts ist, und im letztem Falle irgend eine komische Begebenheit des Tages, einelächerliche Sitte oder Thorheit des Zeitalters schildert. Ein Haupterfoderniß des