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der Bulgarei, im Paschalik Silistria, der Hauptstapelplatz des Handels der Bul-garei und Walachei mit Konstantinapel, mir 16,000 Einw., liegt an der Westküstedes schwarzen Meeres, an der Ausmündung eines Flusses, der hier den Dcwinaseebildet, und dessen Becken äußerst sumpfig ist. Südlich von Varna an zieht sich einSeitenast des Hämus bis zum Canal des Bosporus, längs der Küste von Bulga-rien und Rumelien. Nördlich, nach der Donau hin, ist dieses Stromthal gleich-falls durch Verzweigungen derselben Gebirgskette durchschnitten. Varna ist daherder wichtigste nördliche Vcrtheidigungspunkt von Konstantinopel. Hier erlittenden 20. Nov. 1444 die Ungarn, nebst poln., walach. und Kreuztruppen, unterdem König v. Ungarn und Polen, Wladislaw IV. (Jagello's Sohn), welcher aufZureden des Papstes Eugenius IV. den Waffenstillstand gebrochen hatte, eine blu-tige Niederlage. Schon waren 35,000 Türken gefallen, als Amurat II. den letz-ten Angriff der Verzweiflung versuchte. Im Kampfe stürzte des Königs Strsitroß;die Türken hieben dem gefallenen 20jährige>; Helden das Haupt ab und trugen esauf einer Lanze durch ihr Heer. Dies brachte Bestürzung und Flucht in die Scha-ren der Christen. Auch der päpstl. Nuntius, Card. Julianus Cesarini, blieb inder Schlacht. 1610 ward V. von Kosacken vom Dnepr her genommen, die 3000christliche Sklaven dort befreiten. In dem Kriege von 1783 fg. widerstandVarna den Anstrengungen der Russen, ungeachtet es auf der Seite des offenenFeldes als Befestigung nur einen alten sechseckigen Thurm mit bloßen Erdverschan-zungen hatte. Auf der Meer - und Flußseite, die Varna zur Hälfte umgürten, hates erst in der neuesten Zeit einen starken Wall mit einem breiten und tiefen Grabenerhalten, und auf den umliegenden Höhen Batterien, welche auch die Rbede dirStadt bestreichen, und deren Feuer sich mit dem der Kanonen aufdcm Schlosse kreuzt.Die nördl und südl. Meeresufer sind sehr steil, sodaß hier keine Landung gelingen !kann. Nur rauhe Fußpfade über öde Aeste des Balkan führen nach Varna. Auchgibt es zwischen dem Uferlande und dem Balkan nur einen Fußpfad und keine fahr-bare Straße nach Konstanlinopcl; allein jener Pfad ist wegsam für Infanterie undCavalerie bis zu dem Dorfe Belgrad, 3 Stunden von Konstantinopel. In demKriege 1828 ergab sich Varna, nachdem schon am 7. Oct. eine Schar Russendurch eine Sturmlücke in die Stadt gedrungen war, am 11 Oct. mit Capitulation.Diese schloß der vom Sultan deßhalb geächtete Befehlshaber Jvssuff Pascha vonSeres gegen den Willen des in der Citadelle commandicenden Capudan Paschaab, und wurde mit der Besatzung kriegsgefangen, worauf der Capudan Paschamit 300 M. freien Abzug erhielt. General Roth übernahm jetzt die Vertheidigung IdeS Platzes gegen die Armee des Hussein Pascha, der von Schunfla her zu ihrerWiedereinnähme vorrückte. Von den in Varna eroberten türkischen Kanonenschenkte Kaiser Nikolaus 12 Stück der Stadt Warschau zu einem Denkin 1e fürden im 1.1444 gefallenen König Wladislaw, dessen Leichnam auf dem Schlacht-felde eine Beute der Raubt hiere geworden war. 20.
Varnhagen von Ense (KarlAugust), kön. preuß. Geh. Legationsralh,geb. 1785 zu Düsseldorf, verlor s. Vater, der daselbst früher pfalzbairischer Rathgewesen, aber in Folge der mit der franz. Revolution zusammenhängenden Ereignisses. Wohnort hatte verlassen müssen, durch ftühzeitigen Tod in Hamburg. Er gingdarauf nach Berlin, um die Arzneiwissenschaft zu studiren, ergab sich aber mit grö-ßerer Liebe dem Studium der Philosophie und alten Literatur. Schon 1803 ver-suchte er als Dichter aufzutreten und gab mit A. v. Chamisso einen Musenalmanachheraus. A. W. v. Schlegel'« Vorlesungen und Fichte'« Bekanntschaft befestigtenihn in jenen Studien, die er später in Hamburg, sodann in Halle, Berlin und Tübin-gen fortsetzte. In Halle hörte er Fc. A. Wolf, Schleiermacher, Steffens. SeinemBorsatze, schon 1806 in preuß. Kriegsdienste zu treten, waren die Umstände ent-gegen. Dagegen ging er 1809 von Tübingen, als schon der östr. Krieg ausge-