Druckschrift 
11 (1830) T bis V
Entstehung
Seite
579
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s Variationen des Mondes Varna 6?9

i mehr für die Übung des Sängers bestimmt, oder werden angewendet, um bloß die, Virtuosität des Sängers zu zeigen, wie von der Catalani bekannt ist. Die ganz»Gattung muß aber auch als eine untergeordnete angesehen werden, wobei mehr

> die Geschicklichkeit in den verschiedenen Wendungen, die man einem musikalischeni Gedanken gibt, als Phantasie und Gefühl sich wirksam zeigen kann. Viele Varia-tionen sind nur Übungen der Fertigkeit. Etwas Höheres wird geleistet, wenn unbe-

j schadet der Grundmelodie jede Variation ihren eigenthümlichen Charakter hat, undmit der Abwechselung das Interesse steigt. Auch in der Poesie gibt esVaria-tioncn, hiernenntmansodieGlossenderSpanierundPvrtugiesen. (S. Glosse,und die Beispiele in Naßmann'sBlumenlese südlicher Spiele".)

^ Variationen des Mondes nennt man eine erst seit Tycho Brahe! bekannte Ungleichheit des Mondcnlaufs.

> Variationscompaß. Es ist bekannt, daß die Richtung der Mag-! nctnadcl mehr und weniger von der Richtung der Mittagslinie abweicht. Um diel Größe dieser Abweichung zu finden, setzt man einen Compaß so auf den Meridian,

daß der erste Theilstrich in denselben fällt, und beobachtet den Winkel, den die Na-del damit macht. Ein dazu eingerichteter Compaß heißt ein Variations -, Abwei-

- chungscompaß, auch Declinatorium.

! Variationsrechnung. Die Differentialrechnung (s. Infinitesi-j malrechnung) handelt in einem eignen Abschnitte (tbeoria inaxiinm et mi-nimis) von dem größten und kleinsten Werthe der Functioncn und von den Me-thoden zur Bestimmung desselben. Ihr einfaches Verfahren lehrt z. B., welchemWerthe der Abscisse, bei irgend einer gegebenen Curve, die größte oder kleinsteOrdinate entspreche, zu welcher Bestimmung sie bekanntlich gelangt, indem siedie gegebene primitive Gleichung zwischen den Coordinaten differentiirt und diesDifferential o seht. Erhebt man sich dagegen von der Theorie des Größtenund Kleinsten in der hier angedeuteten Ausdehnung, zu den wichtigern und schwie-rigen Fragen nach derjenigen oder denjenigen unter allen möglichen Curven, deroder denen gewisse Eigenschaften im höchsten oder geringsten Grade zukommen;federt man z. V., in dem berühmten Probleme von der Brachystochrone (s. C y -kloide), unter allen krummen'Linicn von gleicher Lange diejenigen, welche einvon gegebenen Kräften bewegter Körper in der kürzesten Zeit durchläuft: so fr 'hrtdie analytische Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen auf die Variationsreech-

- nung, welche daher als eine erweiterte Theorie des Größten und Kleinsten erscheint,-" und statt sich, wie im oben angeführten Falle, aufDifferentiation zu beschränken, viel-

! mehr aus einer gefundenen derivirtcn Gleichung die Primitive abzuleiten verlangt,der die fragliche Eigenschaft beiwohnt. Die Methode der Variationen, zu derenErfindung Joh. Bernoulli durch Vorlegung des obenerwähnten berühmten Pro-blems von der Brachpstochrone 1693 die Veranlassung gegeben hat, erscheint alsder Gipfel des von der neuern Geometrie errichteten bewundernswürdigen Ge-bäudes. S. den Schluß von Kastner'sAnalysis d. Unendlichen" (3. Aufl.,Gött. 1799, in. Kpfrn.) und Dirksen'sAnalyt. Darstellung der Variations-rechnung" (Berl. 1826, 4.).

' V ur i orum (Ausgaben omn notis). Man bezeichnet mit dieser Benen-nung gewisse, meistens in Holland im 17. und 18. Jahrh, gedruckte, und mit«den Anmerk. vieler Commentatoren ausgestattete Ausg. älterer und neuerer tat.und griech. Schriftsteller in Octavformat. Obgleich viele dieser Ausgaben bei denGelehrten in geringem Ansehen stehen, so werden sie doch von den Sammlern ge-sucht. Die Sammlung dieser Ausg. wird von den Bibliographen bald mehr, baldweniger zahlreich angegeben, je nachdem sie mehr oder weniger neuere und außerHolland gedruckte Ausgaben dazu rechnen.

Varna (nach Tepliakow's archäoloa. Untersuchung das alte OdesseM, in

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