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11 (1830) T bis V
Entstehung
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578
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578 Vanucci Variation

Vanucci, s. Perugino (Pietro).

Varianten (loctiones Variante» , levtiones variae), abweichende Les-arten , sind die Verschiedenheiten des Textes, die sich in den Abschriften eines unddesselben alten Schriftstellers finden, und die theils durch die Unwissenheit undNachlässigkeit, theils durch unzeitige Verbesserungssucht der Abschreiber entstandensind. Die Varianten zu sammeln und zu sichten, ist das Geschäft der sogen, nie-dern oder Wortkritik, deren Zweck die Wiederherstellung des Textes in seiner ur-sprünglichen Gestalt ist. (S. Kritik.) Auch bei Änderungen, welche neuereDichter an ihren eignen Werken machen, werden zuweilen die ältern Lesarten denspätern Ausgaben als Varianten beigedruckt. Namentlich ist dies geschehen beiGöschen's Ausg. der Werke Wieland's.

Variation (ital. varisrioue) heißt in der Musik überhaupt eine auf man-nigfaltige Art veränderte Wiederholung eines (der Regel nach kurzen, einfachen undleicht faßlichen) musikal. Satzes. Eine solche Veränderung wird durch Zergliede-rung und Verkleinerung der Hauptnoten der Melodie, durch Einmischung durch-gehender, harmonischer Neben-oder Wechselnden, melodische Verzierungen dereinfachen Noten und andre dergl. Hülfsmittel, zum Theil auch durch veränderteHarmonie rc., bewirkt. Das Haupterfodcrniß hierbei ist, daß man bei allen die-sen Veränderungen der Melodie eines solchen Satzes die Grundzüge derselben nieganz unterdrückt, und der Hauptgesang dadurch nicht ganz aus dem Gedächtnisseverwischt wird. Der Hauptsatz, welcher auf diese Art variirt wird, heißt dasThema, und es heißt daher die Regel: In einer jeden Variation muß man dieGrundmclodi'e des Themas noch durchklingen hören. Ein Thema wird entwederso variirt, daß jede auf obige Art modisicirte Wiederholung desselben einen für sichbestehenden, ohne Beziehung auf die übrigen Veränderungen in sich abgeschlosse-nen Satz, von durchaus gleichem rhythmischen Umfange wie das Thema, bildet,oder so, daß man dabei nicht so streng auf das Tbema, sowol in Hinsicht der zumGrunde liegenden Melodie als des Umfanges, Rücksicht nimmt, die Veränderun-gen mehr oder weniger ausführt, oder sie durch eingeschaltete Zwischensätze so ver-bindet, daß sie zusammen ein Ganzes bilden. Im erstem Falle nennt man denSatz (das Thema) streng variirt, und solche Veränderungen heißen dann Variaiio-nen (variarioni) im eigentlichen Sinne. Dergleichen werden gewöhnlich süc eineHauptstimme entweder allein oder mit Begleitung andrer, zuweilen aber auch fürmehre Stimmen abwechselnd (concertirend) gesetzt. Man hat deren eine unzähligeMenge für alle Instrumente wie für den Gesang. Im letztem Falle aber nenntman diese Veränderungen freie Variationen, oder bloß einen varürten Satz, unddergleichen sind z. B. die meisten Andantes (oder überhaupt Mittclsätze) in denSymphonien von Haydn (welcher diese Manier zuerst einführte), von Beethoven,Mozart, Elementi u.A.m. Auch macht man davon in Quartetten, Trios, Sonatenund in Concertstückcn Gebrauch (;. B. Moscheles's Variationen über den Alexander-marsch). Gewöhnlich setzt man, wenn die Variationen das ganze vorzutragendeMusikstück ausmachen, eine Introduktion oder Phantasie voran, in welcher schonAnklänge des Themas zu hören sind. Die Variationen erfodern ein sehr einfachesThema, mit welchem sich auf mannigfaltige Weise spielen läßt, ohne seinen Cha-rakter zu zerstören. Dergleichen Themas sind selten, da unsere heutigen Melodiengrößtenteils schon ursprünglich verziert sind. Auch muß ein solches Thema ange-nehm in die Ohren fallen. Diese Bedingungen haben unter allen vorzüglich Mozartin seinen Claviervanotionen und Rode in seinen Variationen für die Violine er-füllt. Im Ganzen eignet sich das Varüren mehr für die Instrumentalmusik als fürden Gesang, bei welchem der auszusprechende Text meistens das kunstfertige Va-rüren in dem Umfange, wie es den Instrumenten möglich ist, verbietet. Dahersind G-ssangsvariatiencn, wie die herrlichen von Nighini, Winter, größtentheils